Panamericana Teil 13: Heißer Ritt nach Durango

Stop and Go durch Montrose. Grüne Welle ist in den USA eher die Ausnahme. 42 Grad zeigt das Thermometer im Cockpit der V-Strom. Durch die luftige Motorradjacke weht kein Lüftchen. Hinauf zum fast 3400 Meter hohen „Red Mountain Pass“ kühlt es sich nur langsam ab, unter 30 Grad sinkt die Temperatur jedoch nicht. Das kann ja bei der Fahrt bis zum Äquator noch heiter werden, wenn hier oben in den USA die Hitze schon so heftig ist.

Noch einmal geht es einen kühlen Pass hinauf, über den Coalbank Pass, gut 3200 Meter hoch. Hinter der Passhöhe reicht der Blick weit ins Tal, fast bis Durango, wo in einer halben Stunde das Tagesziel erreicht ist. Etwa 20 Kilometer voraus steht eine hohe weiße Wolke über dem Bergkamm am ansonsten dunstig blauen Himmel.

Beim genauen Hinsehen erkennt man zehn Minuten später einen kleinen gelben Schimmer direkt über dem grünen Bergrücken. Ein Waldbrand. Eine kilometerbreite Flammenfront wird von dem kräftigen Südostwind heran getrieben. Aus einem Waldweg kommt ein roter Feuerwehr-Pickup. Sofort wird in der kleinen Fahrzeugkolonne, die sich auf dem Highway 550 gebildet hat, Platz gemacht. Dann schaltet der Wagen die Sirenen ein und gibt Gas. Zwei Kurven weiter hat er gewendet, steht jetzt bei den ersten Häusern im Tal und sperrt die Straße in die Berge.

Wildfeuer, durch Blitze oder Unachtsamkeit entzündet, sind jeden Sommer eine Plage in den ausgedehnten Wäldern Amerikas. Die riesigen Flammenwände finden reichlich Nahrung und es dauert manchmal Wochen, bis sie wirklich unter Kontrolle sind. Oft müssen sich die Firefighter darauf beschränken, sie von Siedlungen fern zu halten.

Vor Durango ist ein provisorisches Zeltlager für die Feuerwehrleute aus anderen Orten und Bundesstaaten vorbereitet. 50 kleine Zweimannzelte stehen da schon für die freiwilligen Helfer, die im Sommer beim Löschen helfen. Und ein paar Kilometer weiter wird ein provisorischer Hubschrauber-Landeplatz für die Lösch-Helikopter eingerichtet.

Durango, einst Ziel so mancher Westernhelden, ist heute eine hübsche Universitätsstaat. Die Bedrohung durch die Feuer in der pittoresken Landschaft drumherum ist nichts besonderes. An vielen Geschäften und Autos hängen Schilder und Aufkleber: „Thank you Firefighters.“

von Hans-Jürgen Weigt

 

Die Reiseroute I: bis zur Winterpause

Düsseldorf – Calgary – Alberta – Montana – Idaho – Wyoming – Utah – Colorado – New Mexico – Texas – Mexiko – Belize – Guatemala – San Salvador – Honduras – Nicaragua – Costa Rica – Panama – Kolumbien – Ecuador – Bolivien