Oldtimer gehören ins Museum? Von wegen, die Piloten des norddeutschen Motocross-Classic-Cups zeigten in der abgelaufenen Saison wieder einmal eindrucksvoll, dass Altenpflege und Bestzeiten sich nicht auschließen.
Die MX-Classic-Szene gehört zu den motorsportlichen Sparten, die sich europaweit steigender Teilnehmerzahlen erfreuen und zusehends mehr Zuschauer an die Pisten locken. Besonderen Anteil daran hat der in drei Kategorien erstmals 2015 ausgefahrene Norddeutsche MX-Classic Cup.

Crosspiste statt Pflegedienst: Mit 81 Jahren lässt es Klaus Reissmann (Startnummer 75) immer noch krachen

Zehn Veranstaltungen wurden 2018 in die Serie eingerechnet. Am Ende hatten nach einer spannenden Saison die Leistungsträger die Nase vorn. In der Classic-Klasse konnte sich Mike Steude (Jesewitz) durchsetzen. Die Senioren-Wertung dieser Kategorie gewann Michael Koch (Wormstedt). Der Sieger in der Twin Shock-Klasse heißt Andreas Feldt (Grevesmühlen). Und die Titelträger der EVO-Klasse sind Erik Mussehl (Burg Stargard/ U45), Sven Philipp (MC Bernauer Schleife/Ü45 und Herbert Mussehl (Burg Stargard/Ü60).
Ältester Teilnehmer am MX-Classic-Cup war 2018 wieder Klaus Reissmann (Fuchshain/bei Leipzig) mit 81 Jahren. Er erzielte den zweiten Platz in der Classic-Wertung. Dass der Cup aber keinesfalls nur etwas für ältere Herrschaften ist, bewies der 22-jährige Marcus Mann als Fünfter der Twin Shock-Klasse. Klaus Reissmann lobt die Organisation und betont, dass es eine relativ günstige und unkomplizierte Serie mit attraktiven Strecken sei, die Magnetwirkung auf Classic-Crosser in Mitteldeutschland besitze. So auf die aktuellen Titelträger Steude und Koch, die wie Reissmann selbst Mitglieder in norddeutschen Clubs sind.
Text & Fotos: Hans-Jürgen Fischer