Mit „Überraschung“ reagierte US-Präsident Donald Trump am Montagabend auf die Mitteilung von Harley-Davidson, wegen des Zollstreits mit der Europäischen Union einen Teil der Produktion von den USA ins Ausland zu verlagern.

Harley rechnet durch die US-Einfuhrzölle auf Stahl und Aluminium mit erhöhten Produktionskosten, dazu addieren sich die EU-Abgaben auf die nach Europa verschifften Motorräder der Marke. Das summiere sich (laut einer Mitteilung auf einer Harley-Internetseite speziell für Investoren vom 25. Juni) zu einem „gewaltigen Kostenanstieg“, was den Kundenzugang zu Milwaukee-Produkten erschwere und auch die Händlerschaft schädige.

Harley will vorerst die fürs laufende Jahr um 30 bis 45 Millionen Dollar erhöhten Kosten nicht an die Kunden weitergeben, pro Jahr rechnet die Motor Company mit Mehrkosten von 90 bis 100 Millionen Dollar. Die von sechs auf 31 Prozent erhöhten Einfuhrabgaben in die EU kosten laut HD pro Motorrad durchschnittlich 2200 Dollar. Jährlich kann Harley in Europa derzeit 40000 Motorräder absetzen, es ist der zweitwichtigste Markt nach den USA.

Harley betont im Item 7.01 auf der Seite, dass sich die Company der Fertigung in den USA sehr verpflichtet fühlt. Eine Auslagerung der Produktion sei aber aus wirtschaftlichen Gründen unvermeidlich. Innerhalb der nächsten neun bis 18 Monaten sollen Teile der Herstellung in die Werke außerhalb der USA abwandern. Nähere Fakten will die Geschäftsführung im Rahmen der Konferenz zum zweiten Wirtschaftsquartal am 24. Juli bekanntgeben. Bis dahin fordert Harley-Davidson die offiziellen Stellen in den USA und der EU dazu auf, nachhaltige Lösungen für fairen und freien Handel zu finden.

„Es überrascht mich, dass Harley-Davidson als erstes Unternehmen die weiße Fahne schwenkt. Ich kämpfte hart für sie. (…) Steuern sind nur eine Ausrede von Harley“, so Donald Trump in seinem Tweet weiter. Harley Deutschland will den Vorgang nicht kommentieren. Auch der US-Hersteller Indian, der ebenfalls von dem Zollstreit betroffen ist, gibt keinen Kommentar ab.