Dreitagebart für Speichenfelgen: Der Karoo kaschiert das “Street” gekonnt

Ein bisschen was wäre noch gegangen: Nach 14 000 Kilometern trennte sich unsere Dauertest-Tiger nur ungern von der Originalbereifung Trail Wing 501/ 502. Doch da Bridgestones Rundum- Sorglos-Gummis ohnehin zum Pannendienst mussten, garnierten wir die 800er vor einer Spritztour durch Dalmatien mit frischen Metzeler Karoo Street.

Aber Moment mal: Street – wie Straße? Klingt für eine Reiseenduro mit Pistenplänen schon fast unwürdig. Macht aber nichts, denn die Allrounder sehen fast aus wie waschechte Rallyereifen. Viel Negativprofil und große Schaufelblöcke am Hinterreifen lassen die Tiger nicht nur angemessen wild aussehen, sondern graben sich tatsächlich ein kleines bisschen besser in die Schotterpiste als die gewöhnliche Straßenenduro-Konkurrenz. Für Matsch oder nasse Wiese bleibt dieser Karoo allerdings ein Notbehelf, die runde Karkasse ohne herumgezogene Stollen schafft im Glibber nur einen Hauch von Seitenführung.

Auch, wenn er kernig aussieht, ist also vor allem drin, was draufsteht: ein wirklich guter Straßenreifen. Ohne spürbare Aufwärmphase weckt der Pirelli sofort Vertrauen, rollt komfortabel ab, pappt wie ein Gecko am Asphalt und krönt seine Vorstellung mit erstaunlichem Nassgrip. Da lässt sich verkraften, dass er bei Landstraßenspeed wie ein rumänischer Lkw klingt. Anders gesagt: wie der Original-Soundtrack echter Abenteuerreifen.

Was? Tourenreifen im Rallye-Kostüm

Für wen? Stilbewusste Reise-Enduristen

Kostet? Kaum mehr als der Tourance Next