Wer soll uns schützen? Bisher sind es private Organisationen wie MehrSi, die sich um die Absicherung besonders gefährlicher Leitplankenabschnitte bemühen. Sollten solche Maßnahmen nicht schon bei Planung und Straßenbau selbstverständlich sein?

MHM Motorrad Hofmann Monsheim ist seit 40 Jahren ein Familienbetrieb in drei Generationen und Vertragshändler für Suzuki und Yamaha. Mittlerweile sind auch Fantic, NIU und Kumpan E-Roller hinzugekommen. Seit Anfang des Jahres sind Dieter Hofmann und sein Team im Monsheimer Gewerbegebiet zu finden, im neuen und bedeutend größeren Firmengebäude. Die Frage des Monats stellte Susanne Roth.

Ralf Doll: „Ich denke besonders an gefährlichen Streckenabschnitten für Motorradfahrer und an beliebten Strecken sollte das erst gar nicht zur Diskussion stehen, sondern schon als Selbstverständlichkeit mit eingeplant werden, wenn Straßenbauarbeiten anstehen. Es ist längst bekannt, wie gefährlich eine normale Leitplanke bei einem Sturz sein kann. Im schlimmsten Fall kann schon ein leichter „Rutscher“ mit anschließendem Sturz für einen Biker tödlich sein, wenn die „Rutschpartie“ in einer ungesicherten Leitplanke endet. Die Politiker sollten die Gesetzesgrundlage dafür schaffen, dass solche Maßnahmen erst gar nicht diskutiert werden müssen und Organisationen wie  MehrSi nur herangezogen werden, um mit ihrem Fachwissen eine Entscheidungshilfe zu geben.“
www.motorrad-hofmann.de

Bereits als Auszubildender kam Riccardo Schulz im Jahr 2003 zur M.C.F. Motor Company, einem der größten Honda-Vertragshändler im Raum Berlin-Brandenburg mit zwei Standorten. Seit 2006 berät er Kunden beim Kauf von Neu- und Gebrauchtmaschinen und Motorradzubehör. Detlev Blum fuhr in der Filiale in Berlin-Neukölln vorbei und stellte die Frage des Monats.

Ricardo Schulze: „Natürlich lässt sich Leitplankenschutz effektiver und bestimmt auch kostengünstiger einrichten, wenn bereits im Vorfeld die Notwendigkeit erkannt und in der Planung berücksichtigt wird. Allerdings habe ich das Gefühl, dass wir Biker beim Thema Sicherheit oft schlichtweg vergessen werden. Anders ist es kaum zu erklären, dass im Ausland gängige Dinge wie separate Fahrspuren und Haltezonen vor Ampeln für Zweiräder nicht auch in Deutschland eingeführt werden. Trotz stark gesunkener Unfallzahlen in den letzten zwanzig Jahren gibt es noch Verbesserungspotential bei der Sicherheit von Motorradfahrern und das fängt beim Straßenbau schon an.“
www.honda-motor-company.de

Seit 1994 ist Carl Stiddien, besser bekannt als „Ente“, Ansprechpartner für MZ. In seiner freien Werkstatt sind aber auch Fremdfabrikate gerne gesehen. Als Ausrichter des Ententreffens, das in diesem Jahr in die 49. Runde ging, ist er weit über die Grenzen seiner Heimat Wolfenbüttel bekannt. Wir stellten ihm die Frage des Monats.

Carl „Ente“ Stiddien:  „Schutz-Maßnahmen sollten bei Bau und Planung selbstverständlich sein – bei Planern, Politikern und allen Fachleuten. Aber wir Motorradfahrer sollten unsere Fahrweise trotzdem überdenken: In meiner Anfängerzeit um 1967 rum war ich der ‚Weltmeister’ persönlich, hatte in den ersten drei Jahren zwölf Abflüge und sieben Totalschäden. Schuld war immer ich selbst, Ausreden, wie blendende Sonne oder so, gelten da nicht. Ich hatte damals immer Glück – und tobe mich mittlerweile lieber auf Rennstrecken wie dem Hockenheimring aus. Auch wenn mehr Sicherheitsmaßnahmen hoffentlich Einzug ins Straßenbild finden, sollte man sich nie auf sie verlassen. Dann kommt man auch sicher nach Hause.“ www.motorradente.de

Seit 1969 ist Motorrad Schweiger aus Schwaig ein Begriff für Motorradfahrer. Von Beginn an Honda-Vertragshändler und seit 1972 auch Yamaha mit im Angebot, ist Schweiger einer der ersten Adressen zwischen Ingolstadt und Regensburg. Nicht selten kommen junge Kunden vorbei und erzählen, dass schon der Papa und der Großvater Kunden waren – oder sogar noch sind. Franz Schroll stellte die Frage des Monats.

Günter Schweiger: „Bei Planung, sowie Sanierung von Straßenbauten sollte es heute selbstverständlich sein, dass sich die staatlichen Straßenbaubehörden ihrer Verantwortung bewusst sind und gefährliche Leitplankenabschnitte automatisch entsprechend absichern, alles andere wäre verantwortungslos. Jeder Motorradfahrer finanziert mit seiner Kraftfahrzeugsteuer den Straßenbau mit, damit alleine leitet sich schon das Recht darauf ab, uns, die wir täglich mit den Motorrädern unterwegs sind, durch sinnvolle Sicherheitseinrichtungen zu schützen. Unsere verantwortlichen Politiker sollten sich durchaus einmal wieder ins Bewusstsein führen, dass das motorisierte Zweirad für Jugendliche auf dem Land oft das einzige Fortbewegungsmittel zur Schule, zur Arbeit und natürlich auch in der Freizeit ist.“
www.motorcyclefun.de

Der Motobike-Shop Frank Jörger in Offenburg ist seit 1995 der Ansprechpartner für Honda-, Ducati- und Peugeot sowie für alles rund um Motorrad und Roller. Neben Motorrädern findet ihr im 1500 Quadratmeter großen Ladenlokal auch Zubehör und Bekleidung.In der modernen Werkstatt können die Mitarbeiter auf einen eigenen Leistungsprüfstand zurückgreifen und auch Rahmenvermessung gehört zum Portfolio. Auch Miet-Motorräder sind im Angebot. Birgit Dietrich stellte die Frage des Monats.

Frank Jörger: „Die Leitplanke, so wie wir sie kennen, wurde vor rund 50 Jahren ausschließlich zum Schutze des PKW angebracht. Leider sehr zum Leidwesen der Motorradfahrer. Denn die Wahl der Höhe der Abprall-Planke wurde aufgrund der Durchschnittshöhe der PKW getroffen. Die Anzahl der Motorradfahrer hat sich im Laufe der Jahre mehr als Verdoppelt, was sich auch leider in den Unfallzahlen niederschlägt. Jedoch zeigt sich dies in der Entwicklung der Straßensicherheit viel zu wenig. Hier ist man immer noch auf dem Stand der 50iger Jahre. Die Ausrüstung mit Schützern könnte jedoch noch wesentlich effektiver vonstatten gehen, wenn Bund und Länder direkt bei der Planung neuer Straßenbaumaßnahmen den Unterfahrschutz mit einkalkulieren würden. Die Kosten und der Zeitaufwand hierfür wären wesentlich geringer, als diesen nachträglich anzubringen.“
www.motobike.de

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