Foto: Tobias Burger

Bei Textilkleidung hat man oft die Qual der Wahl zwischen wasserdicht oder luftig. Zwischen dem Oberstoff und dem Innenfutter frei eingehängte Membranen halten zwar Regen draußen, lassen aber trotz Ventilationsöffnungen keine Luft direkt an den Körper. Mit Aufkommen der Dreilagen-Laminate ließen sich diese gegensätzlichen Eigenschaften verbinden. So wie bei Helds neuem Flaggschiff, der Oberklasse-Kombi „Atacama“. Der Trick: Die Membran ist fest mit den beiden anderen Schichten verbunden. Die Luft kann durch Mesh-Einsätze an Armen, Brust, Rücken und Beinen ungehindert an die Haut strömen. Das klappt so gut, dass man die Schotten bei der Testfahrt im Allgäuer Frühling schnell wieder dichtmacht. Wer beim Endurieren trotzdem in Schweiß kommt, kann für 19,95 Euro eine Trinkblase nachrüsten.
Damit es bei Fahrtwind bleibt, mussten die Sonthofener die Öffnungen ordentlich verschließen. Das funktioniert an der Brust und den Oberschenkeln durch mit Gummilippen abdeckte Reißverschlüsse. Weil die aber nie hundert­prozentig dicht sein können, ist dahinter ein doppelter Boden in Form einer Extralage Membranstoff eingearbeitet. Die knabbert natürlich ein paar Quadratzentimeter von der Netto-Mesh-Fläche weg. Bei großen Flächen wie an der Brust kein Problem, an den Armen und Unterschenkeln ließ Held bewährte Reißverschlüsse mit Polyurethan-Beschichtung auf den Schließgliedern springen.
Das Dreilagen-Laminat macht die Kleidung zwar etwas steifer, dank großzügiger Stretch-Einsätze fühlt man sich trotzdem nicht eingespannt wie ein Ritter im Harnisch. Vorausgesetzt der Anzug passt zum Körper. Mit Lang- und Kurzgrößen sowie geschlechterspezifischen Schnitten hat man aber auch abseits von Standardmaßen gute Karten. Zudem finden sich an der Kleidung massenhaft Einstell­möglichkeiten. Der Hosenbund hat neben der normalen Verstellung per Klettverschluss einen eingebauten Gummizug, sodass das Beinkleid auch nach einer sehenswerten Portion Käsespätzle noch komfortabel sitzt. Wer noch mehr in Sicherheit investieren möchte, findet zudem eine Airbag- Weste im Held Regal. Die Clip-in Air Vest lässt sich mittels Schnellverschlüssen in alle Held-Jacken mit Clip-in-Aufnahmepunkten einbauen und beinhaltet einen Rückenprotektor. Drin steckt Technik von in&motion: Die französische Firma stellt unter anderem Systeme für den MotoGP her und gibt 60 Millisekunden für das sensorbasierte Erkennen eines Unfalls, Auslösen und Aufblasen der Luftkissen an. Die Weste selbst kostet 349,95 Euro, dazu gehört aber noch ein Steuerungsmodul. In&motion stellt die Box inklusive regelmäßiger Software- Updates und lernfähigem Algorithmus für 399 Euro oder verschiedene Leasing- Modelle bereit. Die Kartusche für 90 Euro kann man im Zweifel selbst tauschen. Zudem ist die Atacama für das Held Light System vorbereitet. An Brust und Rücken sind je zwei Kanäle eingenäht, die aktiv leuchtende LED-Bänder aufnehmen können. Schließt man eine Powerbank an, leuchten die Kunststoffschläuche vorne weiß und hinten rot. Das Nachrüstset kostet 79,95 Euro und passt neben der Atacama auch in die Tourenjacke Yoshima und die Warnweste Flashlight LED. www.held.de

Und es hat Peng gemacht: Eine Clip-in Air-Vest lässt sich als Zubehör einzippen

Was? 

Wasserdichte Abenteuer-Kombi mit guter Belüftung

Für wen? 

Motorisierte Klimafreunde

Kostet? 

Jacke 1099 Euro, Hose 849,95 Euro

Edel und gut: Beschichtete Reißverschlüsse sorgen an den Armen für perfektes Raumklima

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