Mehr Druck machen? Sollten unsere Interessenvertretungen von IVM bis BVDM mehr Druck auf die Politik ausüben, damit wir Zweiradfahrer bei der Verkehrsplanung der Zukunft nicht vergessen werden?

Doris Wiedemann ist weitgereiste Journalistin, die auch gerne Herausforderungen annimmt. Sei es mit dem Bike im Winter durch Alaska, durch China oder für die MotorradSzene in der Steilwand und auf dem Pitbike. Über ihre Erfahrungen hat sie etliche Bücher veröffentlicht. Bei zahlreichen Vorträgen könnt ihr Doris auch live erleben. Johann stellte ihr die Frage des Monats.

Doris Wiedemann: „Ich glaube nicht, dass wir durch Polarisierung mehr Toleranz erreichen. Obwohl ich es gut finde, wenn Interessenvertretungen wie der BVDM die Möglichkeiten unseres Rechtsstaates nutzen, um gegen einseitige Streckensperrungen für Motorradfahrer vorzugehen. Ich würde mir wünschen, dass beispielsweise die Mitglieder des IVM Ideen und Konzepte entwickeln wie sie im Rahmen der Entwicklung und Vermarktung ihrer Produkte zu einem rücksichtsvolleren und toleranteren Miteinander der verschiedenen Verkehrsteilnehmer und Anwohner beitragen können. Das betrifft meiner Ansicht nach auch die Lautstärke von Serienmotorrädern ober der Zubehörteile. Weil guter Sound nicht laut sein muss und die Durchzugskraft eines Motorrades Spaß machen soll und trotzdem keine Lärmbelästigung sein muss. Im Rahmen dieser Überlegungen könnte ich mir tatsächlich eine „Laut ist out“-Kampagne vorstellen.“ www.doriswiedemann.de

Die ZRM Zworad AG in Mannheim hat als Multi-Marken-Händler mit ebenso breitem Service-Spektrum ein breites markenübergreifendes Kunden-Klientel und weiß daher, worauf es dem Motorradfahrer ankommt. Das vor 25 Jahren gegründete Unternehmen ist Vertragshändler für Aprilia, Honda, Indian, Moto Guzzi und Triumph. Zum Leistungsangebot zählen ebenso Service, Instandsetzungen aller Marken sowie von „Classic-Bikes“ und Customizing. Die Frage des Monats stellte Susanne Roth.

Sandra Becker: „Ich denke, die Interessenvertretungen leisten hierbei sehr gute Arbeit, allerdings kann man den Politikern nicht oft genug auf den Schlips treten. Die Verbände wissen, was sie tun. So, wie wir unsere Kompetenzen im Sinne der Motorradfahrer haben und sich unsere Kunden auf unser Service-Know-How verlassen, so verlassen wir uns auf unsere Interessensverbände. Bei den Politikern gilt, je öfter unsere Interessen ihnen in Erinnerung gerufen werden, desto besser. Nur durch permanente Wiederholungen können bei Themen wie zum Beispiel Streckensperrungen, Leitplanken und der urbanen Verkehrsplanung Verbesserungen erreicht werden.Wir sind für alles dankbar, was die Verbände tun und freuen uns über jede neue Kampagne.“ www.zrm.de

Beim Zweirad-Center-Motodrom in Berlin-Friedrichshagen, Vertragshändler für Honda und Moto Guzzi, kümmert sich Andreas Abraham vor allem um die Beratung von Kunden der italienischen Traditionsmarke. Sein Aufgabengebiet erstreckt sich vom Verkauf von Neu- und Gebrauchtmaschinen bis zur Vermietung und Finanzierung. Zudem präsentiert er Motodrom auf Messen und Ausstellungen. Detlev Blum fuhr am Müggelsee vorbei und stellte ihm die Frage des Monats.

Andreas Abraham: „Bisher konnten vor allem Fahrradfahrer Verbesserungen ihrer Situation durch den verstärkten Ausbau von Fahrradwegen und Radfahrspuren erwirken. Das sollte eine Signalwirkung auf motorisierte Zweiräder, vom Roller bis zum Motorrad, haben. Schließlich tragen auch diese durch einen geringeren Bedarf an Verkehrs- und Parkraum zu einer Entlastung der Innenstädte bei. Bekannte Forderungen wie Zweiradparkflächen, Zweiradspuren und Wartebereiche vor Ampeln, sowie großzügige Vorbeifahrregeln am stehenden Verkehr können deshalb nicht oft genug vorgebracht werden. Von uns allen und von unseren Verbänden.“ www.honda-motodrom.de

Die Bochumer MotoMaxx-Niederlassung ist nach Hagen und Remscheid die dritte Filiale in der Region. Zudem sind die Wattenscheider seit Oktober 2015 offizieller Harley-Davidson-Vertragshändler. Das Team kümmert sich um Kunden und Freunde zudem mit Tourentipps, passender Bekleidung, schicken und sinnvollen Parts für das Bike. Und natürlich begleiten sie auch die Entscheidung zur eigenen Harley. Kompetent und mit umfangreichem Service halten sie die Fahne der Ami-Bikes hoch. Ingo Müntz stellte die Frage des Monats.

