Seit über 40 Jahren ist sie das Eldorado für Sammler und Oldtimer-Fans: Die Veterama Mannheim trug Anfang Okotober auch diesmal den Titel: „Europas größter Oldtimermarkt“ verdient.

Die Veterama in Mannheim ist der Ort, wo Männer nur an Motorräder und Autos denken – insbesondere Veteranen. Die ewige Jugend ist es, die wir wieder haben wollen, wenn wir verträumt vor einer zusammen gerittenen Hercules stehen und dem Händler erzählen, dass das unser erstes Mofa war. Der verdreht derweil die Augen, weil er den Spruch heute schon zehnmal gehört hat. An anderer Stelle öffnen wir die Tür eines VW-Käfers und riechen ins Innere und automatisch geht unsere Hand zum Radio, um AFN einzustellen und Elvis zu hören. Die leere Batterie holt uns in die Gegenwart zurück, aber der Geruch des Käfers hängt uns in der Nase. Nach der Autobegegnung laufe ich auf dem riesigen Areal ein paar Meter weiter. Und da steht sie: Moto Guzzi Trotter Super. Mensch, dass ich so ein Ding noch mal vors Auge kriege. Ich bin fasziniert von der schlanken Gestalt und dem Eiertank, in guzzirot mit Flügelemblem an den Seiten. In meinem Ohr höre ich den Klang des kleinen Zweitakters und das Klacken des Getriebes beim Gangwechsel. Hoffentlich sieht der Händler nicht, dass ich es kaufen werde. Bloß kein Interesse zeigen, sonst steigt der Preis. Dann bleiben auch andere stehen und wieder höre ich den Satz vom Hintermann: „So eine hatte ich……“ Verdammt, ein Konkurrent! Jetzt heißt es schnell den Händler in ein Gespräch verwickeln, sich sympathisch machen und sich vorsichtig Richtung Trotter heran zu arbeiten. „Was kostet der Trotter?“, frage ich aufgeregt und bekomme ein „Äh“ zur Antwort. „Non capisci, Italiano“. „Quanta costa? Ruft der Hintermann und ich merke, ich habe verloren. „Tre cento Euro“. Der Hintermann überlegt und bespricht sich mit seinen Kumpels. Offenbar wird die Strategie ausgeheckt, wie man den Preis nach unten treibt. Ich gucke den Mann vom Appenin an und krähe: „Dreh Schento is ok“, und strecke ihm meine Hand hin. Er ist ein wenig verblüfft und bevor er reagieren kann kralle ich mir seine Hand und schüttele sie für alle umstehenden sichtbar. Dabei grinse ich übers ganze Gesicht und mein Herz lacht. Dann gebe ich dem Italiener meine Geldbörse und bin gespannt, wie viel er heraus nimmt. Er bedient sich reichlich am Papiergeld und meine Augen wandern ständig von der Geldbörse zur neuen Erungenschaft und zurück. Bei der obligatorischen Bratwurst und dem Veterama-Bier zähle ich dann mein Restgeld und lerne dabei „Dreh Schento“ ist Dreihundert. Na das ist doch in Ordnung, freue ich mich.

Klaus Steinbeck

www.veterama.de