Ein R mehr: Die neue Fireblade heißt mit vollem Namen CBR 1000 RR-R. Wofür der neue Buchstabe wohl steht?
Vielleicht für Rennstrecke, denn die Ingenieure ließen hektoliterweise Erfahrungen aus dem Rennsport ins neue Modell einfließen. Das beginnt schon beim Triebwerk. Der neue Fireblade-Motor orientiert sich in den Maßen von Bohrung und Hub am Aggregat der RC213V-S, einer straßenzugelassenen Replik der MotoGP-Maschine RC213V. Die Zylinderanordnung übernahm die Fireblade aber nicht, in ihr arbeitet nach wie vor ein Reihenvierer. In Sachen Verbrennungseffizienz und Reduzierung innerer Reibung kommen Technologien aus der RC zum Einsatz. Amorphe Kohlenstoff-Beschichtungen auf den Nocken sollen die Reibungsverluste im Ventiltrieb um 35 Prozent verringern. Statt der bisherigen Tassenstößel betätigen nun Schlepphebel die Ventile. Titanpleuel und Alu-Kolben verringern die trägen Massen des Motors zusätzlich. Der Schlund in der Frontverkleidung ist kein Design-Gag, sondern ein echter Stauluft-Kanal. Die Luft strömt im Interesse einer geradlinigen Führung direkt durch den Lenkkopf in die Airbox. Eine um vier auf 52 Millimeter Durchmesser gewachsene Drosselklappe bewacht den Weg Richtung Einlassventile. Hinaus geht es durch ovale Krümmer und einen von Akrapovic mitentwickelten Titan-Endschalldämpfer. Am Ende stehen saftige 217 PS auf dem Datenblatt.
Um die Power auf die Straße zu bringen, rollt die neue Blade hinten auf einem 200er Reifen. Außerdem bedient sie sich einer Legion von elektronischen Helferlein. Neben drei Fahrmodi, neunstufiger Traktionskontrolle, Wheelie Control und Kurven-ABS hat die 2020er Fireblade erstmalig eine Launch Control für perfekte Rennstarts im Gepäck. Kern des Elektronikpakets ist eine neue Sechs-Achsen-IMU, die auch den dreistufigen elektronischen Lenkungsdämpfer befehligt. Alle Systeme lassen sich per Vier-Wege-Schalter auf dem Fünf-Zoll-TFT durchknibbeln.
Der Alu-Rahmen und die Schwinge sind von der Pike auf neu um den kleineren Motor herum konstruiert. Das Chassis ist nur mehr auf Stabilität ausgelegt. Der Radstand verlängert sich von 1405 auf 1453 Millimeter, die Schwinge ist 30,5 Millimeter länger als beim Vorgängermodell. Die Gabel steht um ein Grad flacher und auch der Nachlauf wuchs um 5,2 Millimeter. Für zusätzliche Stabilität sollen in die Verkleidung integrierte Winglets sorgen. Für Federung und Dämpfung sind Komponenten von Showa verantwortlich. Vorne eine von Hand voll einstellbare Big Piston Fork, hinten ein ebenso einstellbares Balance Free-Federbein. Noch etwas raffinierter arbeiten die Federelemente an der SP-Version. Sie stammen aus dem Hause Öhlins und sind semi-aktiv. Auch die edlen Stylema-Bremssättel von Brembo sind der SP-Version vorbehalten. Den bidirektionalen Quickshifter gibt es auch in der Basis-Blade, allerdings nur gegen Aufpreis.

Technik
Motor: Vierzylinder-Viertakt-Reihe, flüssigkeitsgekühlt, vier Ventile pro Zylinder
Hubraum: 1000 cm3
Leistung: 160 kW (217 PS).
Drehmoment: k.A.
Assistenzsysteme: Kurven-ABS, TCS
Federweg v/h: 120 / 137 mm
Bereifung v/h: 120/70 ZR17 / 200/55 ZR17
Sitzhöhe: 831 mm
Bremse v/h: 330-mm-Doppelscheibe mit Vierkolbenfestsätteln / 220-mm-Scheibe mit Zweikolben-Schwimmsattel
Tankinhalt: 16,1 l
Leergewicht: 202 kg (Herstellerangaben)

Teilen: