Zu einer Zeit, in der Leistung und Hubraum alles war, kam Yamaha mit einem schlichten, britisch gestylten Einzylinder um die Ecke. Mit dem Herz der XT 500 sollte sich die 1978 geschlüpfte SR 500 über Jahrzehnte einen Platz in Liebhaberherzen erbollern.

Zusammen mit der kurzzeitig in Deutschland verkauften 400er gingen alleine in Deutschland fast 39 000 Exemplare an den Mann. Den Löwenanteil machte dabei die erste Baureihe aus, intern „2J4“ genannt. Zwischen 1978 und 1983 setzten die Japaner in der BRD pro Jahr 5800 Exemplare ab – das wäre heute beinahe BMW GS-Niveau.

1978 bis 1983 Die Urform: SR 500 (2J4)

Die Geburt eines Klassikers: Der 500-Kubik-Einzylinder aus der XT500 kommt mit Plastikheckbürzel, großem Scheinwerfer, 19-Zoll-Vorderrad und breitem Lenker auf den Markt. 27 PS Spitzenleistung, entdrosselt sogar 34. Ab `79 mit Gussfelgen gegen Aufpreis.

1984 bis 1990 Die Reifung: Yamaha SR 500 (48T)

Alles etwas kleiner: Scheinwerfer, Vorderrad und Lenker werden schmaler. Auf Wunsch mit Duplex-Trommelbremse vorne. Die Bremsscheiben sind nun geschlitzt. Neue Nockenwelle mit mehr Hub und eine zusätzliche Ölleitung zum Auslassventil – vorher musste man das teuer nachrüsten. Insgesamt gilt der 48T-Motor als standfester als der Vorgänger.

1991 bis 1999 Das Ende: Yamaha SR 500 (48T)

Weniger Verdichtung, geänderte CDI: Ab jetzt gibt’s den Klassiker nur noch mit maximal 27 entdrosselten Pferden zu kaufen. Zeitgleich weicht der Mikuni-Flachschiebevergaser einem Gleickdruckvergaser. Ab 1992 nur noch mit Duplex-Trommelbremse vorne erhältlich, so wie in unserem Leserbike von Ralf Schwinge aus 2014. 1999 wird die letzte SR 500 in den Handel ausgeliefert.

2014 bis 2016 Die Wiedergeburt: Yamaha SR 400

Retro ab Werk: 2014 feierte die SR ihr kurzes Revival in Form der per Einspritzung befeuerten SR400. Für knapp 5800 Euro bot der kleinere Zweiventiler späten 93er-Modellen ebenbürtige und sehr gemütliche 23-PS-Spitzenleistung im typisch klassischem Gewand. Nach nur drei Jahren war wieder Schicht im Eintopfschacht.