Mit dem Neotec II stellt Shoei den Nachfolger des beliebten System-Helms in die Regale. Müssen Shoei-Klappmützen-Freunde nun das Portemonaie zücken?

Ich habe einen Shoei-Kopf, keine Frage. Mit den japanischen Helmen komme ich immer gut zurecht und nach dem Multitec und der ersten Ausgabe des Neotecs, ziert nun der Nachfolger mein Haupt. Doch was ist neu am Neuen? Das offenbart sich gar nicht so schnell, doch für Freunde von Intercom-Anlagen dürfte der Shoei nun interessanter werden. Denn der „II“ ist vorbereitet für eine speziell für den Neotec aufgelegte Sena-Kommunikations-Anlage.

Pustefix: Die neu geformte Luftzufuhr im Kinnteil senkt das Geräuschniveau

Wohnzimmer: Bei Komfort und Passform liegt der neue vorn

Ebenfalls neu konstruiert sind die Belüftung, und das Visier. Auch am Klapp-Mechanismus feilte Shoei und erreichte durch ein stabileres Einrasten in der geöffneten Position die Homologation als Jet- und Integralhelm. Um die Sena-Anlage unterzubringen, musste man die Schale an diversen Punkten ändern. So findet sich am hinteren Abschluss noch ein kleiner Spoiler, der nicht nur aerodynamische Vorteile bringen soll, sondern auch das Bluetooth-Modul der Intercom-Anlage aufnimmt. Die Bedienungs-Einheit findet auf der linken Seite eine Aufnahme.

Weitere Features wie Ratschenverschluss aus Edelstahl oder Sonnenblende findet man bereits am Vorgänger. Die Sonnenblende lässt sich nun aber auch gegen eine gelbe Variante zur Kontraststeigerung austauschen. Auffälligstes Merkmal bei der Innenausstattung sind beim Blick von unten die Noise-Isolation-Wangenpolster, die den Helm nach unten hin noch dichter machen. Erhältlich sind die Wangenpolster aber auch in luftigeren Varianten und Stärken.

Beim Reinschlüpfen ins Shoei-Wohnzimmer merkt man, dass trotz gleicher Dicke der Wangenpolster (35) der Neotec II gegenüber dem Vorgänger etwas luftiger an den Wangen sitzt. Ansonsten fühlt man sich schnell zuhause. Klappmechanismus und Verschluss funktionieren wie gehabt prima. Die Lüftungs-Klappe am Kinn ist ebenfalls neu konstruiert, sehr leichtgängig und geöffnet deutlich leiser als beim Vorgänger. Was das allgemeine Windgeräusch-Level betrifft, liegt der „II“ auf dem Niveau des Vorgängers. In Sachen Komfort schmiegt er sich noch etwas heimeliger um die Denkfabrik.

Sena SRL für Shoei Neotec II:

Der Einbau der Sena-Intercom-Anlage gestaltet sich in Teilen etwas fummelig. Bis alle Kabel so verstaut sind, dass die Wangenpolster alles verdecken und auch wieder richtig sitzen, benötigt man schon ein gewisses Maß an Gelassenheit – oder Erfahrung. Die Komponenten selbst – Akku, Lautsprecher, Mikro – passen alle prima in die vorgesehenen Aussparungen. Vor allem das Bedienelement ist bemerkenswert dezent geraten. Die Steuerung über die drei Tasten will allerdings trainiert werden. Einfach nach einem Blick in die Bedienungsanleitung losfahren ist nicht. Der Klang geht eigentlich in Ordnung, leidet aber mit steigender Geschwindigkeit naturgemäß je nach Motorrad, ob mit oder ohne Scheibe, Verkleidung und so weiter. Die Koppelung mit dem Smartphone funktioniert problemlos. Die Sprachsteuerung geht ebenfalls in Ordnung. Vom Radioempfang darf man allerdings nicht zu viel erwarten. Kostenpunkt: 299 Euro.

Fazit: Einen guten Helm noch besser machen? Schwierig. Der „II“ ist in einigen Punkten besser als sein Vorgänger oder bietet mehr Ausstattungs-Möglichkeiten – keine Frage. Wer aber nicht gerade neuerdings mit einer Intercom-Anlage liebäugelt, kann auch mit dem „alten“ Neotec weiterhin glücklich bleiben.