KTM entwickelt weiter und setzt bei modernen Zweitaktern auf Direkt-Einspritzung. Könnte das Konzept eines sauberen, sparsamen Zweitakters auch außerhalb der Offroad-Szene Sinn machen?

GSG-Mototechnik kann auf über 32 Jahre in der Motorradwelt zurückblicken. Seit 1998 besitzt der Betrieb eine Verifizierung für Qualitätsmanagement. Bis 2005 gehörten sogar Komplett-Fahrzeuge mit selbsthergestellten Rahmen zum Programm, aktuell umfasst das Portfolio vor allem Schutz-Pads für Zweiräder sowie Accessoires – über 90 Prozent davon entwickelt und produziert in Eigenleistung.

Gerhard Schweppe: „Ich bin mit der Zweitakt-Ära groß geworden: Mein erstes Motorrad für den öffentlichen Straßenverkehr war eine Yamaha RD 350, im Anschluss folgten Dreizylinder-Suzukis. Nach 71000 Kilometern auf einer GT 550 wechselte ich zum Wasserbüffel, der GT 750. Einen modernen, sauberen Zweitakter könnte ich mir schon aufgrund der heutigen Material- und Einspritztechnik gut vorstellen – ich denke da an Motoren bis 500 Kubik. Wenn man dann auch noch eine 125er mit moderner Technik und preiswert anbieten würde, fänden auch mehr Einsteiger den Weg zum Zweitakter. Außerdem dürfte an den Lochzylindern deutlich mehr Interesse bestehen, als an Elektromotorrädern. Dass man den sauberen Zweitakter nicht mehr am Geruch erkennen wird, dürfte für viele Fahrer ein Segen sein.  www.gsg-mototechnik.de

Seit Anfang 2017 ist Stefan Fuhrmeister neuer Inhaber von Zweirad-Service Mersch in Wuppertal. Er vertritt Suzuki und Aprilia, beides Marken mit langer Zweitakt-Tradition. Die Werkstatt repariert auch Motorräder anderer Marken. Axel Königsbeck sattelte seine Suzuki T 500 stellte die Frage des Monats.

Stefan Fuhrmeister: „Selbstverständlich würden saubere Zweitakter gut ankommen. Aprilia oder Suzuki hätten damit zunächst ein Alleinstellungsmerkmal und würden neue Türen aufstoßen. Im Übrigen wäre die Produktion in jeder Beziehung wirtschaftlicher, was sich auch auf die Preise auswirken dürfte. Aprilia hat für 2018 einen 50-Kubik-Zweitakt-Roller angekündigt, der Euro-4 erfüllt. Sie haben schon ihre Gründe, so etwas zu bringen.“ www.zweirad-mersch.de

Seit 1993 kümmert sich Motorrad Total in Stralsund als Kawasaki-Vertragshändler um die Belange der Motorradfahrer. Neben Kawasaki gehören TGB, Kmyco, Daelim, Hyosung und Beeline zum Portfolio. Volker Wahmkow stellte Werkstattmeister Thomas Reiche die Frage des Monats.

Thomas Reiche: „Das klingt in der Tat verlockend, wenn man die Vorzüge des Einspritzverfahrens mit den Fahreigenschaften des Zweitakters verbindet. Und warum soll, was bei Roller- und Bootsmotoren schon länger funktionierte, nicht auch für Motorräder gut sein? Zumal die Vorteile von Zweitaktmotoren im Rennsport ohnehin genutzt werden. Bleibt also abzuwarten, ob diese Motoren auch praxis- respektive straßentauglich sind. Das wiederum wird wesentlich davon abhängig sein, ob alle Umwelt- und Abgasnormen, Vorschriften und Grenzwerte eingehalten werden können.“ www.motorrad-total-hst.de

Seit annähernd zwanzig Jahren betreibt Zweirad-Mechanikermeister Andreas Weiss in Berlin-Spandau seinen auf BMW spezialisierten „Bei Meister Weiss Motorradservice“. In seiner Werkstatt in unmittelbarer Nähe des BMW-Werks bietet er neben Reparaturen und Wartungsarbeiten auch einen Felgen- und Reifenservice an. Detlev Blum stellte die Frage des Monats.

Andreas Weiss: „Die bekannten Vorteile des Zweitakters wie wenige bewegliche Teile, niedriges Gewicht und hohe Leistungsausbeute sind in allen Motorradsegmenten sinnvoll. Sollte es gelingen, die Abgas- und Verbrauchsproblematik in den Griff zu bekommen, sehe ich durchaus Chancen für ein Zweitakt-Comeback. Grundsätzlich bin ich der Ansicht, dass der Verbrennungsmotor noch nicht am Ende seiner Entwicklungsmöglichkeiten angelangt ist. Und zur Weiterentwicklung gehört auch, vernachlässigte Konzepte mit Hilfe verbesserter Fertigungstechniken, Materialien und Technologien zukunftsfähig zu machen.“ www.beimeisterweiss.de

Der bekannte Motorradrennfahrer Rainer Nagel bringt seit über 30 Jahren großen motorsportlichen Erfolge und Erfahrungen mit in seine berufliche Tätigkeit als Inhaber von Rainer-Nagel-Zweiradsport ein. Als Yamaha- und KTM-Vertragshändler ist er mit seinem Team in Darmstadt tätig.

