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Video plus Fahrbericht: Suzuki V-Strom 650

Helle Freude: Die V-Strom fährt leichtfüßig und komfortabel Mittelklasse? Abenteuer? Wie in Zei­ten von Konzeptskizzen, Erlkönig-Fotos ab Werk und Klecker-Marketing üblich, macht auch Suzuki noch vor dem Lüften des Schleiers heiß auf sein brandneues Kraftrad. Auf der Internetseite gibt’s Tage vorher ein wenig Text, ominöse Zeichnungen und eine alpine Heidi-Landschaft zu bestaunen. „Hui, was kann das denn nur sein?“, darf da gegrübelt werden.
Des Mirakels Lösung ist überraschend simpel: Suzuki renoviert seinen Dauerbrenner V-Strom 650. Zuletzt geschah das vor vier Jahren, als der bereits 2003 vorgestellte Reiseprofi auf Euro-III gehievt wurde. Für 2012 hat sich Suzukis Alleskön­ner ein zweites Mal den Muff aus dem Talar geschüttelt. Und steht bereit für ein konspiratives Treffen in Dalmatien – ein traumhafter Landstrich Kroatiens, der mindes­tens genau so vielseitig ist wie das japanische Multitool.

Farbskala: In drei Lackvarianten ist die V-Strom ab sofort zu habenRollte das Urmodell noch im ecki­gen Plastikkostüm durch die Serpentinen, erinnert der neue androgyne Dress ein wenig an die kugelige Schwester namens Gladius. Für das Facelift haben sich die Schalen-Schneider die Nächte im Wind­ka­nal um die Ohren gehauen, reich­lich Kanten glattgebügelt und überflüs­sigen Kunststoff in die Recycling-Tonne befördert.
So wurde der Tank schmaler und fasst nun zwei Liter weniger. An der Taille hat die Japanerin ebenfalls sichtbar abgespeckt. Im Ergebnis wirkt das Motorrad schon auf den ersten Blick drahtiger und moderner, bleibt aber unverkennbar eine V-Strom.
In die gleiche Kerbe trifft der auf­gehübschte Endtopf. Der bisherige Schalldämpfer war ein ziemlich hässlicher Klumpatsch. Nun kann sich das steiler stehende Endrohr mit ovaler Kappe sogar beim Flanieren an den Strandpromenaden der Adria sehen lassen. Auch in akustischer Hinsicht: Der Sound ist noch sozialverträglicher geworden, vom Vau-Schlag ist kaum was zu hören.
Unterm Rock ebenfalls Evo- statt Revolution. Der Rahmen ist nahezu unverändert, auch das Fahrwerk entspricht dem des Originals. Aller­dings wurde es neu abgestimmt, was im kurvigen Kleinklein des südkroatischen Hinterlandes spürbar wird: Die frisch renovierte Mittelklasse-Enduro läuft im direkten Vergleich mit der Vorgängerin etwas straffer und wirkt insgesamt einen Funken agiler. Das Abwinkeln macht wie gehabt richtig Lau­ne und geht leicht von der Hand, trotzdem bleibt die V-Strom beim Wedeln stabil.

Im Reise-Ornat: Aus dem Winkeleisen macht man ratzfatz eine echte AbenteurerinErst auf der Autobahn, mit vol­lem Koffer-Ornat inklusive Topcase und bei hohem Tempo, kommt Unruhe ins Fahrwerk. Die simple Lösung: das Tempolimit einhalten. Auf der Bahn zeigt sich der gute Windschutz, die Scheibe ist dreifach höhenverstellbar. Noch ein Quäntchen entspannter und leiser läuft’s mit der Vario-Screen mit verstellbarem Spoiler aus dem Suzuki-Zubehör.
Wieder runter vom Autoput. Die Kurven werden enger, die Straßen schmaler im Hinterland. Es ist brütend heiß. Die ersten echten Kehren tauchen auf, der Asphalt ist teil­weise glattgeschmirgelt. Beim Ankern bereitet das serienmäßige ABS die erste größere Überraschung: Su­zuki verbaut zwar weiter die bekannten Sättel und Scheiben, die Stotterbremse übernimmt nun jedoch ein brandaktuelles Bosch-ABS. Das spart nicht nur Gewicht (800 Gramm) und Platz, sondern regelt auch deutlich feinfühliger – das ist ein echter Gewinn in Sachen Sicherheit. Raus aus der Kehre, heller Fels fliegt im Augenwinkel vorbei. Bereits knapp unter 2000 Touren läuft der V2 kultiviert und lässt sich angesichts des Mittelklasse-Hubraums schaltfaul be­wegen, kann trotzdem bis in den fünfstelligen Bereich ge­orgelt werden.
 