Julia Simon: „Ja, das sollten sie. Zum einen denke ich wirklich, dass lautere Auspuffanlagen mehr Sicherheit bringen. Nur sollen die nicht so laut sein, dass die Leute aus dem Bett fallen. Aber in einem humanen Rahmen, dass die Autofahrer sie noch hören können. Und machen wir uns nichts vor: In den meisten fällen verursachen Autofahrer die Motorradunfälle. Aktuell sind gefühlt alle Sicherheitsaspekte lediglich auf den Autoverkehr ausgelegt. Von Lobbyarbeit merkt man im Alltag eigentlich nichts. Einmal, zu Beginn des vermeintlichen Saisonstarts, gibt es einen Appell an die Autofahrer, vorsichtig zu sein. Aber irgendwie geht es dabei immer nur um die Sicherung des Eigenwohls. Ich glaube, jeder Fahrschüler sollte mal zumindest auf einen Motorradsimulator steigen, um zu wissen, wie man sich als Motorradfahrer fühlt. Wenn auch nur vorübergehend.“ www.motomaxx.de

Das Familienunternehmen Modeka besteht bereits seit 70 Jahren. Vor gut 30 Jahren setzten Lederkombis, konsequent für den Straßen- und Rennsport konzipiert, einen weiteren Meilenstein in der Historie der Beckumer Lederschmiede. Neben Bekleidung vertreiben die Modeka-Leute Handschuhe und sinniges Zubehör für On-Road-, Touring- oder Adventure-Fahrer. Ingo Müntz stellte die Frage des Monats an Produktmanagerin Lou Windau.

Lou Windau: „Ich wohne in Münster und wenn ich sehe, was dort alles für Fahrradfahrer getan wird: große Umfragen, neue Infrastruktur und es gibt Budget, das zur Verfügung gestellt wird. Darum wünsche ich mir deutlich mehr Engagement. Auch im Bereich Sicherheit. Zum Beispiel klarere Vorgaben für die Motorradbekleidung aller Hersteller. Denn die Motorradfahrer sollten besser als Mensch erkennbar sein. Da könnten zum Beispiel Sicherheitsreflexe an den Gliedmaßen helfen. Die aktuellen Zertifizierungen sehen viele Vorschriften für Protektoren vor. Aber nicht für die Sichtbarkeit bei Tag und Nacht. Wir mussten in einem Scotchlite-Workshop erfahren, dass auch Warnwesten nicht optimal sind – weil sie keine menschliche Silhouette darstellen. Vielleicht sollte man aber auch mal früh in die Schulen gehen. Denn da kommt nach der Fahrradschule in der vierten Klasse gar kein Verkehrsunterricht mehr. Erst wieder, wenn der Führerschein ansteht.“ www.modeka.de

Schon vor über zehn Jahren wählten die Kunden das Familienunternehmen der Hemmerleins zum kundenfreundlichsten Yamaha-Motorradhändler Deutschlands. Aktuell sind bei „hmf“ annähernd 20 motorradbegeisterte Mitarbeiter für alle Belange der Kunden da. Vom Neufahrzeug über Gebrauchte, vom Helm bis zur Socke, vom Heizgriff bis zum Koffersystem: hmf hat auf insgesamt über 1500 Quadratmetern eine Motorradwelt in Würzburg. Als Vertragspartner von Yamaha, KTM, Triumph, Vespa und Zero im Fahrzeugbereich, aber auch als Stützpunkthändler von Givi, Hepco & Becker, Arai, Stadler, Büse, Motoport, Dane und vielen anderen Marken, hat man sich am Markt etabliert. hmf in Würzburg wird seit der Gründung 1979 unverändert von der Familie Hemmerlein geleitet.

Tom Hemmerlein: „Ja, das finde ich definitiv. Das motorisierte Zweirad, sei es Roller oder Motorrad ist meiner Meinung nach ein von der Regierung bewusst oder unbewusst völlig unterschätztes Fortbewegungsmittel. Neben den Elektrofahrzeugen, die hoffentlich auch bald von den Markenanbietern für bezahlbares Geld mit guter Qualität und Technik angeboten werden, sind auch viele Roller und Motorräder super für Pendler und kurze Strecken geeignet. Nicht überall rechnet sich der ÖPNV, nicht überall gibt es ausreichend Parkplätze. Manchmal beschleicht mich leider das Gefühl, dass das Zweirad in der Planung der Politik für die Zukunft keinen Platz hat neben E-Bikes, Pedelecs und natürlich PKW. Das sieht man zum Beispiel schon an der Umweltprämie, die nicht für Bikes gilt.“ www.hmf-motorrad.de

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