Motorradfahren ist Schrauben – zumindest für die meisten Bewohner der NEWS-Kolchose. Und genauso wie wir Lieblingsmotorräder haben, hat jeder von uns ein Lieblingswerkzeug. Guckt mal!

von Till Ferges Fotos Ferges/Sophie Leistner/ Jennifer Dörnen

Von Jenni hätten wir als Lieblingswerkzeug eigentlich einen Kerzenschlüssel für ihre Vespa erwartet, die öfter röchelt als fährt. Oder eine Flasche Rostlöser für ihre DT. Aber es kommt ganz anders: Unsere softwareaffine Kollegin kramt tatsächlich eine fette Poliermaschine hervor, die ihr Vater aus Altlasten gebaut hat und die bei der Aufarbeitung des gemeinsam Fuhrparks treue Dienste leistet. Chapeau, die wer­den wir uns in Zukunft wohl alle mal ausleihen – wenn Jenni sie denn hergibt.

Auch Sophie freut sich über was Selbstgebautes. Ihren Kupplungskorbhalter hat sie einst als reines Spezialwerkzeug eingesetzt, mittlerweile ist er obendrein ein schönes Erinnerungsstück. Frank wiederum betreibt Basisarbeit: Der Hammer ist so was wie das Lichtschwert des Garagen­ritters – ein unentbehrlicher Problemlöser. In die gleiche Kerbe hauen auch Wulf, Tom und Tilman, die sich mit ihren Schätzen den beengten Platzverhältnissen am Mopped stellen.

Ich habe mich vor Jahren in ein Gewindereparaturset verliebt, weil man damit die durch Grobmotorik hervorgerufenen Schäden beheben kann – ein typisches Till-Problem. Und Moritz freut sich über eine Hebebühne, die den Buckel schont und der unendlichen Restaurations-Geschichte seiner SR 500 eine etwas würdi­geren Rahmen verleiht.

Ihr seht: Wir alle haben einen besonderen Draht zu unseren Lieblingshelfern. Auch, weil uns das Schicksal mit ihnen verbunden hat.

Guido: Die Knipex

Ich war jung und unerfahren. Aber ich wusste: Für die Afrikatour brauchte ich neben dem Schweizer Messer unbedingt ein Werkzeug, mit dem ich unterwegs die Welt retten, verrottete Schrauben lösen oder demolierte Teile wieder hinbiegen könnte. Und natürlich musste es eine Zange aus meiner Heimatstadt sein. Eine echte Knipex. Wahrscheinlich lag es am Namen, der mich zu einer kleinen Rohrzange greifen ließ, obwohl mein Werkzeughändler hartnäckig auf ein Modell nebenan klopfte: Cobra! Da war das Abenteuer quasi eingebaut.

Tatsächlich reiste das Ding hunderttausende Kilometer mit durch die Welt, biss sich durch Saharasand, richtete verzogenes Alublech und zwang abgenudelte Muttern vom Gewinde. Und hinterließ seine Zahnabdrücke auf den schönsten Oberflächen. Irgendwann fiel mir dann mein Werkzeughändler wieder ein. Als ich in Stimmung war, viel Geld für Qualitätswerkzeug auf den Tisch zu legen, fuhr ich hin und kaufte genau das Modell mit den glatten Backen, das ich damals verschmäht hatte. Ein Wunderding, das seitdem in meiner Jackentasche wohnt. Vom Rückspiegel bis zur Steuerkopfmutter löst die kleine Knipex praktisch jede Schraube, bei erstaunlich geringer Handkraft.

Inzwischen gibt es sie auch noch in einer kleineren und vielen größeren Ausführungen. Aber bis auf Radmuttern kann meine 150er praktisch alles. Die tapfere Cobra darf natürlich trotzdem noch mit. Aber bei einem etwas klangvolleren Namen hätte ich gleich auf den Fachmann gehört und mein Lieblingswerkzeug schon zwanzig Jahre länger dabei. Vermutlich bin ich einfach einer falschen Verkaufsstrategie aufgesessen. Mal ehrlich: Wer kauft schon einen „Zangenschlüssel 86 03 150“, wenn die „Cobra“ gleich daneben hängt?

