Nach den neuen Bundesländern erlaubt 2020 auch NRW, den AM-Führerschein für Mokick & Co. mit 15 Jahren zu machen. Allerdings gilt diese Fahrerlaubnis nur in diesen Ländern, eine Ländergrenz-Überschreitung kann als Fahren ohne Führerschein geahndet werden. Sollte die neue Regel daher bundesweit eingeführt werden?

Seit über 30 Jahren ist Bert von Zitzewitz (BvZ) als Händler in der Offroad-Motorradszene aktiv. Alles begann 1987 mit der Motocross- und Enduroschule. Bereits im Jahr darauf wurde BvZ KTM-Vertragshändler und im Jahr 1993 kam BMW als Vertragspartner hinzu. Aber Bert kennt sich nicht nur in seinem Motorradfachbetrieb bestens aus, sondern auch auf zwei Rädern. In seiner aktiven Zeit als MX-und Endurofahrer gewann er unzählige Titel. Die Frage des Monats stellte Wilfried Johst.

BvZ: „Diese Regelung gilt meines Wissens schon in den neuen Bundesländern und es ist unverständlich, dass man sie nicht sofort für die alten Bundesländer übernommen hat. Eine Regelung in einzelnen Bundesländern und in anderen nicht, ist das Ungünstigste, was man machen kann. Es sorgt nicht nur für Verwirrung, es bedeutet auch, dass die Kids im grenznahen Gebiet unter Umständen unrechtmäßig unterwegs sind und ihren Führerschein gefährden. Es ist eine extrem unglückliche Regelung, für die schnellstens eine bundesweit einheitliche Regelung geschaffen werden muss.“
www.bvz.de

Das Auto- und Motorrad Zentrum Wollstadt in Hattersheim im Rhein Main Gebiet hat im nächsten Jahr 50-jähriges Jubiläum und wird seit 1997 in der zweiten Generation von Sandra und Marco Wollstadt geführt. Das Produktportfolio erstreckt sich über den Verkauf und Reparatur von Honda-Motorrädern, PKW und Roller sowie Peugeot-Roller. Auch Kunden anderer Marken werden gerne und kompetent bedient. Die Frage des Monats stellte Susanne Roth.

Sandra Wollstadt: „Dies kann ich ganz klar mit Ja beantworten. Ich finde eine Fahrerlaubnis, die erlischt, wenn man die Ländergrenze überschreitet, für die Jugendlichen zum Teil sinnlos, wenn sie an der Grenze zu einem anderen Bundesland leben. Manche müssen täglich zur Schule, die nun mal im benachbarten Bundesland liegen kann. Unsere Tochter ist mit 25 km/h unterwegs und ich würde mich wohler fühlen, wenn durch eine einheitliche Regelung die Möglichkeit gegeben wäre, dass sie mit 15 Jahren mit ihrem Zweirad im fließenden Verkehr mitfahren könnte, auch wenn uns die Ländergrenzen-Überschreitung nicht betrifft. Weiterhin empfinde ich Zweiräder, die 45 km/h laufen, bedeutend sicherer, da man in der Stadt mit dem fleißenden Verkehr mitfahren kann. Mit 25 km/h stellt man immer ein Verkehrshindernis dar, welches fast jeder überholen möchte. Überholvorgänge in Städten bergen immer ein gewisses Risiko, besonders für Zweiradfahrer, die keine „Knautschzone“ haben wie ein PKW. “
www.wollstadt.de

MotoStudio Reinecke aus Heilbronn ist Vertragshändler für Suzuki und Yamaha. Neben dem Verkauf von Neu- und Gebrauchtfahrzeugen bietet das neunköpfige Team Inspektionen, Umbauten, Reifenservice, HU/AU, Hol- und Bringservice, Überwinterungen und eine schnelle Ersatzteilversorgung an. In den Zeiten von „Covid-19“ ist durch den täglichen Versand die schnelle Lieferung von Ersatzteilen und Zubehör garantiert. Ulrich Reinecke zur Corona Krise „Auch wir müssen unseren Betrieb einschränken. Aber unsere Werkstattleistungen stehen weiterhin zur Verfügung.“ Die Frage des Monats stellte Birgit Dietrich.

Ulrich Reinecke: „Die neue Regel sollte bundesweit eingeführt werden. Zudem sollte man noch einmal überdenken, die Höchstgeschwindigkeit etwas höher zu setzen. Zum Teil reichen 45 km/h nicht aus, um sicher durch die Stadt zu kommen. Auf der Bundesstraße bringt man sich in Gefahr, da Autos zu schnell ankommen und einen übersehen. Immer mehr junge Leute kommen wieder auf den Trend „Motorrad“ und man es ihnen so einfach wie möglich machen, den Führerschein zu erlangen. Mit 14 Doppelstunden Theorie und den Fahrstunden kommen hohe Kosten auf die Jugendlichen zu. Leider gibt es beim Führerschein selbst noch viele offene Fragen, die leider nicht genug kommuniziert werden. Neben zwei- und dreirädrigen Krafträdern darf man auch vierrädrige Leichtkraftfahrzeuge fahren. Diese werden in der Fahrerlaubnis auch noch weiter definiert. Es wäre zu wünschen, neben der bundesweiten Einführung des Führerscheines, diesen auch zu vereinfachen.“
www.motostudio.de

Tommy Wagner, seit 33 Jahren bekennender Motorradhändler, blickt auf eine ganze Generation Motorrad zurück und hat den Wandel in der Szene von A bis Z erlebt. Der in München ansässige BMW- und Yamaha-Händler beschäftigt derzeit 18 Mitarbeiter und verkauft jährlich 500 Neu- und Gebraucht-Motorräder bei 4000 Werkstattdurchgängen. Franz Schroll stellte die Frage des Monats.

Tommy Wagner: „Diese Regelung zeigt mal wieder den Zustand unserer Bananenrepublik. Tausende gewählte Politiker vom Gemeinderat bis Bundestag haben den Auftrag, dem Volk der Bundesrepublik ein vernünftiges Leben mit klaren und einheitlichen Regeln zu ermöglichen. Unsere Volksvertreter haben nichts anderes zu tun, als sich gegenseitig zu blockieren und ihr eigenes Süppchen zu kochen. Oder anders gesagt: Wie kann es sein, dass ich mit einem gültigen deutschen Führerschein in Deutschland einmal schwarzfahre und einmal legal unterwegs bin? Paradox ist, wenn der Irrsinn keine Grenzen mehr kennt und doch begrenzt ist – und sei es nur durch Ländergrenzen.“
www.tommy-wagner.com

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