Yamahas Kassenschlager WR 125 X verließ leise die Schauräume. Wir zeigen euch, worauf ihr beim Kauf einer Gebrauchten achten müsst.

Nachdem die WR 125-Reihe vor rund zehn Jahren die DT 125 ablöste, konnte sie an den Erfolg des Zweitakters anknüpfen. Vor allem die Supermoto-Version X verkaufte sich hervorragend. Der Viertakter war ein Novum und trumpfte mit Einspritzung und guter Verarbeitung auf.

Wer sich auf eine gebrauchte WR eingeschossen hat, sollte beim Kauf genau hinsehen: Die meisten Moppeds wurden Zeit ihres Lebens von Anfängern und Zweiradneulingen gefahren. Das muss grundsätzlich nichts Schlechtes heißen, aber eine sturzfreie X ist zumindest auf dem Gebrauchtmarkt so selten wie eine blaue Mauritius auf dem Flohmarkt. Zwar gehen die meisten Bodenkontakte glimpflich aus – nur Lenker, Blinker und Rasten möchten danach ausgetauscht werden – ein Blick auf Gabel, Lenkkopflager und die Achsen ist trotzdem unabdingbar.

Passt dort alles, ist der nächste Checkpoint der Motor: Der Single arbeitet in der Regel unauffällig und ist auch für höhere Laufleistungen gut. Das klappt aber nur, wenn die Pflege stimmt. Und genau da gilt es nachzuhaken: Vor allem der Öl-Stand wird häufig vernachlässigt und das 3000er-Wechselintervall großzügig ausgedehnt.Außerdem soll alle 6000 Kilometer das Ventilspiel kontrolliert und gegebenenfalls nachgestellt werden. Wer also kein durchgestempeltes Heftchen vorfindet, muss genau nachfragen, wie es um die Wartungs-Mentalität des Vorbesitzers steht.

Kommen im Stand bei warmen Motor bereits verdächtig klingende Mahl-Geräusche oder klickert der Zylinderkopf fröhlich die Melodie des Verschleißes, darf man Abstand nehmen – oder einen Tauschmotor einkalkulieren.

Checkliste:

  • Verschleißteile wie Bremse beleuchten
  • Ölstand und Wartungshistorie kontrollieren
  • Lenkkopflager und Gabelbrücke checken
  • Bei Zubehör-Endtöpfen: Zulassung überprüfen
Daumen hoch

Bremsen und Fahrwerk sind dem Tatendrang der Fahrer schonungslos ausgesetzt: Stoppie-Versuche, harte Wheelie-Aufsetzer und dergleichen gehören zum Alltag. Wenn nichts aus der Telegabel suppt und das Fahrwerk nach dem Einfedern ohne nachzuwippen wieder hochkommt, ist allem im grünen Bereich. Gut für Preisverhandlungen: Spätestens nach vier Jahren schreibt Yamaha einen Austausch der Gummi-Bremsleitungen vor.

Damit man auch bei Kontrollen auf der sicheren Seite ist, bedarf es einen Blick auf das Zubehör: Vor allem Nachrüst-Endschalldämpfer gehören zum Standard, Hebeleien und gekürzte Nummernschildhalter sind bei vielen Pflicht. Nur wenn alles eine Zulassung oder E-Nummer hat und der DB-Killer mitgeliefert wird, braucht man keine Angst vor der Rennleitung haben.

Technische Daten (Herstellerangaben)

Motor: Einzylinder-Viertakt, flüssigkeitsgekühlt
Hubraum: 125 ccm
Leistung: 15 PS (11 kW) bei 9000 U/min
Drehmoment: 12,2 Nm bei 8000 U /min
Reifen v/h: 110/70-17 / 140/70-17 (X)
Tankinhalt: 8,5 l