Unser Glänzstück

Werkzeuge sind alle für einen bestimmten Zweck gemacht – und den müssen sie auch erfüllen, ansonsten sind sie Schrott. Doch wie soll man sich für ein Lieblingswerkzeug entscheiden, wenn sie alle ihre Berechtigung haben? Vielleicht fehlt es mir aber einfach an Testosteron, um mich emotional an Gegenstände zu binden, die nicht fahren.

Vielfach beschleunigen selbst zusammengezimmerte Lösungen meinen Herzrhythmus. Meist entstehen sie als Resteverwertung, sparen den Kauf eines teuren Spezialinstrumentariums – und retten den Sonntag, wenn die Geschäfte dicht haben. Dazu zählt etwa die aus vorhandenen Altlasten geklöppelte Poliermaschine.

Gummifüßchen unter eine dicke Sperrholzplatte montiert, einen Ansaugmotor mit ordentlich Drehzahl obendrauf, Notausschalter an die Seite und als Halterung der Schleif- und Polierkörper einen selbstgedrehten Adapter mit Bohrmaschinenspannfutter vorne drauf – los geht’s. Nun glänzt nicht nur der alte Suzuki GS 750 Motorblock wie zuletzt in den Siebzigern. Sämtliche Felgen, Deckel und Teilchen, die bei uns in der Garage so rumflogen, blitzen ebenfalls.

Mein Faustkeil

Als Werkzeug ist das Ding steinalt. Und unersetzlich. Selbst unsere wildbeutenden Vor-Vor-Vorfahren nutzten schon Keile, erwiesenermaßen mindestens seit 1,75 Millionen Jahren. Von da war es nur ein kleiner Sprung bis zum Homo Sapiens und dem digitalen Gedudel, das heute unser Leben bestimmt.

Früher, da habe ich die Winter in der Garage verbracht. Und das waren noch richtige Winter! Habe Kolbenringe gewechselt, Kupplungen getauscht und Kurbelwellen neu gelagert. Kaltes Metall und noch kältere Finger, da war schon der warme Ölwechsel eine Erlösung. Mein Werkzeugkasten war nicht groß, aber solide ausgestattet, ein Knarrenkasten, zwei Sätze Maul- und Ring- sowie ein Drehmomentschlüssel, mehrere Zangen, Schraubendreher – und natürlich mein Hammer.

275 Gramm wiegt mein Lieblingswerkzeug, sein Stiel misst 225 Millimeter. Geführt von einer kundigen Hand, reicht sein Spektrum von zart bis hart. Vorsichtig habe ich mit ihm Zylinderbänke aufgebracht oder Lager eingepresst, manchmal flog er auch aus Wut gegen die Betonwand. Blut und Benzin, Öl und Schweiß haben seinen Holzstiel nachhaltig gehärtet.

Heute genießt er den Vorruhestand im Wohnzimmeregal und ist zur Hand, falls ich mal ein Bild aufhängen will. Darauf sind dann die schönsten Motorraderinnerungen von heute festgehalten. Denn aufs Schrauben habe ich keine Lust mehr. Die Kette spannen, Batterie ausbauen, das geht noch. Aber selbst einen Ölwechsel lasse ich mittlerweile in der Werkstatt machen. Das ist zwar fürchterlich unromantisch, aber als Mensch mit knapper Freizeit nutze ich meine kostbaren Stunden lieber für andere Dinge.

Die Werkstatt hat auch das richtige Multitool für unsere Tage, ein Computer-Diagnosegerät. Denn wenn ich unterwegs bin und die mittlerweile unglaublich zuverlässig arbeitende Kiste Ärger macht, ist es meist ein Elektronik-Wurm. Und was da helfen kann, ist ein Neustart. Oder ein genau definierter Schlag aufs Steuergerät – mit meinem Lieblingswerkzeug.

Die Yoga-Ratsche

Mit der Frage nach meinem Lieblingswerkzeug hat Till mich kalt erwischt. Habe ich überhaupt eins? Klar, meine 40-Quadratmeter- Schrauberbude ist randvoll mit den üblichen Standardhilfsmitteln. Dazu die ganzen Spezialitäten für USD-Gabeln, Bremssättel, Reifenwechsel… Und mit jedem Schrauberprojekt kommt ja auch wieder was Neues dazu.

Aber trotz gut gefüllter Bestände ist meine Beziehung zu praxis­gerecht geformtem Metall eher emotionslos. Was soll ich also zum Lieblingswerkzeug küren? Das Teil, das mich in jüngster Zeit aus dem übelsten Schlamassel gerettet hat? Das wäre der Schwanenhals-Magnet für 5,80 Euro vom Baumarkt-Wühltisch. Mit dem habe ich die glitschige Zehner-Mutter aus dem Steuerkettenschacht einer Yamaha FZ 750 wieder ans Tageslicht geholt. Hat mir geholfen. Aber so richtig verliebt bin ich trotzdem nicht.

Ach halt, ich hab‘s: Mein Lieblingswerkzeug ist die edle 3/8- Zoll-Gelenkratsche des Kultherstellers Snap On. Sie war einst ein sehr großzügiges Geburtstagsgeschenk zu meinem 27., damals ungefähr 300 Mark „schwer“. Inzwischen bin ich 51 und die Ratsche glänzt und arbeitet wie am ersten Tag. Und das ständig. Das Format 3/8 Zoll ist ideal fürs Motorrad, der Sechskantbereich von acht bis 22 Millimeter wird perfekt abgedeckt, das entspricht Gewindedicken von fünf bis 14 Millimeter. Auch im Motorraum des Autos ist man mit dieser Größe bestens unterwegs. Und was ist das Besondere an dieser Ratsche? Neben dem edlen Finish und der mustergültigen Qualität ist es wohl vom allem die Dauer unserer Beziehung: Wenn ich mit dem vertrautem Stück Stahl in der Hand vor der Hebe­bühne stehe, dann schwelge ich in Routine und Gelassenheit. Und alles wird gut.

Ständerwehen

Kein Hauptständer? Kein Problem! Jahrelang musste ein und dieselbe Fiege-Kiste bei Schraubertaten herhalten. Entweder um bei meiner Dominator flugs die Kette vor der Abreise zu tauschen oder weil irgendein Bike schnell mal neue Reifen brauchte. Das Problem an dieser Lowtech-Lösung: Man braucht immer einen zweiten Mann, der das Motorrad anhebt. Alleine machen ist nicht.

Für mein Restaurierungsprojekt suchte ich der Bequemlichkeit halber Ersatz. Man möchte ja im Niemandsland Mitte Zwanzig nicht mehr ständig Papa, Kumpels oder Nachbarn fragen müssen. Interesse weckte eine kleine rote Hebebühne im Internet. Mit 70 Euro verschmerzbar teuer, wagte ich den Versuch und bestellte. Drei Tage später klopfte ein schnaubender Paketbote an meiner Wohnungstür im Dachgeschoss und bedankte sich recht herzlich für die spontane Sporteinheit. Das Metallteil wiegt verpackt stolze 30 Kilo. Flugs wieder runter zum Garagenhof geschleppt, die Anbauanleitung entziffert und eine halbe Stunde später stand das scharlachrote Stahlgut.

Und so wandern nun per Fußhebel meine Motorräder auf 20 bis 36 Zenti­meter Höhe – laut Datenblatt bis stattliche 680 Kilo. Genug, um auf einem kleinen Höckerchen anstehende Pflegearbeiten abzuhandeln. Und das ganz ohne fremde Hilfe.

Cartrend Motorradhebebühne „50241“, aus dem Internet (der Paketbote freut sich).

Kawasakikupplungskorbhaltewerkzeug

Pfiffige Lösungen der Marke Eigenbau haben mich schon immer fasziniert. Muss an meinen Ossi-Genen liegen. Dieser Totschläger ist so ein Beispiel: Das beste Spezialwerkzeug für die sanfte Filetierung meiner KLE-Kupplung.

Immer wenn pfiffige Tüfteleien teure Eingriffe und aufwändige Spezial­werkzeuge unnötig machen, wird mir warm ums Herz. Bei der Arbeit am Twin meiner betagten KLE 500 war gewiss nicht Zeit­mangel der ausschlaggebende Anlass zur Eigenlösung. Schließlich braucht das Schweißen auch seine Zeit und in derselben hätte ich das Universalwerkzeug sicherlich auch beim nächsten Lädchen geholt.

Die fuffzehn Euro aufwärts, die das zweckerfüllende Tool aus dem Fachmarkt gekostet hätte, wären in meinem Azubi-Budget sicher auch drin gewesen. Und andere Möglichkeiten, um eine Kupplungsnabe loszubekommen, gibt es schließlich auch. In Foren kursieren spannende Berichte aus der Heimwerkstatt. Da werden Kupplungskörbe mit Zurrgurten, Wäscheleinen, Holzkeilen, Flacheisen oder schlimms­tenfalls Schraubendrehern fixiert, Schlagschrauber angesetzt oder Gänge und Hinterradbremsen malträtiert.

Nein, eigentlich war der Halter Marke Eigenbau die nächstliegende und zugleich eleganteste Lösung, um die Kupplung zu zerlegen. Mein Kumpel Olli ist ein begnadeter Schrauber und hat damals die ollen Stahlscheiben des alten Kupplungssatzes sauber zusammengebrutzelt. Dazu Distanzstücke und ein seitlich versetztes Rundrohr, damit mittig genug Platz für die Knarre bleibt – fertig.

Filigran ist dennoch was anderes. Wer mit dem Teil hantieren möchte, braucht schon einmal per se Schmalz im Bizeps. Fakt ist jedoch: Es gibt keinen sanfteren Weg, den Mitnehmer festzuhalten. Denn schonender als mit so einem rundum flächigen Kraftschluss kann man das hohe Löse­moment kaum abfangen.

Okay, so ein Kupplungskorbhalter aus dem Fachladen passt meist auch in die Bohrungen von Polrädern, um an der Kurbelwellen-Mutter zu arbeiten. Und dank beweglichem Ausleger lassen sich solche Universal-Werkzeuge auf verschiedene Größen einstellen. Mein Kupplungs-Fixateur kann das alles nicht. Auf andere Werkzeuge gefädelt, eignet sich das Griffrohr höchstens noch als verlängerter Hebelarm. Und wenn sich ein Halunke des Nachts in die Garage schleicht, würde das Konstrukt gewiss auch gute Dienste tun.

Mein Gewinde-Heiler

Nach fest kommt Arbeit – mein Spezialgebiet. Wenn’s beim Schrauben mal wieder zu schnell gehen musste, ist ein neues Gewinde oft die letzte Rettung. Zeit für mein Lieblingswerkzeug: Würths Time-Sert.

Gammelige Schrauben und Stehbolzen lassen sich oft nur mit Hitze und roher Gewalt lösen. Der Versuch zieht oft Arbeit nach sich – in meinem Fall riss der Krümmer-Stehbolzen einfach ab, das Projekt schien erstmal beendet. Bis Post von Würth kam. Time-Sert heißt das System der Künzelsauer, ein anderes bekanntes System ist HeliCoil. Das Time-Sert umfasst Bohrer, Sitz­fräser, Gewindeschneider und ein Eindrehwerkzeug für die beigefügten Gewindebuchsen. Schneideisenhalter sowie etwas Öl zum Schmieren der Werkzeuge muss man sich noch besorgen. Das Bohrloch reinigt man später mit Pressluft – Schutzbrille nicht vergessen.

Zunächst das kaputte Gewinde exakt senkrecht ausbohren. Das funktioniert am besten mit einer Standbohrmaschine. Geht im Notfall auch ganz rustikal und unsachgemäß mit dem Akkuschrauber freihändig – hat ein Mal funktioniert, aber bitte nicht nachmachen.Anschließend senkt man per Fräser das Kernloch ab. Dauert 30 Sekunden, danach das Bohrloch säubern. Nun scheiden wir mit dem Würth-Gewindeschneider per Hand ein Gewinde, auch das funktionierte mit etwas Öl problemlos. Nochmals säubern.

Und dann kommt die eigentliche Reparatur: Mit dem Eindrehwerkzeug schrauben wir eine Gewindehülse bis zum Anschlag in das frisch geschnittene Gewinde. Anschließend noch ein wenig weiterdrehen, damit sich die Hülse setzt. Das Ergebnis ist ein enorm belastbares Gewinde, das meinen Krümmer seit vielen Kilometern hält. Die ganze Nummer dauert im Idealfall keine 15 Minuten und ist auch für durchschnittlich Schraub-Begabte machbar. Time-Sert gibt es für M4 bis M18, zudem hat Würth Spezialsets etwa für Lambdasonden-, Zündkerzen- und Ölablass­schraubengewinde auf Lager.

