Versenkt man sich und Bike inkognito im Maisfeld oder haut es einen nachts auf einer einsamen Landstraße aus dem Sattel, kann es übel enden. Das automatische Notrufsystem „dguard“ benachrichtigt in diesem Fall den Rettungsdienst. Aber der kleine Notfall-Manager kann noch mehr.

Einbau Transalp: Ohne Strom läuft auch dguard nicht.

Das dguard-Notrufsystem ließen wir in eine Honda Transalp einbauen. Denn obwohl nicht viel zu verkabeln ist, muss das System ein autorisierter Betrieb einbauen – da geht der Hersteller kein Risiko ein. Die Transalp ist weitgehend frei von elektronischen Zauberkästen, sprich Steuergeräten und CAN-Bus-Systemen, was den Einbau vereinfacht. dguard benötigt zur Stromversorgung auch nicht viel. Einmal Plus und einmal geschaltetes Plus, damit es unterscheiden kann, wann die Zündung an, das Motorrad also in Betrieb ist und wann nicht. Beim Abgreifen von geschaltetem Plus können sich moderne Motorräder widerspenstig zeigen, weil nicht angemeldete Stromverbraucher die Onboard-Diagnose durcheinander bringen können.

Das Steuergerät werkelt im Verborgenen, an den Lenker kommt der rote SOS-Button, mit dem manuell ein Notruf abgesetzt werden kann. Nun noch die App aufs Smartphone laden und die Sache ist geritzt. Mit der App lässt sich das System konfigurieren und neben dem Rettungsdienst auch weitere Kontakte eingeben, die beim Unglück eine SMS bekommen. Um einen Notfall zu simulieren arbeiteten wir mit der Rettungsleitstelle zusammen. Kurz nach Auslösung via SOS-Button bimmelte dort das Telefon und die Koordinaten wurden per Sprachansage übermittelt. Das funktionierte gut, allerdings erscheinen die Daten nirgends in schriftlicher Form. Noch nicht wie uns dguard mitteilte. Dies soll aber geschehen, sobald alle Rettungsleitstellen dafür ausgerüstet sind. Bis dahin muss der Mann am Telefon die Infos mitschreiben.

Direkthilfe: Der Notruf kommt in der nächsten Rettungsleitstelle an.

Sicherer: Gerade abseits üblicher Routen kann das System von Vorteil sein.

Wer Angst hat, dass bei einem simplen Umfaller bereits mit Blaulicht zu rechnen ist, kann sich entspannen. Denn das System geht erst ab 15 km/h davon aus, dass das Motorrad fährt. Eine weitere nützliche Funktion ist die Diebstahlwarnung: Wird das Bike bei ausgeschalteter Zündung bewegt, erhaltet ihr eine Warnung auf euer Smartphone – die Funktion ist abschaltbar. Außerdem lässt sich euer Motorrad mit dguard orten. Eine nette Dreingabe ist die Möglichkeit, eure Touren aufzuzeichnen. Ein Export als GPX-Datei zur Weiterverarbeitung ist möglich. Der Preis von 569 Euro, inklusive Zwei-Jahres-Gebühr für die Nutzung des Mobilfunknetz ist auf den ersten Blick happig. Nach den zwei Jahren fällt eine jährliche Gebühr von 29,95 Euro an. Dazu kommen die Kosten für den Einbau. Kommt es jedoch nur einmal zum Ernstfall, hat sich die Investition gelohnt.

Text: Tom, Fotos: Tom, AG, msc

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