Alles fing vor drei Jahren an, als Michel zuschlug: Eine Suzuki DR 800 Big, der größte in Serie hergestellte Eintopf. Und nebenbei eine vorzügliche Reise-Enduro, was auch der ursprünglichen Intention des Kaufs entsprach. „Schnell habe ich angefangen, das ‚Reise’ abzubauen und das ‚Enduro’ aufzubauen“. Der erste Schritt war das Heck: Da dem Bonner das Hinterteil der vorangegangenen Serie mit 750 Kubik besser gefiel, musste das Original weichen. Was einfach klingt, entpuppte sich schnell als Pfriemelarbeit, denn am Ende sollen alle Spaltmaße passen.Der Heckrahmen war breiter als das Hinterteil der Vorgänger-Serie, so dass Michel die Plastikverkleidung erst zersägte und passend verbreiterte. Und da der Auspuff eh schon vom Rost angefressen war, musste Ersatz her.

Zweiflutig, gemoppst von einer Bandit und mitsamt Verbindungsrohr angepasst darf der Vierventiler ausatmen. Der Lenker kam ebenfalls neu und für geringere Handkräfte montierte Michel eine hydraulische Kupplung, beides von Magura. Zeta-Handguards schützen die Hebeleien und ein Leistungskrümmer hilft beim Landstraßenspurt. Das klare Highlight ist die Neulackierung im Lucky-Strike-Design. „Ich hatte früher mal einer Suzuki RGV 250 im gleichen Look“, begründet der gelernte Fahrzeuglackierer seine Wahl. Insgesamt sechs Wochen saß Michel nach Feierabend an dem Lacksatz, um penibel alle Details abzukleben. Das Ergebnis kann sich sehen lassen, alle Logos sind vollständig lackiert, Aufkleber sucht man vergebens. Was aber nicht heißen soll, dass die Big vom Fahr- zum Standzeug mutierte: Auch oder vielleicht gerade wegen des einzigartigen Finishs möchte Michel den Enduro-Part ausleben. Denn dafür wurde sie schließlich (um)gebaut.