Redaktion: Auf der einen Seite ermöglicht der Gesetzgeber mit der B196-Regelung einen vereinfachten Einstieg in die Welt des Motorrads, auf der anderen Seite mehren sich politische Stimmen, die uns am liebsten vom Verkehrsgeschehen ausschließen würden. Die als zu laut in der Kritik stehenden Motorräder entsprechen meist den geltenden EU-Richtlinien, längst nicht alle Bikes sind frisiert. Sind also Forderungen nach Verschärfung der Lärmgrenzen nicht anti-europäisch? Wie ist dieses Dilemma zu lösen? 

Der Enduro-Bunker besteht seit 1993 und ist seit 2013 im neuen Gebäude auf über 2300 Quadratmetern in Ingolstadt ansässig. Als Vertragspartner von Honda, KTM und Husqvarna kümmert sich das zehnköpfige Team um Tom Haury um alle Belange des Motorradkunden. Von Meisterwerkstatt über Bekleidung und Zubehör, Ersatzteilservice, Wintereinlagerung und vielem mehr bietet der Enduro-Bunker das komplette Spektrum des modernen Motorradhandels. Die Frage des Monats stellte Franz Schroll.

Tom Haury: „Ich sehe durchaus das motorisierte Zweirad als wichtigen Baustein im modernen Mobilitätskonzept gerade in Ballungsräumen. Bei immer höherem Verkehrsaufkommen und schwierigen Parkplatzsituationen ist das Motorrad eine echte Alternative, schnell und kostengünstig von A nach B zu kommen. Dass auf der anderen Seite den Motorradfahrern das Leben schwer gemacht wird, ist für mich unverständlich. Dass manche Anwohner sich durch einzelne unvernünftige Motorradfahrer gestört fühlen, kann ich nachvollziehen. Aber das Ganze auf den Sektor Motorrad zu reduzieren, ist doch ein wenig einfach. Solange Automobilhersteller Lautsprecher in Abgasanlagen einbauen können, um einen „sportlichen Sound“ zu generieren, kann man der Lärmbelästigung nicht mit Fahrverboten einer bestimmten Gruppe begegnen. Letztendlich muss man sich Gedanken machen, wie man diesem Problem HeRr wird. Fahrverbote für eine bestimmte Gruppe sind dabei der schlechteste Ansatz!“

Andreas Wind, Inhaber von AM-Onroad, organisiert und veranstaltet seit über 20 Jahren Motorradreisen. Auf dem Programm stehen Marokko, französische Jura, Vercors, Tiroler Alpenpässe, Elsass/Vogesen, belgische und luxemburgische Ardennen. Die Reisen von Andreas Wind sind perfekt durchorganisiert, vom Transport, über den Flug bis zu den Übernachtungen und Touren. Susanne Roth stellte die Frage des Monats.

Andreas Wind: „Ich wohne an einer beliebten Motorradstrecke, veranstalte Motorradreisen und bin natürlich selbst leidenschaftlicher Motorradfahrer. Ich kann somit verstehen, dass es belastend sein kann, wenn man sonntags den ganzen Tag mit zu lauten Motorrädern leben muss, da ich das selbst erlebe. Allerdings bin ich da etwas toleranter als manch anderer, der nicht Motorrad fährt. Andererseits kann es nicht sein, dass dadurch alle unter einem Fahrverbot an Wochenenden leiden müssen, weil ein geringer Teil der Motorräder zu laut sind. Die gesetzlichen Regelungen reichen im Prinzip völlig aus. Wie auch die EU-Richtlinien in Sachen Lärmgrenze, wenn sie zum Beispiel durch regelmäßige Kontrollen und flexiblere Messverfahren bei den Hauptuntersuchungen durchgesetzt würden. So wird nur ein bestimmter Drehzahlbereich abgedeckt bei dem die Lärmgrenze eingehalten wird.“

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