Die nächste Sperrung: Die Nordhelle, die L 707 zwischen der Zufahrt zum Robert-Kolb-Turm und der Einmündung L 696 bei Herscheid-Reblin, ist ab dem 1. April bis Ende Oktober gesperrt. Das teilte der Landrat des Kreise Ende Januar mit. „Wir haben den Parkplatz gesperrt, Rüttelstreifen in die Fahrbahn einbauen lassen, Haltverbotsschilder aufgestellt und zuletzt die sogenannten Mittelschwellen in der Fahrbahnmitte der Applauskurve angebracht. Das alles hat nicht zum gewünschten Erfolg geführt, “ so die zuständige Fachbereichsleiterin Jutta Heedfeld nach der letzten Sitzung des „Runden Tisches Motorradlärm“. „Die Nordhelle ist eine der bestbeobachteten Strecken im Märkischen Kreis“, so die Vertreter der Polizei. Bei insgesamt 15 Unfällen, dabei 14 mit Krädern, seien neun Motorradfahrer in der Zeit ab 20. Mai bis 1. Oktober auf der L 707 verletzt geworden. Zwar habe es nach dem Anbringen der Mittelschwelle nur einen Unfall gegeben, die Gesamt-Unfallzahlen hätten sich aber stetig erhöht, gab Joachim Pieper von der Straßenverkehrsbehörde zu Protokoll.

Verständnis für die verärgerten Anwohner äußerten auch die Vertreter des Bundesverbandes der Motorradfahrer e.V. (BVDM) sowie der Biker Union e.V. Sie verwiesen auf die bei den Motorrädern zugelassenen dB-Grenzwerte, sprachen sich für die konsequente Verfolgung der „schwarzen Schafe“ unter den Zweiradfahrern aus, machten aber ihren Protest gegen die generelle Streckensperrung deutlich. „Wir werden das prüfen und ggf. juristisch dagegen vorgehen“, kündigten sie an. Die Sperrung der Nordhelle sei die 166. Straßensperrung in Deutschland. Die Erfahrung habe gezeigt, dass es lediglich eine „Verdrängung“ der Motorradfahrer auf andere Strecken gebe. Viele Sperrungen hätten einer juristischen Überprüfung nicht Stand gehalten.

Einig waren sich alle Gesprächsteilnehmer, dass es sich in der Tat um eine Minderheit der Motorradfahrer handelt, die sich nicht ordentlich benehmen. Eine giute Nachricht zum Schluss: Für diejenigen Anwohner, die mit dem Zweirad zur Arbeit müssen, soll es auf Antrag eine Ausnahmegenehmigung geben.

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