Panamericana Teil 14: Im amerikanischen Kurvenparadies

Der höchste Harley-Laden der Welt wirbt an der Main Street. Ich parke neben den Big Twins. Drinnen hängen jede Menge T-Shirts, Jacken, Handschuhe. Zwei Fahrer mit Halstüchern auf dem Kopf kaufen Erinnerungsstücke ein. Die Sonnenbrille über die Stirn schoben. Die Nasen tief zerfurcht vom Sonnenbrand.

„Bist Du mit dem Solinger Kennzeichen unterwegs?“ Negativ. SO steht für Soest in Westfalen. Wieso denn mit deutschem Kennzeichen? Sie haben ihre Bikes ab Denver gemietet. Zwei Wochen durch die Rockies.

Silverton ist ein Treffpunkt für Biker. Die halb verlassene Minenstadt liegt zwischen 3000 Meter hohen Pässen mit vielen Kurven, sogar Serpentinen sind dabei. Indianerstämme haben hier schon vor Ankunft der ersten Weißen Silber gewonnen. Im 19. Jahrhundert war das Nest wie viele Nachbarorte eine sogenannte „Boomtown“. Man kann noch einige Bergwerke aus der Zeit besichtigen.

Zugleich liegt in der Umgebung die große Wasserscheide Nordamerikas. Einige Meilen östlich entspringt der Rio Grande. Ein paar Tausend Kilometer bis nach Laredo in Texas wird er zum Begleiter und mündet bald darauf in den Golf von Mexico.

Etwas nördlich liegt der Canyon des Gunnison Rivers. Spektakuläre 800 Meter tief hat sich der Fluss ins Land gegraben, ehe er in den Colorado mündet. Und der schafft es durch den Grand Canyon bis nach Nevada und Kalifornien.

Inzwischen ist der Besitzer des Ladens zu uns gekommen. Er freut sich über alle, die mit dem Motorrad herüberkommen. Immer mehr Leute seien mit Pickup und Anhänger unterwegs. Um dann mit dem Quad in den Bergen herum zu fahren.

 

Die Reiseroute I: bis zur Winterpause

Düsseldorf – Calgary – Alberta – Montana – Idaho – Wyoming – Utah – Colorado – New Mexico – Texas – Mexiko – Belize – Guatemala – San Salvador – Honduras – Nicaragua – Costa Rica – Panama – Kolumbien – Ecuador – Bolivien