Panamericana Teil 4: Powwow

„Es ist nicht Wildnis, es ist Heiligkeit“, Wilton Goodstriker, Ältester vom Stamm der Kainai, beschreibt mir sein Land. Die Kainai sind einer von vier Stämmen, die im Süden der kanadischen Provinz Alberta und den angrenzenden US-Gebieten das Blackfeet-Territorium bevölkern. Es ist das größte zusammenhängende Siedlungsgebiet der nordamerikanischen Urbevölkerung.

Mitten drin liegt der Glacier Nationalpark. Auf kanadischer Seite ist er nach den wunderschön gelegenen Waterton Lakes benannt, die von steilen felsigen Bergen umrahmt sind. Die Mücken stechen durch die Jeans hindurch. Rehe und Mufflons laufen kauend zwischen den Häusern herum und in der Abenddämmerung soll man besonders vorsichtig fahren, dann kreuzen Schwarzbären die Straße.

Vielseitig: Der SUV ist Fortbewegungsmittel und Schminkstube

Kamerascheu: Der Powwow-Tänzer präsentiert seine Rückansicht

Nach dem Tanz ist vor dem Verkauf: John Daylight präsentiert seine Handwerkskunst.

Im Dörfchen Waterton treffen sich die Einheimischen zum Powwow. Die Nachfahren von Häuptling Sitting Bull kommen im SUV und tauschen darin auch ihre Alltagsklamotten gegen rituelle Kleidung.

Die traditionelle Zusammenkunft findet am Seeufer statt: Bunter Federschmuck, Mokassins, ein würdevoll mit langsamen Bewegungen vorausgehender Häuptling und begeistert mittanzende Kinder, Eulentanz und Siegesgesänge.

Nach der Feier schaue ich mir die selbst gefertigten Jagdbögen, Pfeile und Köcher von John Daylight an. Alles feinste Handarbeit. Schade, auf V-Strom ist kein Platz für Souvenirs.

Text & Fotos: Hans-Jürgen Weigt

Die Reiseroute I: bis zur Winterpause

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