Rechtsanwältin Michaela Rassat – Juristin der D.A.S. Rechtsschutz Leistungs-GmbH, D.A.S. Leistungsservic

Wer in den neuen Bundesländern mit 15 seinen AM-Führerschein macht, ist ein Jahr früher mobil als im Westen. In diesem Jahr wurde das Modellprojekt „AM mit 15“ um zwei Jahre verlängert. Doch wehe, der Fahrer macht rüber: Außerhalb des Gültigkeitsbereichs macht er sich strafbar.

„Gilt ein mit 15 gemachter AM-Führerschein auch im Rest Deutschlands, wenn der Fahrer noch keine 16 Jahre ist?“

Wenn der Fahrer noch keine 16 Jahre alt ist, darf er mit dem AM-Führerschein nur in den Bundesländern fahren, die am Modellversuch teilnehmen. Er darf nicht außerhalb des Hoheitsgebiets dieser Bundesländer unterwegs sein.

„Welche Folgen drohen ihm, wenn er in einem anderen Bundesland, welches nicht am Modellversuch teilnimmt, erwischt wird?“

Wird er in einem anderen Bundesland erwischt, begeht er die Straftat „Fahren ohne Fahrerlaubnis“. Bei Erwachsenen würde das bedeuten: Geld- oder Freiheitsstrafe bis zu einem Jahr. Die genaue Höhe der Geldstrafe richtet sich nach dem Einzelfall und nach dem Einkommen. Bei einem 15-jährigen wird Jugendstrafrecht zur Anwendung kommen. Also eine Jugendstrafe oder eine Erziehungsmaßregel (gemeinnützige Arbeit, soziale Trainingskurse, Verkehrsunterricht).

Es besteht ferner die Möglichkeit, dass die (nicht ausreichende) Fahrerlaubnis entzogen und eine Sperrfrist für die Neuerteilung verhängt wird (§§ 69, 69a StGB). Bei einem Unfall ohne Fahrerlaubnis ist der Versicherungsschutz eingeschränkt. Die Haftpflichtversicherung wird zunächst zahlen und den Fahrer dann in gewissen Grenzen in Regress nehmen.