Was haltet ihr von legalen Auspuffanlagen mit Klappensteuerung?

Bereits die vierte Generation ist seit 1974 im Familienbetrieb der Holzleitners am Start. Die BMW-, Ducati- und Yamaha-Vertragshändler bieten neben sämtlichen Werkstatt-Dienstleistungen auch Bekleidung und Zubehör. Nicht weniger als 34 Angestellte und die zwei Chefs Ferdinand und Thomas Holzleitner stehen als Ansprechpartner zur Verfügung. Beim Bike & Business-Award „Motorrad Händler des Jahres“ wurde die Firma von der Jury auf den zweiten Platz gewählt. Franz Schroll stellte Verkaufsberater Axel Rudert die Frage des Monats.

Axel Rudert: „Die neuen Abgas- und Geräuschnormen verändern deutlich den Klang von Motorrad-Auspuffanlagen. Leider fast immer zum Nachteil des Akus- tikenthusiasten, des Fahrers. Aber auch die normalen Zubehöranlagen haben neben ihrem lauten und tollen Sound einen gewaltigen Nachteil. Sie sind eben immer laut. Und wer den DB-Eater entfernt…Stop, ab hier wird es illegal! Wir empfehlen daher, den Klappenauspuff mal genauer zu begutachten. Schlaue Technik und cooles Design vereinen sich in einem super Endprodukt, welches die gesetzlichen Vorschriften einhält. Laut über die Landstraße knattern oder bei geschlossener Klappe leise durch die schlafende Gemeinde schleichen. Wir sind auf jeden Fall stark begeistert!“

Motorrad Holzleitner

MHM Motorrad Hofmann Monsheim ist seit 40 Jahren ein Familienbetrieb in drei Generationen und Vertragshänd- ler für Suzuki und Yamaha. Mittlerweile sind Fantic, NIU und Kumpan E-Roller hinzugekommen. Seit Mitte Januar hat das Motorrad Hofmann-Team die neuen und viel größeren Geschäftsräume in Monsheim bezogen. Susanne Roth stellte Inhaber Dieter Hofmann die Frage des Monats.

Dieter Hofmann:„Diese Systeme arbeiten in der Regel sehr zuverlässig und problemlos. Da sie das ganze Leistungsspektrum unter Einhaltung der gesetzlichen Vorschriften in allen Fahrsituationen gewährleisten, gibt es von uns für klares„Daumen hoch“. Auspuffklappensteuerungen bei modernen und aktuellen Motorrädern dienen einzig und allein der Geräusch- reduzierung zur Einhaltung der gesetzlichen Geräuschvorschriften in verschiedenen Fahrsituationen. Wird das Motorrad im unteren Drehzahlbereich bewegt, sorgt die Elektronik dafür, dass die Auspuffklappe nur minimal geöffnet ist, was auch gleichzeitig Drehmomentfördernd ist. Bei höherer Drehzahl öffnet sich die Klappe in Verbindung mit der Drosselklappenstellung und sorgt, unter Einhaltung der gesetzlichen Vorschriften, somit für einen schnelleren Abgasdurchsatz und eine höhere Spitzenleistung. Die Klappensteuerung erfüllt somit ihren Zweck.“

MHM

Viking-Cycles aus Lübeck ist Vertragshändler für Indian und Triumph und hält darüber hinaus immer eine Auswahl werkstattgeprüfter Gebrauchtfahrzeuge sowie Bekleidung bereit. Die Fachwerkstatt bietet Wartung und Inspektion ebenso an wie Tuningmaßnahmen, Umbauten entsprechend der Kundenwünsche und Hauptuntersuchen. Wilfried Johst stellte die Frage des Monats.

Martin: „Die Frage ist nicht einfach mit für und wider zu beantworten, die Wahrheit liegt wie so oft in der Mitte. Natürlich erscheinen auf den ersten Blick die Klappensysteme als nicht umwelt- und sozialverträglich, da sie die zulässige Lautstärke überschreiten können. Aber hierfür ist letztlich wie bei vielen Dingen der Anwender verantwortlich, denn mit den klappengesteuerten Auspuff- anlagen kann und sollte man möglichst gesetzeskonform unterwegs sein. Auch das Gegenteil kann man erwirken: Mit vielen Anlagen kann der Lärm sehr zum Gefallen von Anwohnern und Erholungssuchenden deutlich reduziert werden. Die Anlagen sind übrigens nicht nur auf Akustik getrimmt, sie dienen auch der Optimierung in Form von Abgasreduzie- rung und möglicher Leistungssteigerung. Wir empfehlen nur Anlagen von renommierten Anbietern, die legal sind und technisch ausgereift ihren Job machen.“

Viking Cycles

Seit 1990 betreibt Frank Rössig in Düsseldorf-Holthausen eine freie Werkstatt, in der er Motorräder und Scooter der meisten Marken repariert. Daneben widmet er sich dem An- und Verkauf von Gebrauchtmaschinen. Mit Rössig sprach Axel Koenigsbeck über das Thema des Monats Februar.

