Warum gibt es nur wenige Moppeds, die ab Werk mit Hauptständer kommen? Sollten die Hersteller umdenken oder ist ein Hauptständer nur unnötiger Ballast?

Vor rund drei Jahren nahm das Augsburger BMW-Autohaus auch bayerische Zweiräder in das Markenportfolio auf. Franz Schroll stellte Verkäuferin Diana Baptist unsere Frage des Monats.

Diana Baptist: „Die Frage nach dem Hauptständer richtet sich in erster Linie nach dem Einsatzzweck. So wird wohl kein Hauptständer bei einem Supersportler zu finden sein. Dennoch müssen auch die Vorstellungen und Wünsche der Kunden be- rücksichtigt werden, die manchmal über den Einsatzzweck hinaus ihre Wünsche verwirklicht sehen wollen. Es gibt hier sicher kein Richtig oder Falsch, sondern nur ein „Mit“ – „Ohne“ – oder „Nachrüstbar“.“ www.reisacher.de

Seit elf Jahren betreibt Axel Dolenga den Motorradfachbetrieb „Motorsport Service“ in Kiel-Friedrichsort und führt als Suzuki-Vertragshändler die aktuellen Zweiradmodelle. Neben dem Verkauf von Neufahrzeugen handelt Axel mit Gebrauchtmotorrädern aller Marken und Fabrikate. Die markenoffene Meisterwerkstatt bietet darüber hinaus Umbauten und Tuning, Leistungsreduzierung oder -erhöhungen sowie Restaurierungsarbeiten. Willi Johst stellte die Frage des Monats an Verkaufsleiter Peter von Hofen.

Peter von Hofen: „Weder noch: Natürlich ist ein Hauptständer sinnvoll und auch ein tolles Hilfsmittel, etwa beim Check des Ölstandes oder beim Kettenspannen. Bei Fahrzeugen, bei denen es möglich, ist erscheint die Werksmontage sinnvoll, allerdings ist das auch ein Kostenfaktor. Bei vielen Modellen ist die Montage hingegen gar nicht möglich und unter Umständen auch nicht sinnvoll. Bei Sportlern und Choppern würde ein Hauptständer die Bodenfreiheit derart einschränken, dass Kurvenfahren nicht möglich ist. Bei Sportlern wie der Suzuki GSX-R 1000 wird darüber hinaus jedes Gramm eingespart, da wäre ein Hauptständer in der Tat zusätzlicher Ballast.“ www.motorsport-kiel.de

Bei Auto- und Motorrad Trappmann an der Hörder Straße im Wittener Osten stehen nicht nur Suzuki-Motorräder, sondern auch Autos der japanischen Marke im Showroom, ergänzt von Peugeot-Scootern. Und wer zum Bike das passende Geläuf sucht, kann bei Trappmann sogar ein Ferienhaus in Kärnten mieten. Um die Motorradflotte kümmert sich Christian „Linus“ Fröhlich, vielen Motorradfahrern noch aus seiner Zeit bei Yamaha-Service Pfalz bekannt. Erik Förster hielt ihn von der Arbeit ab.

Christian Fröhlich: „Bei vielen Motorrädern passt heutzutage wegen des Unterflur-Auspuffs sowieso kein Hauptständer; bei Choppern oder Sportlern wäre das auch Unsinn. Für Reise-Enduros oder Tourer ist ein Hauptständer für Service-Arbeiten eine feine Sache. Ich rüste oft Kundenmaschinen mit Ständern aus dem Zubehör nach, das kostet etwa 200 bis 250 Euro. Aber bei allen aktuellen Suzukis sind Gewinde-Aufnahmen für Bobbins ab Werk an der Schwinge. Da lässt sich in der heimischen Garage prima ein Montage-Ständer ansetzen.“ www.motorrad.trappmann.de

Vor knapp 25 Jahren gründeten Günter und Nicole Stass R + S Motorräder, Suzuki- und Indian-Vertragshändler in Saarbrücken. 2009 kam noch die freie Kfz-Werkstatt hinzu. Das Team bietet außerdem Service für BMW-Motorräder und ist Wunderlich- sowie SW-Motech-Stützpunkthändler. Für Juli steht nun die erste „Indian Saarland Summer“-Veranstaltung an, die R+S-Motorräder organisiert. Die Frage des Monats stellte Susanne Roth.

