Ein Dieselmotorrad ist von Haus aus eine Seltenheit auf deutschen Straßen. Erst Recht, weil Besitzer Guido voll und ganz auf eine Lackschicht verzichtete. Er erzählt von seinem Umbau:

Die entlackten Einzelteile der Sommer Diesel

„Hallo zusammen, alleine die Tatsache, dass es sich um ein Dieselmotorrad der Marke Sommer handelt, ist schon nicht alltäglich. Bestellt habe ich das Motorrad im Herbst 2013 bei Erfinder und Erbauer Jochen Sommer. Weil ich leidenschaftlich konstruiere und schraube, ersetzte ich Im Laufe der Jahre immer wieder Bauteile durch selbst konstruierte Teile. Sie haben das Motorrad zu einem Unikat werden lassen. Ein Eigenbau- Lüftergehäuse stört die klare Linie der Sommer nicht so wie das Original, und ein LiFePo-Akku ersetzt den Blei-Energiespeicher.

Ein neues Aluminium-Lampengehäuse aus dem 3D-Drucker passt perfekt dazu. Da ich alle An- und Umbauteile schwarz pulvern ließ, wurde das Motorrad immer schwärzer, aber auch irgendwie immer langweiliger. Also setzte ich mir in den Kopf: Das Motorrad soll keinen Lack bekommen. Als Beschichtungsverfahren für alle Stahlteile habe ich das Sherardisieren (www.sherart.nl) ausgewählt und als Behandlung für alle rostfreien- und Aluteile das Trowalisieren.
Heute kenne ich jede Schraube mit Vor-und Zunamen – ich habe wirklich alles zerlegt – auch das Getriebe wurde von mir zerlegt, neu ausgebuchst und alles leichtläufiger gemacht.

Die Lampe der Sommer-Diesel kommt aus dem 3D-Drucker
Die Sommer-Diesel von Guido kommt ohne Lack aus

Außerdem habe ich den nächstgrößeren Hatz 1B50 mit genau einem PS mehr Leistung eingebaut, die es mir nun ermöglicht, auf der BAB mit LKW mitzuhalten. Sie ist das weltweit einzige sheradisierte Motorrad und der zwölf PS starke Single braucht nebenbei nur zwei Liter Diesel. Damit sind Reichweiten von 600 Kilometern machbar – bei bis zu 100 km/h.“

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