Rainer Nagel: „Mit dem Anspruch auf Schadstoffreduzierung für unsere Umwelt sind Fahrzeuge mit Zweitaktmotoren nahezu vollkommen aus unserem Straßenbild verschwunden. Auch im Motorradsport hat sich der Wechsel zum Viertaktmotor vollzogen. Unvergessen bleiben die spezielle Motorcharakteristik mit hoher Effizienz und der Gewichtsvorteil des Zweitakters. Offroadfahrer vermissen diese Eigenschaften besonders. Genug Ansporn für die Entwicklungsabteilung von KTM. Als Resultat erlangten zwei innovative Zweitaktmotoren mit den 2018er Enduros Serienreife. TPI steht dabei für elektronisch gesteuerte Kraftstoffeinspritzung in die Überströmkanäle. Das bedeutet deutlich sauberere Abgase und geringeren Kraftstoffverbrauch. Euro-4-Abgasgrenzwerte werden damit erfüllt. Die Sportgemeinde jubelt. Vor dem Hintergrund verstärkter Anstrengungen aller Fahrzeughersteller in Richtung Elektroantrieb, sehe ich allerdings keine Reserven für ein wirtschaftlich vertretbares Comeback des Zweitaktmotors im Gesamtmotorradmarkt.“ www.ktm-darmstadt.de

Die MotoYama GmbH im Landkreis Ravensburg hat es sich zum Ziel gemacht, die Freude am Motorrad den Kunden weiterzugeben. Seit 2000 ist man Yamaha-Vertragspartner. Neben den Motorrädern bietet das Team auch Quads und ATV von Can-Am an. Vor vier Jahren nahmen die Geschäftsführer David Wagner und Jürgen Waizenegger KTM zum Angebot hinzu. Auf 550 Quadratmetern bieten sie viel Bike. Birgit Dietrich stellte die Frage des Monats Dezember.

David Wagner: „Jeder, der in früheren Jahren einmal in den Genuss gekommen ist, ein zweitaktgetriebenes Straßenmotorrad zu fahren, wird vom Zweitakter schwärmen. Jetzt nicht unbedingt vom Spritverbrauch, aber sicher von der Leistungsentfaltung und dem Charakter des Motors. Dieses Fahrgefühl ist mit keinem Viertakter zu vergleichen und macht einfach irre Spaß. Im Offroadbereich sind Zweitakter nach wie vor sehr beliebte Motoren mit einer großen Fangemeinde. KTM entwickelt dieses Konzept im Offroadbereich auch immer weiter. Aber eben nur im Offroadbereich. Für Straßenmotorräder wäre der Zweitakter natürlich auch ein brandheißer Motor. Dafür muss vor allem ein Kriterium erfüllt werden: Euro-4. Ob dieses Problem in naher Zukunft zu lösen sein wird, ist fraglich. Aber was nicht ist, kann ja (hoffentlich) noch werden.“ www.motoyama.de

Seit der Gründung 1979 in Würzburg leitet Familie Hemmerlein hmf. Schon vor über zehn Jahren wählten die Kunden das Familienunternehmen der zum kundenfreundlichsten aller Yamaha-Motorradhändler Deutschlands.. Als Vertragspartner von Yamaha, KTM, Triumph, Vespa und Zero im Fahrzeugbereich, aber auch als Stützpunkthändler von GIVI, Hepco Becker, Arai, Stadler, Büse, Motoport, Dane und vielen anderen Marken hat man sich am Markt etabliert.

Tom Hemmerlein: „Ein spannendes Thema, das natürlich Erinnerungen an die „good old times“ weckt. So eine 250er Zweitakt-Säge machte vor einigen Jahrzehnten definitiv Spaß. Es wäre sicher ein absolut leichtes Spaßgerät in Form einer Supermoto oder gar einem coolen Scrambler denkbar. Aber die Kunden für ein solches Konzept wären meiner Meinung nach zu selten. Und die aktuellen Viertakter in all ihren Varianten decken den Markt sehr gut ab. Da ist für jeden etwas dabei. Wichtiger wäre, dass die namhaften Hersteller den kommenden Boom mit alternativen Antrieben nicht komplett verpennen.“ www.hmf-motorrad.de