Wo ist das Bordwerkzeug hin: Früher gab es zumindest das nötigste Werkzeug, mittlerweile fehlt häufig der Platz, um Schraubendreher & Co. zu verstauen. Sinnvoll, da man eh nichts mehr machen kann, oder eine lästige Markt-Entwicklung?

Die Geschichte von Schomaker in Werl reicht bis ins Jahr 1993 zurück: Damals entstand die Idee, sich als Honda-Händler selbstständig zu machen. Die Grundsteinlegung erfolgte im November 1994, seitdem findet man das Team an der Hammer Straße. Mittlerweile ist auch KTM mit Neufahrzeugen und Service mit im Boot. Die Frage des Monats stellte Moritz Schwertner.

Werner Schomaker: „Das Bordwerkzeug gibt es nach wie vor bei unseren Marken Honda und KTM. Es ist aber je nach Hersteller sehr unterschiedlich in Ausstattung und Qualität. Bei den Japanern ist es traditionell eher spärlich – auch bei unseren Hondas, wo das Werkzeug unter der Sitzbank untergebracht ist. Bei KTM ist das Bordwerkzeug umfangreicher und in besserer Qualität. Das beste ist bei KTM der serienmäßige 17er (Flaschenöffner), der jeder Textil-Rolltasche beiliegt. Nur passt es bei einigen Modellen nicht mehr unter den Beifahrersitz, da dort der ktivkohle-Filter für die Euro-4-Zulassung untergebracht ist. Aber an sich hat das Bordwerkzeug für mich einen zu großen Stellenwert: Moderne Fahrzeuge gehen kaum noch kaputt, und wenn, dann kann man sich meistens unterwegs damit auch nicht helfen. Und selbst bei kleineren Defekten hilft Alibi-Werkzeug kaum – oder hat schon mal jemand versucht, damit ein Hinterrad auszubauen? Für die große Tour dann lieber einen richtigen Satz Werkzeug mitnehmen.“ www.ktm-werl.dewww.cbbc.de

Dieter Beck begann seine Zweiradlau ahn 1971 auf einer Zündapp. Mittlerweile ist er in der Klassik-Motorrad-Szene unterwegs, aktiv im Classic British Bike Club, im Royal Enfield-Forum und Veranstalter von klassischen Motorradtreffen. Susanne Roth stellte die Frage des Monats.

Dieter Beck: „Ich empfinde das eher als eine lästige Marktentwicklung, dass man mittlerweile ohne, wenigstens einem kleinem„Notfallbesteck“ mit dem Motorrad unterwegs ist. Da ich  seit 1971 auf zwei Rädern unterwegs bin, kann ich mich gut erinnern, dass in den 70er Jahren die Motorräder mit ausreichend Bordwerkzeug von namhaften deutschen Herstellern und sogar mit einer Luftpumpe ausgestattet waren. Sicherlich konnte man sich zu dieser Zeit noch gut selbst weiterhelfen und auch das nötige Fachwissen war bei den meisten Bikern vorhanden. Was beides heute nicht mehr im Trend ist, da man nur noch wenig selbst machen kann an den modernen Zweirädern und auch das Wissen oft verloren gegangen ist. In der heutigen Zeit wird dann der ADAC oder der 24-Stunden-Werkstattservice angerufen und das Motorrad in die Werkstatt gebracht, wo es  für ein ordentliches „Sümmchen“ abgeholt werden kann.“ www.cbbc.dewww.royal-enfield-forum.de

Zweirad-Mechatroniker Jannik Häbel arbeitet zusammen mit seinem Vater Thorsten Häbel in dessen Firma MTH Berlin in Charlottenburg. Die typenoffene Werkstatt besteht inzwischen zehn Jahre. Da Thorsten über 30 Jahre BMW-Erfahrung verfügt, liegt der Schwerpunkt in der Wartung und Reparatur aller Modelle des bayerischen Herstellers. Detlev Blum fuhr bei den beiden vorbei und stellte die Frage des Monats.

Jannik Häbel und Thorsten Häbel „Die komplexe Technik moderner Bikes lädt natürlich kaum zum Selberschrauben ein, weshalb die meisten Motorradbesitzer den Gang zur Fachwerkstatt bevorzugen. Aber auch in der Vergangenheit war das Bordwerkzeug nicht für große Reparaturen gedacht,sondern um sich bei kleinen Defekten unterwegs selbst helfen zu können. Das würden viele Motorradfahrer auch heute noch hinkriegen. Deshalb finden wir es gut, wenn man zumindest gegen Aufpreis Original-Werkzeug dazu kaufen kann. Neben dem fehlenden Platz spielen aber sicher auch Kostengründe eine Rolle und das Bestreben, das Leergewicht möglichst niedrig anzugeben. Und das fällt dann tatsächlich unter das Thema lästige Markt-Entwicklung.“ www.mth-berlin.com

Motorrad Huber ist seit über 30 Jahren BMW-Vertragshändler und seit diesem Jahr exklusiver BMW-Vertragshändler. Vergangenen Herbst wurde mit dem Umbau und der Umgestaltung des Showrooms begonnen. Dort warten viele Neuheiten auf die Besucher: Boden, Verkaufstheke, ein neues Büro, ein zusätzlicher Eingang und neue Präsentationsmöbel für die Bekleidung. Außerdem sind alle Motorradparkplätze nun überdacht. Die Frage des Monats stellte Franz Schroll Geschäftsführer Manfred Huber.

Manfred Huber: „Bordwerkzeug ist nicht mehr so notwendig wie früher, das Nötigste zum Öl nachfüllen oder Batteriewechsel reicht meiner Meinung nach aus, recht viel mehr kann man eh nicht mehr machen. Von unserer Marke BMW wird das auch angeboten und gut im Fahrzeug platziert. Dennoch ist es schade, dass kaum noch Staufächer im Motorrad vorhanden sind, für all die Dinge, die häufig mitgeführt werden müssen, wie zum Beispiel Warnweste und Erste-Hilfe-Set.“ www.bmw-huber.de