Nix für Warmduscher: Rukkas Argonaut erwies sich als Kombi für deutsche Sommer. Wir haben die Edel-Kombi zwischen Kapstadt und Unna ausprobiert. Eins vorab: Das Temperaturgefälle war enorm.
Klar, auf einem Tourer trägt man Textil. Und wenn es ein Edel-Reisender ist, greift man zu Rukka. Das war der Grundgedanke, als ich zur Präsentation der BMW K 1600 GT im Februar den neuen „Argonaut“-Anzug ins Gepäck legte. Die Überlegung war aus einem nasskalten Winter heraus bestechend. Aber, um die Bierdeckelweisheit meines Kollegen Guido zu zitieren: „Planung ersetzt Zufall durch Irrtum“.
Tatsächlich war das Dreilagen-GoreTex Pro-Shell-Laminat für die brütendheiße K-Präsentation in Südafrika so falsch gewählt, als würde man mit einem Messer zu einer Schießerei gehen. Zwar brachte das Öffnen der zahlreichen Belüftungs-Reißverschlüsse Linderung. Aber oberhalb von 35 Grad ist so ein finnischer Allwetter-Anzug ähnlich angenehm wie eine Plastiktüte, weil die Membrane nur bei Temperaturgefälle richtig funktioniert.
Temperaturgefälle gab es während des heimischen Sommers zum Glück reichlich. Regendicht bis in die kleinste Naht und bei entsprechender Außentemperatur atmungsaktiv, war die Rukka der perfekte Begleiter für mitteleuropäisches Standard-Klima. Das Ding sitzt wie eine zweite Haut, ist geschmeidig, robust und hält selbst dann trocken, wenn allermeisten Regenkombis versagen. Denn selbst, wenn das Unwetter keine Chance hat, schwitzt man im normalen Plastikdress wie ein Klitschko-Gegner vor dem finalen Schlag. Dann kommt zwar kein Tropfen durch, aber das T-Shirt ist trotzdem pludernass. Das geht mit der Rukka viel, viel besser.
Sinnvolle Taschen, sehr hochwertige Verarbeitung inklusive dauerhaft funktionierender, wasserdichter Reißverschlüsse, dazu feine Protektoren-Ausstattung und reißfestes Cordura plus kevlardurchwirktes Armacor an der Außenhaut: Die mit 1328 Euro hochpreisige Rukka-Kombi ist eine lohnende Investition für alle Tage – wenn man nicht gerade in die Tropen will. Frank Roedel
www.rukka.de