In der Berufsschiffahrt lange bewährt, könnte es auch Motorradfahrern zum Durchblick verhelfen: Eine Schleuderscheibe, die Regentropfen einfach wegscheucht, dachte sich der Erfinder des „Watroprop“.

von Moritz Schwertner, Fotos Schwertner, Jennifer Dörnen

Albert Keller mochte bei Regenfahrten nicht mehr die Hände vom Lenker nehmen, um Regentropfen wegzuwischen. Seine Lösung: Ein in der Schifffahrt altbekanntes Gegenmittel – die Schleuderscheibe. Während diese bei Schiffen in aller Regel elektrisch angetrieben wird, ist seine Konstruktion per Saugnapf auf dem Visier befestigt, kugelgelagert und rein Fahrtwind betrieben.

Mit bis zu 7000 Umdrehungen in der Minute bei 120 km/h dreht die Flügelscheibe und hält per Zentrifugalkraft das Visier tropfenfrei. Das funktioniert ab Stadttempo schon gut, auf der Autobahn nochmals besser. Dann bleibt selbst hinter LKW das Visier tropfenfrei.

Ordentlich auf dem Visier befestigt, blendet das Hirn den Drehknauf wirksam aus, übrig bleibt nur die Gummikordel. Seitenblicke bei Richtgeschwindigkeit auf der Autobahn waren kein Problem. Bis 120 km/h gibt Tüftler Keller seine Erfindung frei. Ganz fehlerfrei ist das System nicht. Bei Stop-&-Go-Fahrten mogeln sich Tropfen zwischen Visier und Scheibe, bis etwa 40 km/h flackern Lichter unruhig durch den Propeller. Auch sollte man bei voller Fahrt möglichst nicht in den Rotor fassen. Ansonsten ist der Komfortgewinn spürbar, die Sicht klar besser. Das fühlt sich nicht nur sicherer an, sondern ist es auch – auch wenn es total merkwürdig ausschaut. Die Regenscheuche kostet im Onlineshop 46 Euro.

Weitere Infos unter: http://regenschutzscheibe.de