Welche Maßnahmen der Politik würden das Motorrad als Alternative zum Auto in Ballungsräumen attraktiver machen?

TMT-Motorrad-Mitte ist mit seinem erfahrenen Team seit vier Jahren der exklusive BMW-Vertragshändler für Frankfurt und Umgebung. Neben dem Verkauf von Neu- und Gebrauchtfahrzeugen bietet das BMW-Team Service und Inspektionen, Umbauten, Aufbereitung, Winterlager, Hol- und Bringservice sowie einen Reifendienst an. TMT ist außerdem BMW-Classic und Wunderlich-Partner. Susanne Roth stellte die Frage des Monats an Serviceberater Hans-Peter Lorenz.

Hans-Peter Lorenz: „Ich denke, da könnte die Politik so einiges tun, um mehr Menschen einen Anreiz zu bieten, aufs Motorrad umzusteigen, wenn sie sich in Ballungsräumen bewegen oder täglich dort zur Arbeit müssen. Da die Parkplatzsuche mit dem PKW sehr teuer und zeitintensiv sein kann, wären kostenfreie Parkplätze für Motorräder sicherlich ein sehr hoher Anreiz und diese würden auch bedeutend weniger Platz in Anspruch nehmen. Der Staat könnte einen Pendlerausweis anbieten, mit dem man dann in den Genuss einer Steuersenkung kommen würde, ab einer gewissen Kilometerleistung mit dem Zweirad. Generelle Steuersenkungen für Motorräder wären natürlich ebenfalls eine Alternative. Zuzahlungen vom Arbeitgeber oder vom Staat für den Motorradführerschein für Pendler wären eine Maßnahme für Motorrad-Neulinge. Auch an der Toleranz im Straßenverkehr, wie zum Beispiel die Erlaubnis, Staus mit dem Bike zu umfahren, sollte gearbeitet werden.“ www.tmtmotorradmitte.de

Der Bundesverband der Motorradfahrer e.V. BVDM verbindet Politik, Fahrspaß und Sicherheit miteinander. Und das im Sinne der Motorradfahrer. Der Verein setzt sich gesellschaftlich und politisch dafür ein, dass Motorradfahren auf öffentlichen Straßen ohne unnötige Einschränkungen möglich ist. Er kämpft zum Beispiel für die Rechte der Motorradfahrer und gegen Streckensperrungen. Die BVDMler arbeiten auf politischer Ebene auch an Gesetzen mit. Die Frage des Monats stellte Ingo Müntz dem zweiten Vorsitzenden und Referenten für Streckensperrungen Michael Wilczynski.

Michael Wilczynski: „Als erstes fällt mir ein: Mehr kostenlose Parkplätze für Motorräder. Die Pläne, 125er für Autofahrer ohne Prüfung zuzulassen, sehe ich hingegen kritisch. Da müsste deutlich mehr passieren. Mal eben so in sechs Stunden Ausbildung lernt man nicht ausreichend viel. Eine weitere Idee könnte sein, Bus-Spuren freizugeben. Vielleicht sogar sehr breite Fahrradwege für Scooter, vielleicht für E-Scooter. Auch mal am Stau vorbeifahren sollte überdacht werden. Vielleicht sogar legalisiert. Allerdings hängt das stark vom Augenmaß des jeweiligen Fahrers ab. Letztlich sollte die Politik auf jeden Fall die 3000-Euro-Kaufprämie für Elektroautos überdenken. Ein Mensch, der sich ein 60000-Euro-Auto kauft, wird sich sicherlich nicht von so einer Prämie leiten lassen. Mit dem Geld könnten zum Beispiel junge Leute bei der Anschaffung von E-Scootern viel besser unterstützt werden. Ein netter Nebeneffekt: mehr E-Scooter, weniger Autos, bessere Luft.“ www.bvdm.de

Sebastian Griesser gründete vor genau 25 Jahren sein Motorrad-Geschäft in Rosenheim und ist seit dieser Zeit auch KTM-Vertragshändler. Mittlerweile sind die neuen Räumlichkeiten in der Marienberger Straße bezogen, wo sich das sechsköpfige Team voll und ganz auf die Belange der Biker konzentriert. Weit über die Grenzen Bayerns ist Griesser bekannt für die offenen Leistungseintragungen für KTM-, Husqvarna- und Husaberg-Enduros. Außerdem bietet man Umbauten, Rennservice, Motor-Tuning, Adventure-Tuning, Supermoto-Racing, Fahrwerk-Tuning und Quads sowie Quad-Touren. Die Frage des Monats stellte Franz Schroll Fahrzeugverkäuferin Jennifer Lehmann.

Jenny Lehmann: „Da das Motorrad für unsere Begriffe keine vollwertige Alternative zum Auto darstellt, bringen Ideen, wie Sonderparkplätze oder Ampelregelungen, bei denen Motorradfahrer nach vorne rollen können, nicht wirklich einen Erfolg. Denn damit das klappt, müssten auch die anderen Verkehrsteilnehmer mitspielen. Grundsätzlich wird ein Motorrad immer mehr ein Spaßobjekt sein als ein Nutzfahrzeug und ist deshalb nicht wirklich zu vergleichen. Wenn es regnet oder schneit fährt keiner freiwillig mit dem Moped zur Arbeit wenn er ein Auto Zuhause hat.“ www.griessermotosport.de

„Bike Fee Motorcycle Equipment“ mit Sitz im schwäbischen Pfullingen vertreibt teils selbstentwickelte Zubehör-Produkte. Gründer und Inhaber Maik Vöhringer begann 2015 mit der Entwicklung eigener Reinigungs- und Pflege-Produkte, bei denen er auf aggressive Inhaltsstoffe verzichtete. Seit zwei Jahren ist er mit stetig wachsender Produktpalette auf dem deutschsprachigen Markt. Alleine in diesem Jahr kamen zwei neue Accessoires hinzu, wie etwa der „Helm Guard“. Die Frage des Monats stellte Birgit Dietrich.

Maik Vöhringer: „Als Dorfkind bin ich grundsätzlich am liebsten in ländlichen Gegenden unterwegs – egal mit wie vielen Rädern unter mir. Jedoch fällt mir zu diesem Thema spontan die Thematik ‚Staudurchfahrung mit dem Zweirad’ ein. Um die Vorteile eines Motorrades auch nutzen zu können, sollte unsere StVO dahingehend geändert werden. Dass dies in der Praxis funktioniert, sieht man in anderen Ländern. Allerdings kommt hierbei noch das fehlende Verständnis und die fehlende Rücksicht der Autofahrer gegenüber den Motorradfahrern hinzu. Eher ein Mentalitätsproblem als ein politisches. Und nicht nur bei dichtem Stadtverkehr. Dieses Problem zu lösen, dürfte die schwierigste Aufgabe sein. Auch die Kommunen sind gefragt. Stichwort Parkplätze für Motorräder oder der Zwang zur Verwendung von Parkscheiben/Parktickets für Motorräder. Einen guten Ansatz Motorradfahrern das Leben leichter zu machen, findet man seit einigen Jahren an gewissen Tankstellen in Form von Ablagen für Helm oder Jacke. Ein Beispiel, dem Arbeitgeber, Geschäfte, Gastronomiebetriebe und dergleichen folgen sollten.“ www.bikefee.de

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