Die zweite Version des Shoei GT-Air sollte noch komfortabler werden als der beliebte Vorgänger. Wir haben es uns im GT-Air II schon gemütlich gemacht.

Wie eine maßgestrickte Wollmütze: Fahrer mit „Shoei-Kopf“ fühlen sich auch im Neuen sofort zu Hause, nachdem der Schädel einmal durch den knappen Einstieg geschlüpft ist. Doppel-D-Freunde müssen sich an den Steckverschluss erst gewöhnen, da die Edelstahl-Ratsche aber ein entscheidendes Stück nach vorn gerutscht ist, spürt man das Ding nach dem Schließen ohnehin nicht mehr. Ebenfalls schön: Das Panorama ist riesig, und das leichtgängige Sonnenvisier deckt jetzt wirklich das gesamte Blickfeld ab.

Das Visier erfordert etwas Nachdruck, um in der vollständig geschlossenen Position einzurasten. Ohne das mitgelieferte Pinlock-Visier beschlägt die Scheibe dann noch im Morgenfrost, der Schieber am Kinn wirkt aber wie ein gutes Lüftungsgebläse. Gleiches gilt für die breite Lüftungsklappe am Oberkopf. Ein echter Schiebedach-Effekt, den wir uns gerne für wärmere Zeiten aufsparen.

Kehrseite der üppigen Lüftungsöffnungen ist ein mit dem Tempo steigendes Grundrauschen, das stark von der Kopfhaltung abhängt. Gut möglich, dass auch der Einbau der maßgeschneiderten Sena-Intercom (SLR2; 299,99 Euro) beruhigend wirkt. Wie jeder Helm sollte also auch der GT-Air II ausgiebig auf dem eigenen Motorrad Probe gefahren werden. Mit drei Schalengrößen und umfangreich individualisierbaren Innenpolstern dürfte er auf die meisten Köpfe passen. Und die meisten dürften sich in dieser behaglichen Mütze schnell zu Hause fühlen.

Guido Bergmann

 

Was? Verfeinerter Edel-Integraler

Für wen? Verwöhnte Straßenfahrer

Kostet? ab 499 Euro

Teilen: