Durch die oberschwäbische Gemeinde Ostrach führen die Barockstraße, die Hohenzollernstraße und die Schwäbische Dichterstraße. Für Motorsportfans stand jedoch Anfang September die „Ostracher Meile“ im Mittelpunkt des Interesses. Auf dem rund einen Kilometer langen Kurs in der Ortsmitte lenkten an zwei Tagen 150 ausgesuchte Fahrer ihre Automobile und Motorräder in einem Trainings- und drei Wertungsläufen zu je sechs Runden. Wem es dabei gelang, die meisten davon in identischer Zeit zu absolvieren, wurde Sieger in seiner Klasse.

 

Trotz dieses Gleichmäßigkeitsmodus drehten gerade die Zweiradpiloten heftig am Gasgriff, sehr zur Freude des zahlreichen Publikums. Dieses stand hinter den Absperrgittern so nah an der Strecke wie auf der Isle of Man. Und noch mehr erinnerte an den TT-Kurs. Fand das Training am Samstag noch bei sommerlichem Wetter statt, meldete sich am Sonntag der kühle Herbst zu Wort und sogar der pünktlich zum Start der Motorradklasse niedergehende Regen war „very british“. Auch bei anschließend abtrocknender Straße also eine echte Herausforderung für die Piloten, die dem Anschein nach Klaus de Monte auf seiner Busch-BMW als einziges Gespann im Feld vor sich her trieb. Das Fahrerlager befand sich auf dem Areal des örtlichen Landmaschinenhändlers, der für die Motorräder sogar seine Werkstatt ausgeräumt hatte. So konnten die Renner trocken und gut beschützt untergestellt werden. Da das Festival mit dem Dorffest gekoppelt war, standen im Infield jede Menge Verpflegungsstände zur Verfügung. Nur die Musikkapellen hatten so ihre Schwierigkeiten, gegen die bollernden Dampfhämmer vom Schlage einer Yamaha SR 500 anzublasen. Und unter den Duft der Grillwürste mischte sich auch unverkennbar das Aroma aus den Auspufftöpfen der Zweitakter. Infos unter www.oldtimer-festival.eu.

Text & Foto: Jochen Bangert

Teilen: