Panamericana Teil 24: Der erste Schaden in Laredo

Amerikanische Hilfsbereitschaft erlebe ich am nächsten Morgen. Nach dem Ritt durch die Wüste habe ich der V-Strom abends einen halben Liter Öl spendiert. Verbraucht hat sie auf den 4600 Kilometern seit Calgary kaum etwas. Auch sonst hat ihr die Strecke anscheinend nichts ausgemacht. Trotzdem fahre ich mal kurz beim Fachhändler vorbei.

Mechaniker Jeff begrüßt mich lächelnd mit Handschlag wie einen alten bekannten. Ob er die Kette prüfen könne, sonst sei am Bike wohl alles in Ordnung, frage ich ihn. Eigentlich ist sein Terminkalender voll. Ich erzähle ihm, dass ich abends in Monterrey sein möchte und nicht weiß, wie lange die Abfertigung an der mexikanischen Grenze dauere. Wir kommen ins Gespräch. Eine Viertel Stunde später steht die Suzi auf dem Montageplatz und Jeff entdeckt ein Problem: Der Hinterreifen hat zu wenig Luft. Ein Metallstück steckt in der Lauffläche, vielleicht ein Draht von einem der vielen Reifen der Öllaster, die auf den letzten 600 Kilometern am Straßenrand lagen. Schade um den Bridgestone, dessen Profil die ersten 4600 Kilometer der Tour gut überstanden hat und mindestens doppelt so lange gehalten hätte. Mit einem geflickten Pneu möchte ich auf den holprigen, unsicheren Landstraßen Mexikos lieber nicht unterwegs sein. Also runter mit dem Pneu und den einzigen vorrätigen Reifen in der passenden Größe drauf. Keine bekannte Marke, aber offroad sei der ganz gut. Ich solle nur nicht versuchen, damit auf nasser Straße zu bremsen…

von hans-Jürgen Weigt

Die Reiseroute I: bis zur Winterpause

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