Das Problem: Der Bezug ist für Privatpersonen ziemlich schwierig. Idealerweise spricht man mit seiner supernetten Stamm-Werkstatt und ordert die Teile über diesen Umweg. Unser Set (Nr. 09649616) umfasst zwölf Werkzeuge sowie reichlich Buchsen für M6-, M8- und M10-Gewinde und kostet 245 Euro. Würth vertreibt aber auch kleinere Sets.

Gewindereparaturset Würth Time-Sert; www.wuerth.com

Ringkämpfer

Zugegeben, der Ratschenschlüssel ist ein Luxusobjekt. Seinen Job erfüllt ein normaler Ringschlüssel zu einem Bruchteil des Preises auch. Aber die Ratsche kann’s halt besser.

Das erste Interesse für das Werkzeug keimte auf, als ich Edd China damit im Fernsehen schrauben sah. Das wirkte irgendwie elegant und gleichzeitig präzise. Kein Rumstochern, einmal ansetzen und mit gleichmäßigen Bewegungen die Mutter abschrauben – sehr ästhetisch. So richtig verliebt habe ich mich dann im Herbst. Mein Vater und ich wollten eine frühe Vierventil-GS für längere Zeit im Schuppen einmotten. Wer die Baureihe kennt, der weiß, dass die Batterie unter dem Tank sitzt. Statt das komplette Teil abzubauen, kann man ihn auch nur lösen, nach oben drücken und abstützen. Dann kommt man an die Pole, es geht aber sehr eng zu und mehr als eine Achteldrehung ist kaum drin.

Hier schlug die Stunde des Ringratschenschlüssels. Statt wieder und wieder neu anzusetzen, waren die Schrauben binnen Sekunden raus. Die Rothewald-Schlüssel haben eine Feinverzahnung mit 72 Rastungen und auf der anderen Seite für alle Fälle noch eine Maulöffnung. Das Set ist mit Größen von sechs bis 14 sowie 17 und 19 für alles Alltägliche gewappnet. Dazu kommen noch Adapter für Stecknüsse mit Halb-, Viertel- und Drei-Achtel-Zoll-Antrieb sowie Bits in drei Größen. Mit Nuss- und Bit-Sätzen hat man schnell einen vollwertigen Knarrenkasten zusammen. Für 60 Euro geht die Qualität locker in Ordnung.

Rothewald Ratschenschlüsselsatz 17-teilig für 59,99 Euro bei Detlev Louis, www.louis.de

Bitte ein Bit

Mein Lieblingswerkzeug ist eine Kombination, die sich nicht nur bei NEWS im harten Alltag seit Jahren bewährt hat. Sie besteht aus dem hochwertigen Hazet-Knarrenkasten 853-1 in 1/4-Zoll-Ausführung für etwa 150 Euro, erweitert um einen Teleskop-Magnetheber (ein Euro) und einer Bitratsche (zehn Euro) vom Flohmarkt. Letztere ist oft mein Rettungsanker, wenn es beim Schrauben sehr eng zugeht.

Ich erinnere mich an die Vergaserüberholung einer FZS 600 Fazer mit gekürztem Heckrahmen. Nachdem mit viel Mühe die Vergaserbatterie an dem ihr zugedachten Platz war, stellte sich heraus, dass eine Schwimmerkammerdichtung unter Inkontinenz litt. Noch mal alles raus und wieder rein? Nee, nicht mit dem Commander. Zum Glück war es eine der äußeren Kammern. Mit der Bitrasche und einem Kreuzschlitz-Bit von Hazet war der Wechsel der Dichtung kein großes Problem. Das Geniale an einer Bitratsche ist neben der hohen möglichen Kraftübertragung – ein hochwertiges Bit vorausgesetzt – ihr extrem geringer Rückholwinkel, der mitunter nur sechs Grad beträgt.

Das Ding gibt es natürlich auch in Heavy-Duty-Qualität von Hazet, Wera und Co., war mir aber zum damaligen Zeitpunkt zu teuer. Die Investition in das Flohmarktteil hat sich bisher auf alle Fälle bezahlt gemacht. Okay, die Getriebemechanik ist mittler­weile schon etwas angeschlagen, funktioniert aber noch zufriedenstellend. Wenn sie dann end­gültig ihren Geist aufgibt, werde ich mir etwas Hochwertigeres zulegen. Passt auch besser ins­ Gesamtbild. Denn gutes Werkzeug ist für mich durch nichts zu ersetzen.