Frank Rössig: „Davon halte ich überhaupt nichts. Es kann ja nicht sein, wenn sich gut betuchte Leute für teures Geld eine solche Anlage leisten können, um dann den ‚Lauten‘ zu machen. Ich finde es peinlich, mit un- nötigem Lärm durch die Gegend zu fahren. Will man Motorrad fahren oder Radau machen? Die Praxis sieht doch so aus, dass sich viele Anlagen per Knopfdruck laut stellen lassen. Ich hatte unlängst eine Road King mit einer KessTech für die HU hier. Der Auspuff war auf laut gestellt, als der TÜV-Prüfer die Maschine anließ. Den Stempel gab es natürlich nicht…“

Moto Rössig

Seit 1986 arbeitet Andreas Ohneszeit bei A.T.T. Berlin, die vor allem den Liebhabern italienischer Motorräder in Ber- lin und Brandenburg bestens bekannt sind. In Berlin-Wannsee direkt an der B 1 kümmert er sich als Werkstattleiter des Händlers der Marken MV Agusta, Mash und Fantic um Service, Reparaturen und Umbauten der Kundenmaschinen. Detlev Blum sattelte seine CX 500 und stellte die Frage des Monats.

Andreas Ohneszeit: „Bei A.T.T. sehen wir Klappensysteme durchaus kritisch im Hinblick auf den zusätzlichen Wartungs- oder Reparaturaufwand, den der Kunde ja letztendlich bezahlen muss. Allerdings dient bei aktuellen Modellen die serienmäßige Auspuffklappe neben dem Geräuschmanagement auch der Verbesserung der Leistungskurve, was mit einer herkömmlichen Anlage nur eingeschränkt möglich wäre. Nachrüstanlagen mit manueller Steuerung bringen in der Regel weder mehr Leistung noch mehr Drehmoment. Hier geht es nur um den Sound. Von solchen Lösungen raten wir ab, weil damit der Garan- tieanspruch des Kunden gefährdet ist und bei all unserem Tun die Kundenzufriedenheit oberste Priorität hat.“

A.T.T. Berlin

Mop ́nRoll eröffnet neben seiner Filiale in Köln auf der Escher Straße nun auch in Bergisch-Gladbach sein zweites Geschäft. Mit so klangvollen Namen wie Norton, Royal-Enfield, Mondial, Benelli und Zero sowie Rollern, Quads und weiteren Fahrzeugen aus dem Bereich der E-Mobilität wird es jeweils am 10. und 17. März eine zünftige Eröffnungs- veranstaltung geben. Als freie Werkstatt kümmern sich die Mitarbeiter um Geschäftsführerin Edith Gerhold sowohl um Motorradverkauf und Wartung, als auch um Reparaturen. Die Frage des Monats stellte Henning Rest Marcel Schraaf, dem Zweiradmechaniker von Mop ́nRoll.

Marcel Schraaf: „In meinen Augen ergibt es keinen Sinn, wenn doch das Fahrzeug mit legaler Klappe nicht lauter als mit klappenloser Anlage sein soll. Bestenfalls schützt es innerorts geringfügig die Anwohner, wobei es damit am Ortsschild auch schon wieder vorbei ist. Das ist meiner Meinung nach Unsinn und verursacht nur zusätzliche Kosten, denn auch so ein unnützes System kostet in der Herstellung und schlägt sich im Preis für das Fahrzeug nieder. Wenn es wenigstens noch dazu beitragen würde, die Luft zu reinigen, sprich Abgasemis- sionen zu verringern, dann könnte ich in einer Klappensteuerung noch einen Sinn entdecken, so aber leider nicht wirklich.“

Mop´nRoll

Zweirad Waibel kann auf stolze 110 Jahre Firmen- und Familiengeschichte zurückblicken. 2015 übernahm der ge- lernte KFZ-Mechatroniker und studierte Ingenieur Martin Waibel in der vierten Generation die Geschäftsführung. Die Hausmarken am aktuellen Standort in Wiernsheim-Pinache sind KTM und Kawasaki. Birgit Dietrich stellte Ge- schäftsführer Martin Waibel die Frage des Monats:

Martin Waibel: „Generell finde ich, dass zum Fahrspaß ein schöner Motorsound dazu- gehört. Wenn man per Knopfdruck den Sound an die Umwelt und das Wohlbefinden anpassen kann, ist das natürlich eine luxuriöse Spielerei. Ich persönlich bin der Meinung, dass sich diese elektrische Soundvariation an die geltenden Vorschriften halten sollten. Des Weiteren halte ich aber den Einsatz von noch mehr Elektronik für übertrieben. Erwirbt man ein solches System im Zubehör, ist das inklusive Montage eine kostenintensive Anschaffung. Wenn überhaupt, würde ich es begrüßen, wenn ein solches System schon ab Werk vom Hersteller eingesetzt würde. Die Steuergeräte und nötigen Schalter sowie Displays sind eh schon für Fahr- und Dämpfungs-Modi vorhanden. Da wäre es kein großer Aufwand, noch Sound-Modi zu ergänzen. Im Hinblick auf Preis, Garantie und Umsetzung wäre dies wohl die stimmigste Lösung. Bis dahin kann der Motorradfahrer auch ohne zusätzliche elektrische Klappensteuerung durch die passende Gangwahl und Gasgriffstellung jeder- zeit selbst für seinen persönlichen Sound sorgen.“

Zweirad Waibel