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Firmenportrait: Die Wiege der Haruhschi

Ich mach das, oder ich lass es …

Unberührt: Noch wurde an der MZ keine Hand angelegt.Als dritter Bundeskanzler wurde 1966 Kurt Georg Kiesinger Staatschef der Bundesrepublik Deutschland, der TSV 1860 München wurde Deutscher Fußballmeister und in Amerika drehte John Wayne den Western „El Dorado“.
 
 
Im Schleswig Holsteinischen Neumünster wurde am 2. Januar 1966 die Firma Motorrad Uhlig eröffnet. „Ich habe das Geschäft von Rudolf Kiel gekauft, mit 1.500,- DM Startkapital. Und das in den schwachen Jahren, da wollte ja schon keiner mehr Motorräder haben“. Erinnert sich Wolfgang Uhlig. Damals war er 21 Jahre jung, hatte eine Lehre als Automechaniker absolviert und war motorradbegeistert. Heute, fast 46 Jahre später, sucht Uhlig einen Nachfolger. Motorradbegeistert ist er immer noch. „Man muss Motorrad - Fan sein, wenn man Motorräder verkaufen will“, führt Uhlig aus. Wenn er erzählt, werden die vergangenen Tage lebendig. Langeweile kennt er nicht. Er erzählt von Egon Müller, der Speedwaylegende, von seinen Vertragsfirmen und die Augen bekommen einen Glanz wenn er von „seinen“ Motorrädern, den Haruhschi, zu erzählen beginnt.
 Beständig: Seit Firmengründung gab es nur einen Umzug.
„Ich bin vielleicht so 1.300 Kilometer Motorrad im Jahr selber gefahren“, erzählt der Neumünsteraner mit schelmischem Blick. Zum „Fahren“ hatte er nie viel Zeit. Das Tüfteln, Verbessern und Basteln an den Maschinen hat ihm immer mehr Spaß gemacht. Einmal kam Egon Müller in den Laden. Damals ist Müller noch Trial gefahren. „Was habt ihr da für ´ne Maschine stehn?“, kam von Müller die Frage. Im Laden stand eine Bahnmaschine für das Nordmarkrennen in Kiel. Das war so eine „Haruhschi“, eine Speedwaymaschine. Ihr Name setzt sich aus den Anfangsbuchstaben von Peter Harms, Wolfgang Uhlig und Ingolf Schimkowski zusammen. Die Drei entwickelten Zweiganggetriebe für den Bahnsport, Kupplungen, Kettenräder und besonders verwindungssteife Rahmen. Diese bauten sie dann zu kompletten Motorrädern zusammen, den Haruhschi. Noch heute sind sie ein Begriff im Bahnsport. Auf die Antwort, dass das eine Bahnsportmaschine sei, erzählt Uhlig, kam die typische Müllerantwort.
„Solche muss ich auch haben, ich fahr aber nur erste Plätze“, erzählt Uhlig grinsend weiter. Und etwas nachdenklicher: „Und das hat er später dann ja auch wahr gemacht“. Auch heute noch findet Egon Müller regelmäßig seinen Weg zu Motorrad Uhlig. Jeden zweiten Samstag im Monat ist in Neumünster in der Brachenfelder Straße, Bikerfrühstück. Da lässt der einzige Deutsche Speedwayweltmeister sich regelmäßig sehen. „Er bleibt meistens ´ne Stunde und dann ist er wieder weg“, führt Uhlig an.
 Legendär: Die ersten Haruhschis sorgten für Furore in der Sandbahn-Szene.
Seinen Motorrädern wenden sich Uhligs Gedanken nun wieder zu. „Ich hab die umgebaut, weil die mir so nicht gefielen“, erzählt er über die drei „Haruhschi“ die noch in seinem Laden stehen. Hierbei handelt es sich allesamt um Straßenbikes auf MZ Basis. Alle Tüv abgenommen und für den Straßenverkehr zugelassen. Eine eigene, siebenfach verstellbare, Gabel oder eine hydraulische Hinterradbremse hat er selber konstruiert. Damit der Rotax Motor passte, musste der Rahmen verändert werden. Dafür verfügt das Motorrad jetzt aber auch über einen geregelten Katalysator. „Eigentlich sind von MZ nur noch die Tool Box und die Armaturen“, freut sich Uhlig. Die Bikes hat er für sich gebaut. „Ich hab zwar japanische Motorräder verkauft, aber wenn ich eins fahre, will ich ein Deutsches fahren“, da lässt er keine Zweifel offen. Von 1967 an gab es in Neumünster 15 Jahre lang Honda Motorräder, 1980 kam Yamaha und die Bikes aus dem Land der aufgehenden Sonne, mit den drei Stimmgabeln im Emblem, wurden weitere 25 Jahre lang vertrieben. 
Selbst ist der Mann: Uhlig mit der selbst gefertigten Radnabe. 
Uhlig wird nun wieder nachdenklicher: „ Das ist so, ich bin ein Mensch, der nicht fragt was das kostet. Heute fragen die immer zuerst „was kostet das? Für mich gilt, entweder ich mach das oder ich lass es. Und deshalb habe ich auch immer alles selber gemacht.“ Qualität, um jeden Preis, immer das Beste aus einem Produkt heraus holen. Es ist diese Art zu denken die den Charakter ausmacht. Freude an Leistung und das Verstehen des Ganzen. Nicht die ewige Gewinn - maximierende „Geiz ist geil“ Mentalität sogenannter „moderner“ Manager mit „Nach mir die Sintflut“ Philosophie. Nur so kann ein Geschäft auch 46 Jahre, viele davon mit Sicherheit stürmisch, überstehen. Über seinen Nachfolger meint Uhlig: „Der muss schon ein bisschen verrückt sein“. So verrückt wie der sympathische Schleswig Holsteiner selber einmal vor 46 Jahren war. Motorradverrückt eben.
 

Meisterhaft: Die Liebe zur Sandbahn kommt nicht von ungefähr.Auch in diesem Jahr besteht wieder die Möglichkeit, das eine Regierung eine christlich – liberale, wie die Koalition vor Kiesinger platzt. Andere Münchener, nicht die von 1860 haben Chancen auf den Titel des Deutschen Fußballmeisters und John Wayne ist längst in die ewigen Jagdgründe eingegangen. Und vielleicht findet ja in Neumünster ein Motorradgeschäft in dem Qualität und Service im Vordergrund stehen in diesem Jahr einen Nachfolger.

Text: Stephan Käufer, Fotos: Stephan Käufer, Archiv

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