„Pfui, draußen plästert es schon wieder“, stöhnt Erik, als ich mich in den Feierabend verabschiede. Im Treppenhaus setze ich den Schuberth R2 auf. Aus den integrierten Kopfhörern schallt mir „Purple Rain“ entgegen. Vielen Dank, Spotify.

Auf dem Heimweg beweist der Schuberth, dass er dicht ist. Sobald der Doppel-D-Verschluss verzurrt und das Visier geschlossen ist herrscht Ruhe im Karton. Kein Tropfen Regenwasser kommt an der Gummilippe vorbei. Das Gleiche gilt für den Fahrtwind und einen erstaunlich großen Teil der Geräusche. Und das, obwohl die leichte Bauweise weniger opulente Dämmung vermuten ließe. Der R2 liegt neutral im Wind und die Sicht durch die große Panoramascheibe ist auch super. Problematisch ist aber die unterste Rastung. Die zwei Plastiknäschen gehen so stramm übereinander, dass man zum Schließen beide Hände oder unangenehm viel Gewalt braucht. Gegen das stickige Gefühl hilft die Belüftung. Die großen Klappen an Stirn und Kinn lassen gut wahrnehmbare Mengen an Sauerstoff rein.

Mit dem seidig-weichen Stoff des tadellos verarbeiteten Innenfutters würde man am liebsten ein Sofa beziehen. Innen gibt es nicht nur Luxus sondern auch Hightech. Mikrofon, Antenne und Kopfhörer für das optionale SC1-Kommunikationsmodul sind ab Werk eingebaut und verkabelt. Nur noch die Bedieneinheit und den Akku in die dafür vorgesehenen Schächte im Kragen einklicken und Prince fängt an zu trällern, das Navi gibt Kommandos, Mutti ruft an oder der Tour-Kollege meldet Harndrang. Wer den Hunderter mehr für die Advanced-Version abdrückt bekommt mehr Akkukapazität und ein UKW-Radio.

Was? leichter Tourensporthelm

Für wen? ruhebedürftige Kradler

Kostet? 419 bis 499 Euro, Carbon 649 Euro, SC1 199 Euro, SC1 Advanced 299 Euro

Schuberth R2 SC1