Eine Institution in der Szene des Berliner Umlands feiert dieses Jahr 30. Geburtstag: das Märkische Buffet auf halber Strecke zwischen Berlin und Frankfurt an der Oder.

Mein Finger fährt über die Landkarte. Märkische Schweiz, Spree­wald, Heideseen – plötzlich habe ich den Duft von sommertrockenen Kiefern­wäldern in der Nase. Kein Wunder, habe ich doch etliche Sommer meiner Kindheit zwischen den Seen des Urstromtals verbracht. Etwa zur selben Zeit, Ende der achtziger Jahre, hatte Eber­hard „Ebi“ Freyberg die Idee, am größten See der Mark Brandenburg einen Imbiss zu eröffnen. Motorräder rollten zunächst nur vereinzelt auf den Hof.

Frühe Jahre: Anfang der Neunziger nahmen die Motorradtreffen richtig Fahrt auf

Aber ab 1991 nahm das Geschäft mit den Bikern von alleine Fahrt auf. Viel tun musste der damalige Chef dafür nicht, denn die B 246 spült das Ausflugs-Volk quasi bis vor die Haustür. Das Buffet bietet sich geradezu an für die Verschnaufpause auf der Tour durch Spreewald und Oderbruch. Seit Anbeginn ist das robuste Holzhaus Anlaufstelle für Urlauber oder „schnelle Vorbeifahrer“, aber auch für Radler, Schiffspassagiere und Wanderer. Zwanzig Jahre lang schmiss „Ebi“ den Laden. Sein Sohn machte derweil die Ausbildung zum Koch, arbeitete einige Zeit im Einzelhandel, als Steuerfachangestellter und baute sich einen Party-Service auf. Und dann kam der Herr Papa mit der Idee um die Ecke, das Märkische Buffet an ihn abzutreten. Vor acht Jahren übernahm Steffen den Platz an Tresen und Herd, Ebi ging in den wohlverdienten Ruhestand.

Generationswechsel: Senior “Ebi” und sein Sohn Steffen Freyberg

Sein Sohn krempelte die Ärmel hoch. Der Imbiss bekam einen Anbau, eine überdachte Terrasse löste die alten „Futterstände“ ab. Eine Verkleidung soll nun daraus als nächstes einen Wintergarten machen. Und auch die Speisekarte nahm sich der gelernte Koch zur Brust. Neben den üblichen Snacks zaubert Steffen gern saisonale Leckereien, die er frisch selbst zubereitet. So wie Hamburger, Süppchen und Hausmannskost. Wie schon sein Vater hat auch Steffen Tipps und Karten auf Lager. Und das, obwohl er selbst gar nicht Motorrad fährt. Das tut dem fröhlichen Miteinander aber keinen Abbruch: Bei seinen Treffen im Frühling und Herbst schä­kert er mit seinen Stammkunden. „Ich hätte ja große Lust auf ein Quad, aber mir fehlt einfach die Zeit“, sagt der 38-Jährige seufzend.

Kein Wunder: Steffen schmeißt den Laden fast alleine. Nur ab und zu gönnt er sich eine Aushilfe. Anders bei den Treffen zum Saison­auftakt am 1. Mai und zum Abschluss am 3. Oktober. Damit Steffen an diesen Tagen den Rücken frei hat, packt die ganze Familie und der halbe Freundeskreis mit an. „Die Treffen sind ein großes Gemeinschafts­projekt, da bringt sich jeder mit seinen Rat und Tat mit ein.“ Als Ebi im Jahr 1990 das erste Treffen auf die Beine stellte, kamen zwölf Leute. Doch die Partys wurden zum Selbstläufer und lockten bald schon Hunderte an. Wenn sie alle am 1. Mai zum 54. Treffen ans Buffet kommen, parken die Motorräder wieder entlang der Bundesstraße und bis auf das Gelände des benachbarten Bahnhofs.

Info:

Treff: Märkisches Buffet, Beeskower Chaussee 9, 15864 Wendisch Rietz, 033679/229, Imbiss direkt an der B 246, www.maerkisches-buffet.de

Zeiten: Von April bis Oktober täglich bis 17 Uhr geöffnet, Montag ist Ruhetag. Im Winter von Montag bis Freitag zwischen neun und 15 Uhr geöffnet, an Wochenenden und Feiertagen nur bei gutem Wetter.

Wer: Touristen und „schnelle Vorbeifahrer“, ob per Lkw, Auto, Motorrad, Fahrrad, Schiff oder zu Fuß. Sie kom­men aus dem Berliner Umland und der Gegend um Frankfurt/Oder, Brandenburg oder dem Spreewald.

Hinweise: Offiziell beginnt die Saison am 1. April, aber falls das Wetter zu Ostern mitspielt, ist das Märkische Buffet auch da schon übers Wochenende geöffnet. Saisoneröffnung mit einem großen Korso der Motorradfreunde Brandenburg und Spendensammlung für die Heimkinderfahrt Tournau ist am 1. Mai, Saisonabschluss am 3. Oktober.

Ringsherum: Einen direkten Zugang zum „Märkischen Meer“, wie der Scharmützelsee auch heißt, gibt es nicht. Dazwischen liegen die Bahngleise. Aber Steffen verrät gern, wo man die besten Plansch-Strände und versteckte „Kuschelplätze“ findet.

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