Italienische Liebe – Benelli-Treffen in Rehburg

von Ingo Müntz (Text & Fotos)

Bei Benelli-Bauer fand Anfang Juni zum zehnjährigen Geburtstag ein internationales Treffen statt. „Wir sind für den Geburtstag von Benelli-Bauer gekommen“, sagt Jetti Sjögren in ihrem harten Englisch mit finnischem Einschlag. Ihr Mann nickt derweil interessiert mit dem Kopf. Jari Saarinen ist der Bruder des tödlich verunglückten Benelli-Rennfahrers Jarno Saarinen. „In 1973 Jarno and Renzo Pasolini crashed“, sagt er. „Beide starben. Eine Tragödie für den Rennsport.“ Man erinnert sich an die Helden, spricht darüber. Und wendet sich 46 Jahre später wieder der Realität, dem Treffen bei Wilfried Blöthe auf dem Gelände und den vielen schönen Motorrädern, zu. Ja, sagen die beiden netten Finnen, wir sind nur wegen Wilfried hier.

Der schiebt zwischenzeitlich eine Benelli-Neuheit aus der Scheune. Neben der 502 C, einem Cruiser, steht die 752 S, ein sportliches Nakedbike. „Beides sind Zweizylinder und bewegen sich preislich zwischen 6000 und 7500 Euro“, sagt Blöthe und startet das Motorrad. Die Benelli-Freunde stehen um den Chef herum, fachsimpeln. Vielleicht doch lieber einen alten Sechszylinder? „Naja, Benelli ist die am schnellsten wachsende Motorradmarke der Welt“, sagt der Chef und glaubt, dass das Preis-Leistungsverhältnis für dieses italienische Bike schon stimme.

Auf dem Weg zum Benelli-Museum nebenan plaudern Burkhard Gelsdorf und Sandra Fiebich über die Benellis. Sandra nimmt auf einem alten Schätzchen Platz und macht eine wirklich gute Figur. Diese echte Patina, die gelebte Historie. „Wir mögen die Atmosphäre, die Leute sind locker und aufgeschlossen“, sagt sie. „Wir sind heute mit der Guzzi da und haben bereits die Ausfahrt zum Kaiser-Wilhelm-Denkmal mitgemacht“, ergänzt Burkhard Gelsdorf. „Mein Herz hängt ja ein wenig an dem alten Sechszylinder, der Sei. So viele habe ich wirklich noch nie gesehen.“

Während Wilfried Blöthe mit Paolo Fontana, Präsident des Motoclub Tonino Benelli, durch das angrenzende Museum streifte, knattert Klaus Scheffler mit 18 PS auf einer Motobi von 1960 auf den Hof. Nebenan stehen vier Holländer um eine Benelli und tauschen den Kupplungskorb, während ein aufgedrehter, tätowierter US-Boy lautstark mit ihnen fachsimpelt. Die coolen Klamotten und gefärbten Haare täuschen ein wenig über sein tatsächliches Alter hinweg. Vermutlich ist er so alt wie die Benelli auf der Bühne.

Chef Blöthe freut sich über die internationalen Gäste aus ganz Europa und Übersee. „Bin selber in 40 Jahren gut 500000 Kilometer auf Benelli gefahren“, sagt er und plaudert weiter mit dem italienischen Präsidenten. Mit einem Truck und drei Rennmaschinen sei Paolo angefahren und war zwei Tage unterwegs. „Für meinen Freund Wilfried – kein Problem“, sagt der in Italenglisch und fachsimpelt weiter über Farbgestaltungen aus den 50er Jahren. Infos unter 05037/968833 oder www.benelli-bauer.com.

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