Alles drin, alles dran: Das neue Kombi-Instrument bietet alle wichtigen InfosDer vibrationsarme Motor ist im Kern immer noch der Twin der seligen SV 650. Suzuki verbaut ihn hier in seiner jüngsten Ausbaustufe, die bereits im Naked-Bike Gladius ackert. Erkennbar ist der Twin beispielsweise an den hübscher gezeichneten Motordeckeln oder dem unauffällig montierten Öl-Wasserkühler, der sich auf dem Ölfilter-Flansch versteckt. Mit viel Feintuning zauberten die Ingenieure etwas mehr Drehmoment in den unteren und mittleren Drehzahlbereich – und leg­ten zwei PS zur 2011er drauf . 69 PS sind’s nun, aus der Mitte stampft das reisende Kurvensuchgerät etwas kräftiger los. Auch die Gasannahme ist deutlich besser geworden – so bleibt der Twin auch nach Jahren ein Quell der Freude.
Zehn Prozent weniger Verbrauch soll es als Bonus geben, was das ver­ringerte Tankvolumen exakt ausgleichen würde. Bei der ellenlangen Testrunde pendelte sich der Verbrauch bei mageren 5,3 Litern ein. Im Expresstempo, wohlgemerkt.
Exakt diesen Wert spukt auch der Bordcomputer aus. Die Rundinstrumente mussten einem digital-analogen Kombigerät weichen, das haufenweise Infos liefert: Tank­anzeige, Verbrauch, Trips, Außen­temperatur, Uhrzeit und sogar ein Schneeflockensymbol bei Frostgefahr finden sich im leicht spiegelnden Display. Ein Teil der Funktionen ist dabei komfortabel per Lenkerschalter zu bedienen.
 
Neue Linie: DIe V-Strom 2012 wirkt deutlich drahtigerApropos Komfort: Die Sitzbank ist nun zwei Zentimeter höher, dafür etwas schmaler – beim Absetzen an der Ampel kommt das aufs Gleiche raus. Der Komfort hat indes gewonnen. Die Sitzposition ist ein wenig mehr zum Vorderrad orientiert, das straffe Polster nervt auch nach 400 Kilometern Dalmatien-Sause nicht. Suzuki hat zudem mit je 20 Millimeter auf- und abgepols­terte Sitzbänke ins Zubehör aufgenommen.
In der Aufpreisliste finden sich außerdem Plastik- und Metallkoffer samt ausladendem Träger, ein Plas­tik-Motorschutz, Sturzbügel, Hand­protektoren und einige Späße mehr. So lässt sich der anvisierte Einstands­preis von 8390 Euro natürlich locker spren­gen, statt ei­nes peppi­gen Alltags-Bikes steht dann ein voll ausgestatteter SUV in der Garage.
Wir fassen zusammen: Suzuki geht den Reformstau an. Statt ei­nes neuen Motorrades rollt eine kern­sanierte V-Strom durch Dalmatien, die fast alles besser kann als die hoch­gelobte Vorgängerin. Vor allem an der Verpa­ckung hat sich viel getan, was auch bitter nötig war. Ob das für eine wei­tere Erfolgsgeschichte reicht, wird sich zeigen. Mittelklasse und Aben­teuer bringt die 650er jedenfalls im­mer noch gekonnt unter einen Hut.


Motor:  
   Zweizylinder-Viertakt-V,
    vier Ventile/Zyl., flüssigkeitsgekühlt,
    Kette, Sechsganggetriebe
Hubraum:     645 cm3
Leistung:     51 kW (69 PS) bei 8800 min-1
max. Drehmoment:     60 Nm bei 6400 min-1
Bereifung vorn:     110/80R19
Bereifung hinten:     150/70R17
Tankinhalt:     20 Liter
Sitzhöhe:     835 mm
Leergewicht:     214 kg
Preis:    8350 Euro

Fazit: Die 2012er V-Strom bekommt ein neues Kleid, einen aufgefrischten Antrieb, Feinarbeit am Fahrwerk und etliche neue Details. Dass eine Renovierung noch kein neues Motorrad macht, dürfte die Fans in diesem Fall allerdings freuen. Denn die 650er war schon vorher für jeden Spaß zu haben – von Alltag bis Reise, von knackiger Serpentine bis Langstrecke reichte das Spektrum. Und daran hat sich zum Glück nichts geändert.

Eigene Bewertung: Keine Durchschnitt: 4.6 (48 Bewertungen)

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