Der Sommer steht vor der Tür – der Motorradurlaub kann kommen. Doch wohin mit den Unterbuchsen, wenn der Koffer mit Helm und Kombi schon aus den Nähten platzt? NEWS stellt zehn Trolleys vor.

von Jennifer Dörnen Fotos Dörnen, Schwertner

Geht’s in den Motorradurlaub, müssen Helm, Kombi, Handschuhe und Stiefel unbedingt mit. Wer mit dem Flieger startet und am Urlaubsziel aufs Mietmotorrad umsattelt, muss Motorrad- und Freizeitdress meist in einer Tasche unterbringen. Doch welche Reisetasche ist die richtige, um den schweren Wäscheberg bequem und sicher zu transportieren?

In unserer Übersicht stellen wir zehn Rolltaschen vor, die lange Arme zu vermeiden helfen – neun Reisetrolleys ab 82 Liter Volumen aufwärts plus eine pfiffige Lösung für Leute, die gleich das eigene Bike satteln.

Preislich tummeln sich die Roll-Container zwischen 120 und 270 Euro. Günstigste Variante ist der X-Trolley Racetown von IXS. Das obere Ende der Nahrungskette besetzt Alpinestars. Teuer bedeutet jedoch nicht gleich mehr Aus­stattung. So setzt gerade die preisgünstigste Tasche des Vergleichs auf viele Außentaschen sowie ein separates Schuhfach. Die mit 269 Euro deutlich teurere Ogio Rig 9800 kommt mit nur einem Außenfach, zwei Innenfächern im Deckel, aber ohne Unterteilung für Helm oder Schuhe aus.

Egal ob Ordnungsliebhaber oder „Klappe auf, alles rein, Klappe zu“-Taktiker – alle von uns ausprobierten Taschen schluckten unser gesamtes Testgepäck. Bei Alpinestars und Held war noch deutlich Luft nach oben – hier können bei Bedarf auch noch Zelt und Schlafsack mit.

Nicht zu unterschätzen ist das Eigengewicht der Taschen, das mit zunehmendem Volumen an der Nutzlast knabbert. Denn die meisten Fluggesellschaften erlauben nicht mehr als 23, viele auch nur 20 Kilo pro Gepäckstück. Bei den Taschen von Ameri­can Kargo, Held und Ogio muss man also genau schauen, was mit in den Urlaub soll. Beson­ders, wenn noch Platz für Souvenirs bleiben soll. Denn Über­gepäck lassen sich die Airlines gut bezahlen.

Generell gilt: Trolleys mit vielen Detaillösungen bringen mehr Kilos auf die Waage. Gleitschienen und Verstärkungen können sich auf lange Sicht jedoch als nützlich erweisen. Sie helfen, die Hindernisse einfacher zu über­winden, und schützen die strapazierte Bodenplatte vor dem Durchscheuern. Gut positionierte Tragegriffe und Schulter­gurte helfen, Treppen und Kieswege zu meistern.

Bis auf die Held Travelbox haben alle von uns getesteten Motorrad-Trolleys übliche Maße, die am Check-in-Schalter problemfrei übers Gepäckband rollen sollten. Mit Helds mobiler Kleiderkammer mussten wir dagegen an den Sperrgepäckschalter – was bis zum Maxi­malgewicht keinen Aufpreis kostet.

Dank einer Idee von Büse müssen TrolleyFreunde auch auf dem eigenen Motorrad nicht auf rollende Taschen verzichten. Sie können zwei Satteltaschen über Druckknöpfe und Steckverschlüsse in ein Rollköfferchen verwandeln. Also Tasche packen – und schnell irgendwo hin, wo wohltuende Sonne und wohltemperierter Asphalt warten.

