Zum 30. Jahrestag der Grenzöffnung erinnerte man im ehemals durch eine Mauer geteilten Dorf Mödlareuth mit einem Korso an die Ereignisse des 9. November 1989. Über 100 einst in der DDR gebaute Zweitakter konnte Bayerns Innenmister Joachim Herrmann gemeinsam mit Oliver Bär (Landrat im Kreis Hof) nach dem symbolischen Durchbruch der (Styropor-) Mauer im knapp 50 Einwohner zählenden Dörfchen auf der Landesgrenze zwischen Bayern und Thüringen begrüßen. „Servus, servus. Schön, dass sie da sind“ riefen Herrmann und Bär den Trabant-, Wartburg-, Simson- und MZ-Fahrern entgegen.41 Jahre verlief die innerdeutsche Grenze mitten durch Mödlareuth. Die Amerikaner nannten den kleinen Ort zu Zeiten der deutschen Teilung „Little Berlin“.

 Die meisten Menschen in der DDR wussten freilich nichts von dem im Speergebiet liegenden geteilten Dorf, das mit vielen Fragmenten der ehemaligen Sperranlagen heute quasi ein Museum ist. Mauer, Grenzzaun, Beobachtungstürme, Kraftfahrzeugsperrgraben und Kolonnenweg sorgen noch immer für Beklemmung und ungute Gefühle. Der Ostteil von Mödlareuth war bis 1989 nur mit Passierschein zu erreichen. Vollkommen anders seinerzeit die Lage im bayerischen Ortsteil. Ein Heer von Schaulustigen der Westlichen pilgerten bis zu Wiedervereinigung nach Mödlareuth. Darunter hochrangige Politiker wie George Bush, er kam 1983 als US-Vizepräsident. Und zwei Tage vor den diesjährigen Feierlichkeiten machte auch US-Außenminister Mike Pompeo in Mödlareuth Station. Infos unter www. moedlareuth.de.

 

Text & Fotos: Hans-Jürgen Fischer

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