Das soll die Zukunft sein? Ein 240 Gramm schwerer Plastikklumpen am Kinnteil? Für 700 Euro? Doch dieser Findling hat es in sich: Das Nuviz ist ein mit Hightech vollgepacktes Head-Up-Display (HUD) für Motorradfahrer – ein Quadcore-Prozessor verwaltet Beschleunigungssensor, Gyroskop, GPS, 8MP-Kamera, Höhenmesser, Bluetooth und feuert das Bild direkt vors rechte Auge.

Die Montage ist nicht einfach, das Gerät lässt sich nicht auf jeder Helmschale vernünftig ankleben – Anprobe mit dem eigenen Helm vor dem Kauf ist Pflicht. Und die Einstellmöglichkeiten des Kunstoffprismas, in das die Infos projiziert werden, sind leider ziemlich begrenzt. Das zugehörige Headset samt Mikro in den Helm einzusetzen und die Fernbedienung am Lenker anzubringen ist dagegen ein Kinderspiel. Anschließend App aufs Handy laden, registrieren, Telefon mit dem Nuviz paaren, Kartenmaterial runterladen und sich gründlich einlesen. Dann geht das Abenteuer los.

Das etwa briefmarkengroße LCOS-Microdisplay wird auf das rechte Auge justiert und ist trotz des geringen Abstands sauber ablesbar, die Darstellung ist verrückterweise sehr klar. Sieht aus wie ein halbdurchsichtiger Bildschirm im deutlich sichtbaren Plexiglasgehäuse. Das stört beim Fahren kaum, auch Gegenlicht nervt erstaunlich wenig. Zum Ablesen reicht ein kurzer Blick nach rechts unten. Das schnelle Fokussieren klappte bei unseren Testern unterschiedlich: Meist sehr gut und schnell, Kollege Moritz dagegen hatte mit der schnellen Erfassung Probleme.

Über das HUD und die Fernbedienung lassen sich Anrufe annehmen, der Musikplayer steuern, die ganz gute Qualität liefernde Video- und Fotokamera aktivieren, Geschwindigkeitsanzeige und Navigation einblenden. Für das Koppeln mit vielen anderen Bluetooth-Headsets soll ein Update kommen. Der ratzfatz austauschbare Akku ist mit 3250 mAh recht üppig und hält je nach Nutzung etwa einen Fahrtag. Ausgeschaltet fraß unser Exemplar allerdings ein wenig Strom. Gut: Es gibt einige Ersatzteile, sodass sich das teure Nuviz mit Einschränkungen auch reparieren ließe. (Nachtrag: Ein kräftigen Sturz hat das Nuviz mittlerweile auch überstanden – Helm zerkratzt, Nuviz heile).

Die Fülle von Funktionen ist erstaunlich, die einfach gehaltene Steuerung hat man nach einem Tag drin. Mit einem kurzen Seitenblick auf den Bildschirm lässt sich beispielsweise die Geschwindigkeit checken oder eben das auf der Here-Software basierende Navi nutzen. Wichtig: Das Fotografieren und Filmen während der Fahrt ist aus rechtlicher Sicht bedenklich. Auf diese Funktionen hätten wir gerne zu Gunsten von Baugröße, niedrigerem Preis und vielleicht eines stinknormalen UKW-Radios gern verzichtet.

Ein paar Details stören neben der Baugröße. Die Routenplanung dauert etwas länger und bei Geschwindigkeitsänderungen hinkt der GPS-Speed im Display dem Tacho naturgemäß hinterher. Das Headset ist recht kraftlos, hier empfiehlt sich ein leiser Helm und man sollte die Ohrhörer genau aufs Ohr ausrichten. Allerdings ist hier kürzlich ein Softwareupdate herausgekommen, dass wir noch nicht getestet haben. Neben einer Erhöhung der Maximallautstärke soll auch die Siri- und GoogleNow-Anbindung in diesem Update enthalten sein. Wir bleiben am Ball. Und beim Musikhören kann man zwar zum nächsten Titel springen, nicht aber zum vorherigen – jedenfalls haben wir das nicht hinbekommen.

Ein paar Details stören neben der Baugröße. Die Routenplanung dauert etwas länger und bei Geschwindigkeitsänderungen hinkt der GPS-Speed im Display dem Tacho naturgemäß hinterher. Das Headset ist recht kraftlos, hier empfiehlt sich ein leiser Helm und man sollte die Ohrhörer genau aufs Ohr ausrichten. Allerdings ist hier kürzlich ein Softwareupdate herausgekommen, dass wir noch nicht getestet haben. Neben einer Erhöhung der Maximallautstärke soll auch die Siri- und GoogleNow-Anbindung in diesem Update enthalten sein. Wir bleiben am Ball. Und beim Musikhören kann man zwar zum nächsten Titel springen, nicht aber zum vorherigen – jedenfalls haben wir das nicht hinbekommen.

Fazit: Das Nuviz ist ein sauteures Nerd-Spielzeug. Aber es funktioniert überraschend gut und lenkt weniger ab als gedacht. Die umfangreiche Hardware lässt sich mittels Software-Updates in Zukunft sicher noch besser ausreizen, hier gibt’s noch viel Potential. Insgesamt macht das Nuviz sogar Lust auf mehr: Größe und Preis werden perspektivisch schrumpfen, zu spezifischen Helmen passende Kits wären schön. Das Nuviz gibt’s bei Louis.