Panamericana Teil 15: Oldest Highway

Zehn Kilometer fährt man von Taos kommend den „Camino Real”, wenn man am Ortseingang von Santa Fe rechts abbiegt. Die nach Agua Fria führende zweispurige Straße ist menschenleer. Nicht einmal die neuzeitlichen Harley-Ritter mit ihren Bandanas verirren sich dort hin. Dabei fährt man über die älteste Fernstraße Nordamerikas. Sie erbauten die Spanier von der alten Aztekenhauptstadt Mexikos aus zunächst bis nach Santa Fe, später bis nach Colorado.

Neben den Spaniern legten nur die Franzosen wert auf eine befahrbare Nord-Süd-Verbindung. Sie nutzten den Mississippi und die großen Seen um ihre Besitzungen um Montreal in Kanada mit New Orleans und der Kolonie am Golf von Mexico zu verbinden. Die Routen der Amerikana, viele während des großen Treck nach Westen angelegt, klammerten die Nation zwischen Atlantik und Pazifik zusammen. Das sind auch heute noch die großen Verkehrsachsen, entlang derer die Interstates verlaufen.

Ihnen zu folgen macht mit dem Motorrad allerdings nur wenig Spaß. Denn dabei hat man nur die Wahl zwischen mit Trucks überfüllten Highways und kleinen Straßen, die von Ort zu Ort mit hunderten Ampeln führen. Ganz anders meine Nord-Süd-Route. Entlang der beiden Seiten der Rocky Mountains lebt noch der rustikale Charme des alten Westens fort. Der Verkehr ist viel geringer und die Pässe über die Berge gehören zu den schönsten Strecken, die das ansonsten Kurvenarme amerikanische Straßennetz zu bieten hat.

von Hans-Jürgen Weigt

 

Die Reiseroute I: bis zur Winterpause

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