Wer oder was ist ein „Ryd“? Das Internet spuckt eine Stadt in Südschweden, einen Schnulzensänger aus London und einen sportlichen Allround-Motorradhelm aus Japan aus.

Beim ersten Kontakt ist der Ryd gar nicht so einfach in der Shoei-Palette einzuordnen. Preislich liegt er nur unwesentlich unter dem sportlichen NXR, Doppel-D-Verschluss haben beide Helme, auf eine Sonnenblende verzichten sie. Wenn man erst einmal drin ist, nimmt sich die leicht ovale Passform auch nicht viel. Der Aha-Moment kommt beim ersten Reinschlüpfen. Der Einstieg des Ryd ist viel weiter geschnitten als der des sportlichen Bruders. Wenn man nach der Arbeit noch beim Geldautomaten anhält, danach beim Fitnessstudio und im Anschluss noch schnell ein paar Kleinigkeiten aus dem Supermarkt holt, muss man spürbar weniger Ohren-Verschleiß hinnehmen. Die Kehrseite: Es kommt auch mehr Zugluft von unten rein.
Zum Ausgleich dichtet das Visier tadellos ab. CWR-1 nennt sich die Visiermechanik. Wie Shoei-Nerds wissen, setzen die Japaner auch beim NXR auf dieses System. Mittels einer Feder zieht die Mechanik das Visier auf der letzten Rastung nach hinten, damit es an die Gummidichtlippe gepresst wird. Die Lüftungsschieber an Kinn und Stirn sind griffig und die Kanäle führen nicht ins Leere. Den Unterschied zwischen offen und geschlossen spürt man. Etwas lümmelig ist dagegen der Atemabweiser an der Nase. Oder vielmehr dessen Befestigung. Den Helm beim Einkaufen über den Ellbogen streifen ist fast Garant für Ersatzteilbedarf. 13 Euro kostet das Gummiteil im Fachhandel.
Anbauteile und Lackierung werden dem hohen japanischen Qualitätsanspruch gerecht. Alles ist sauber, nichts wackelt oder knarzt. Die flauschigen Kopf- und Wangenpolster gibt es zudem in verschiedenen Materialstärken zum selbst zusammenstellen. Derzeit gibt es den Ryd in XS bis XXL und sieben Unifarben. Wer nach den 399 Euro für den Helm noch Konsumlust hat, sollte über das famose Transitionsvisier nachdenken. Mit 149 Euro nicht ganz billig, aber die selbsttönende Scheibe ist im Alltag eine Wucht.

Hier geht´s zum Helm und hier zum Visier.