Trotz der immer beliebteren Smartphone-Navigation sieht Garmin einen Markt für spezielle Motorrad-Navis und verpasst der traditionsreichen Zumo-Familie ein neues Oberhaupt: Der neue Zumo XT löst dabei den Zumo 595 ab.

Bei der Modellpflege hat Garmin die bekannten Schwachstellen des 595 konsequent ausgemerzt: Nicht sonnentaugliches Display, massive Akkuprobleme beim Betrieb ohne Kabel und schwieriger Seiteneinstieg in vorgeplante Routen. Fangen wir beim Display an: Dieses ähnelt nun einem Smartphone-Bildschirm. Es ist nicht matt, sondern glänzend, und reagiert nicht auf Druck – es registriert die Fingerberührung sensorisch. Bei sehr dicken Winterhandschuhen kann das schwierig sein, mitteldicke Übergangshandschuhe sind aber kein Problem.

Das neue Display ist mit 5,5 Zoll Diagonale etwas gewachsen, Garmin gibt eine viermal höher Leuchtstärke an und die Auflösung hat auch deutlich zugenommen. Im Ergebnis ist das Bild heller, kontrastreicher und detaillierter. Eine gewaltige Verbesserung, vor allem bei Sonne.

Der nunmehr fest installierte Akku zeigt sich standfest, bei 100 Prozent Bildschirmbeleuchtung hielt er in unserem Test drei Stunden und 48 Minuten durch. Ohne Kabel, versteht sich. Im Normalfall versorgt selbstverständlich die Halterung das Zumo XT mit Bordstrom. Beim Seiteneinstieg in eine vorgeplante Route verlangt auch der Zumo XT die Benennung eines Einstiegspunkts. Was immer dann schwerfällt, wenn man sich in der Gegend so schlecht auskennt, dass man das Navi benutzen muss. Zusätzlich bietet die Navigation jetzt aber die Option „Nächster Zugang“ an, bei der das Navi selbst den kürzesten Weg zur geplanten Route sucht. Das funktioniert meistens recht gut. Probleme kann es aber bei Rundtouren geben, wenn das Navi sich vorzeitig in die Schlusssequenz einschleifen möchte und so die große Schleife abkürzt.

Verbessert haben sich auch die Geschwindigkeit für Bildaufbau und Berechnung. Eine 1100 Kilometer lange Testroute über drei Staatsgrenzen hinweg berechnet das neue Zumo XT in 24 Sekunden, der ältere Zumo 595 brauchte für die gleiche Strecke 36 Sekunden. Garmin preist den Zumo XT auch als „Offroad-Navi“ an und verweist auf die vorinstallierte topografische Karte, die parallel zur üblichen Straßenkarte ausgewählt werden kann. Der Nutzwert ist aber gering, da sich die Topo- Karte nicht zur Routenplanung am PC heranziehen lässt und das Hantieren mit Höhenlinien oder ähnlichem Fachwerkzeug am Zumo-Display doch sehr mühselig ausfällt.

Fazit: Der neue Zumo XT macht sich auf dem Motorrad deutlich besser als sein Vorgänger Zumo 595. Eingespart wurde allerdings die Handy-Freisprechfunktion bei Nutzung in der Autohalterung, auch die Reifendrucküberwachung mittels Ventilsensoren ist nicht mehr mög­lich. Dafür ist der Zumo XT mit ei­nem Startpreis von 499,99 Euro rund 250 Euro freundlicher kalkuliert als das Zumo 595 beim Marktstart vor vier Jahren

www.garmin.de

Was?
Motorrad-Navi der neuesten Generation

Für wen?
Scharfe Routen-Kalkulierer

Kostet?
499,99 Euro

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