So testet NEWS

Unser Testgepäck, das die Trolleys aufnehmen mussten, umfasste sowohl einen Motorraddress sowie Freizeitklamotten für eine Woche. An Fahrerbekleidung mussten Helm, Buff, Textiljacke mit eingebauten Schulter-, Ellenbogen und Rückenprotektoren, eine Textilhose mit Knieprotektoren, hohe Tourenstiefel und eine Sonnen­brille ins Gepäck. Hinzu kamen zwei Pullover, sechs T-Shirts, zwei Jeans, eine kurze Hose, sieben Unterhosen, sieben Paar Socken, Badesachen samt großem Handtuch. Zahn­bürste, Duschgel, Shampoo und Co. passten in einer Tüte wunderbar in den Helm. Auf unserer Test­strecke mussten sich die Reisetaschen auf verschiedene Sorten Pflaster, Asphalt, über Bordsteine sowie im Treppenhaus beweisen. Durch schräges Befahren der Kanten versuchten wir, Umfaller zu provozieren.

American Kargo Large Roller

Preis: 261 Euro
Volumen zirka: 115 Liter (Herstellerangabe: 130 Liter)
Gewicht: 6,8 kg
Maße: 83 x 42 x 34 cm
Material: PVC
Ausstattung: zwei Außenfächer, davon eins mit variabler Fächer­einteilung für bis zu sechs Brillen, vier Innentaschen, zwei Kompres­sionsriemen, flexibler Zwischen­boden, Gleitschienen am Boden, vier Tragegriffe, Teleskopgriff in drei Stufen einstellbar
Besonderheiten: variable Brillen­fächer, großzügige Verstärkungen
Fazit: Der Large Roller von American Cargo kommt mit vielen praktischen Fächern für allerlei Klimbim. Bekleidung für eine Woche in sie hineinzubekommen war daher kein Problem. Sie fix
irgendwo abstellen? Kein Problem, sie steht sicher und stabil. Der Teleskopgriff ist recht kurz, die Tasche stößt
beim Rollen daher an die Beine.

Alpinestars Transition XL

Preis: 279,95 Euro
Volumen zirka: 180 Liter (Herstellerangabe: 88 Liter)
Gewicht: 5,6 kg
Maße: 95 x 46 x 46 cm
Material: Polyester
Ausstattung: vier kleine Außenfächer mit Netzeinlage, ein Außenfach inklu­sive Matte zum Draufstellen, ein Adressfenster, zwei große Außenfächer, ein Innenfach, alle belüftet, Gleitschienen am Boden, zwei Tragegriffe, Schultergurt, Teleskopgriff zweistufig verstellbar
Besonderheiten: Ausfaltbare Matte zum Draufstellen beim Umziehen
Fazit: Alpinestars Transition XL wird ihrem Namen gerecht: Neben den Testklamotten war noch reichlich Platz, die vielen äußeren Fächer noch unbelegt. Einziges Manko: Am Check-in-Schalter steht die Riesentasche aufrecht etwas wacklig. Bordsteine rauf und runter, Schlaglöcher, Treppen und Ausweichmanöver meistert sie jedoch bravourös. Das Abrollgeräusch ist vergleichsweise dezent.

IXS X-Trolley Racetown

Preis: 119,90 Euro
Volumen zirka: 110 Liter (Herstellerangabe: 128 Liter)
Gewicht: 4,7 kg
Maße: 78 x 36 x 42 cm
Material: Polyester
Ausstattung: drei Außen-, zwei Innenfächer, davon eins im Boden mit zwei Kompressionsbändern, zwei Kompressionsriemen zwischen Boden- und Hauptfach, drei tragegriffe, Schultergurt, Teleskopgriff zweistufig verstellbar Besonderheiten: separates Schuhfach, Durchlademöglichkeit
Fazit: Für Tetris-Liebhaber: Wer die Tasche gleichmäßig belädt, den belohnt der X-Trolley Racetwon mit einem stabilen aufrechten Stand. Locker befüllt neigt die Tasche zum Umfallen. Gut gefiel uns das separat zu öffnende Schuhfach. Weil es keine Gleitschienen gibt, steigt er Treppen nur unwillig. Hinab hüpft er hinterher – wackelig zeigt er sich dabei jedoch nicht. zwischen Innen- und Bodenfach

