Nach dem klobigen Nuviz dürfen Tilman und Till nun das zweite Head-Up-Display ausprobieren: Das französische EyeLights ist ein brandneues HUD – schlank, schick und mit echter Zukunftstechnologie.

Da schwebt tatsächlich ein Pfeil vor dem Auge, klar und deutlich. Darunter zeigt der durchsichtige Glaswürfel des EyeLights HUD die verbleibenden Meter bis zum Abzweig an. Rechts daneben gibt’s die GPS-gemessene Geschwindigkeit – die Zahl färbt sich rot ein, wenn man das im Kartenmaterial hinterlegte Tempolimit überschreitet. Kurz: Ein echtes HUD Navi. Und weitaus schlanker als das System von Nuviz, das wir vor einem Jahr testen konnten.

Die Pioniertat aus Frankreich kostet aktuell 499 Euro. Es besteht aus vier Teilen und wiegt rund 160 Gramm. Das wichtigste Element des HUD von EyeLights: Ein kleiner Plexiglaswürfel, der im Helm über Augenhöhe angebracht wird. Dazu Lautsprecher, aus denen man Navigationshinweise, Musik und Telefonanrufe hören kann. Ein Mikro für Sprachbefehle und Telefonie. Und ein Akkupaket samt Steuerungseinheit. Für acht Stunden soll der Saft reichen.

Das Ganze muss über Bluetooth mit dem Smartphone gekoppelt werden. Eine EyeLights-App ist obligatorisch. Der Betrieb des HUD saugt übrigens spürbar am Akku des Telefons. Eine Lademöglichkeit sollte deshalb auf langen Touren mit.

Der Einbau geht recht schnell, wie bei herkömmlichen Bluetooth-Headsets müssen Kopfhörer, Kabel und Co. eingesetzt werden. Und wir stecken einen der vier verschiedenen Halter des kleinen Displays oben rechts zwischen Kalotte und Schale in den Visierausschnitt. Alle Teile sind schnell wieder entnehmbar – Tilman montiert das System im Shoei RYD und Till im Shoei X-Spirit III.

Zur Funktion: Je nach Justage hat man den gestochen scharfen Navipfeil entweder immer im Sichtfeld, was sehr gewöhnungsbedürftig ist. Oder aber etwas oberhalb, sodass ein kurzer Blick nach oben rechts die wichtigsten Infos liefert. So spart man sich den zeitraubenden Blick auf Tacho und Navi. Hin und wieder muss man nachjustieren, weil vor allem der Helm nicht völlig starr an seinem Platz bleibt. Während Till vor allem im wuseligen Stadtverkehr vom schwebenden Pfeil als Orientierungshilfe angetan ist, muss Tilman sich länger daran gewöhnen und empfand die Display-Position beim NUVIZ (unten rechts) als angenehmer.

Dazu kommen die Ansagen des auf “Here”-Kartenmaterial basierenden Navis. So lässt sich recht flüssig navigieren. Zudem bietet die App diverse Routenoptionen wie etwa “am kurvigsten”.

Die Geschwindigkeitsanzeige aktualisiert sich gemächlich und hinkt beim Beschleunigen etwas hinterher. Der Sound ist gut. Und die Navi-Ansagen werden ohne Unterbrechung über die aus dem Smartphone kommende Musik gelegt. Auch das Telefonieren funktioniert einwandfrei.

EyeLights beschränkt sich auf Videoanleitungen, die zudem französischsprachig sind. Die Funktionen waren aber meist selbsterklärend. Die Google-Sprachsteuerung etwa startet man über einen Druck aufs zentrale Knöpfchen und auch zwei Knöpfe für die Lautstärke gibt es. Die USB-Ladebuchse ist etwas offenherzig verbaut.

 

Fazit: Das HUD von EyeLights ist eine Kombination aus Bluetooth-Headset, gut gemachtem Mini-Display und Navi-App. Dabei ist es ist schlank und die Hardware funktioniert ordentlich. Die Software könnte noch Feinschliff vertragen. Mit Software-Updates sind zudem künftig viele weitere Funktionen denkbar. Als Bote aus der Zukunft wirklich cool und eine wahre Pionierleistung – Chapeau. Einen niedrigeren Preis dürften die Franzosen trotzdem anvisieren. Weitere Detailarbeit versteht sich bei so einem neuen System von selbst. Ob man mit dem EyeLights etwas anfangen kann, sollte man erst nach einer ausführlichen Testfahrt entscheiden. Eyelights weist in diesem Zusammenhang ausdrücklich auf das gesetzliche Rückgaberecht hin. www.eye-lights.com

 

Was? HUD-System

Für wen? Digitale Vorreiter

Kostet: 499 Euro