Günter Stass: „Ein Hauptständer ist bei den meisten Motorrädern wirklich heute ein Luxus geworden. Ich denke, die Hersteller wollen es den Käufern selbst überlassen, ob sie auf einen Hauptständer Wert legen oder nicht. In den vielen Fällen haben die Motorräder ja eine dementsprechende Vorrichtung und der Hauptständer wird als Zubehör angeboten. Ich würde allerdings einen Hauptständer ab Werk bei einigen Motorrädern absolut befürworten. Will man zum Beispiel die Koffer einer Reiseenduro beladen, ist das auf einem Seitenständer eine wackelige Geschichte. Auch mal eben unterwegs die Kette fetten oder kleinere Wartungsarbeiten durchführen ist ohne Hauptständer alleine nicht möglich. Die Supersportler-Gemeinde wünscht sich natürlich keinen Hauptständer und meist wird für Wartungsarbeiten ein extra Montageständer aus dem Zubehör angeschafft.“ www.carundbikeworld.de

Beständigkeit zeichnet das Geschäftsmodell von Frank Bilda und seinem dreiköp gen Team aus. Franks Motorrad Center besteht seit 20 Jahren am selben Standort in Berlin-Tempelhof und kümmert sich als typenoffene Werkstatt um Wartung und Reparatur speziell von BMW-Motorrädern. An- und Verkauf von gebrauchten Bikes, ein Einschlepp-Service und ein Winterlager ergänzen das Angebot. Detlev Blum fuhr bei Frank vorbei und stellte die Frage des Monats.

Frank Bilda: „Ein Hauptständer erleichtert das Leben bei vielen Gelegenheiten wie Beladen, Tanken, Ölkontrolle, Kette schmieren und natürlich bei Wartungs- und Einstellarbeiten. Zu vernachlässigen ist dagegen der Sicherheitsaspekt, denn auch ein Seitenständer bietet einen sicheren Dreipunkt-Stand. Und ganz ehrlich: An einem Superbike, Cruiser oder Chopper möchte ich keinen Hauptständer sehen. Das passt optisch einfach nicht. Deshalb lautet mein Fazit: Weder Luxus noch unnötiger Ballast, aber zum Motorrad muss es passen.“ www.franksmotorradcenter.de

Norbert Schmidt, Chef vom Roller & Motorradcenter Waiblingen-Hegnach, ist seit zehn Jahren mit seinem Zweimann-Team in der Neckarstraße in Waiblingen-Hegnach zwischen Stuttgart, Ludwigsburg und Schorndorf, der Spezialist für Bikes, City- und Leichtkrafträder. Auf 350 Quadratmetern bietet Norbert alles um die Marken Brixton, KSR, Mash, Scomadi, Sym, Keeway, Motowell, Zündapp und Sachs. Bekleidung, Zubehör und Helme runden das Programm ab. Birgit Dietrich stellte die Frage des Monats.

Norbert Schmidt: „Meiner Meinung nach sollte der Hauptständer an jedem motorisierten Zweirad montiert sein. Ein sicherer Stand bietet Schutz vor äußeren Einwirkungen, in der Wintersaison benötigt man keine Aufbock-Hilfe. Das Mopped nimmt weniger Platz in Anspruch, da es gerade steht. Jede Werkstatt freut sich über einen Hauptständer. Es sieht natürlich an verschiedenen Modellen nicht schön aus, aber die Vorteile sind nicht von der Hand zu weisen. Allerdings ist bei manchen Fahrzeugen auf Grund der Bauart kein Platz für einen Hauptständer. Wer viele Touren mit Gepäck fährt, freut sich über einen Hautständer, genauso wie alle Fahrer von Tourenmaschinen. Das beste Beispiel: Hat man einen Platten am Hinterrad, ist der Radausbau mit Seitenständer unmöglich, mit Hautständer aber kein Problem.“ www.rollercenter-hegnach.de

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