Moose Racing Trolley-Tasche

Preis: 208,20 Euro
Volumen zirka: 120 Liter (Herstellerangabe: 130 Liter)
Gewicht: 5,7 kg
Maße: 81 x 37 x 43 cm
Material: Polyester
Ausstattung: drei kleine und ein großes Außenfach, Adressfenster, zwei Innenfächer, zwei Kompressionsriemen, Gleitschienen, vier Tragegriffe, dreistufiger Teleskopgriff
Besonderheiten: keine
Fazit: Ohne Inhalt oder voll beladen – die Trolley-Tasche von Moose Racing steht aufrecht wie eine Eins. Bekleidung für eine Woche findet problemlos Unterschlupf, für Kleinkram hat sie erstaunlich viele Fächer. Der Teleskopstab ist vergleichsweise kurz, sodass der rollende Kleiderschrank ab und an in die Kniekehlen stupst. Erwischt man Bordsteine oder Schlaglöcher schräg, gerät er ins Trudeln. Dafür rollt er relativ leise durch die Lande.

Ogio Rig 9800

Preis: 269 Euro
Volumen zirka: 125 Liter (Herstellerangabe: 123 Liter)
Gewicht: 6,3 kg
Maße: 87 x 37 x 41 cm
Material: Polyester
Ausstattung: ein Außenfach, zwei Innenfächer im Deckel, ein Innenfach, zwei Kompressionsgurte, Boden durchgehend verstärkt, Gleitschienen, drei Tragegriffe, zweistufiger Teleskopgriff
Besonderheiten: wasserabweisend
Fazit: Bergsteiger – weil der Boden durchgehend mit Kunststoff verstärkt und über die gesamte Länge mit Gleitschienen ausgestattet ist, schwebt Rig 9800 die Treppen beinahe hoch. Andersherum gerät er ins Straucheln. Der Teleskopgriff ist stabil, aber recht kurz. In Kurven oder beim Ausweichen stößt die Tasche daher an. Am Check-in-Schalter kippt er beim Warten nicht um, sondern steht stabil.

Scott Gear Duffle

Preis: 219,95 Euro
Volumen zirka: 110 Liter (Herstellerangabe: 130 Liter)
Gewicht: 4,6 kg
Maße: 79 x 35 x 42 cm
Material: Polyamid, Polyester
Ausstattung: drei Außenfächer, davon zwei mit Belüftungen, zwei separate Innenfächer, davon eins im Boden, vier Kompressionsriemen, Hartschalen-Boden, vier Tragegriffe, dreistufiger Teleskopgriff
Besonderheiten: Ausfaltbare Matte zum Draufstellen beim Umziehen
Fazit: Kleinkram-Sammler: Die Gear-Duffle kommt mit jeder Menge Fächer. Gut gefielen auch die beiden oberen Tragegriffe, zum einfachen Hoch- und Runterheben, einen Schultergurt gibt’s leider nicht. Der Softgepäck-Trolley ist an einer Seite verstärkt, steht alleine dennoch schlecht. Er fährt stabil, solange es keine Stufen zu überwinden gibt. Hoch hebt man ihn ohnehin besser, da der Boden keine Gleitschienen besitzt und Kanten schnell Spuren hinterlassen.

Spidi Rider Bag

Preis: 139,90 Euro
Volumen zirka: 90 Liter (Herstellerangabe: 82 Liter)
Gewicht: 3,8 kg
Maße: 74 x 41 x 32 cm
Material: Polyester
Ausstattung: ein großes Außenfach, ein transparentes Außenfach, ein Innenfach mit großzügiger Öffnung, vier Kompressionsgurte, davon zwei Außen, zwei Innen, ein Tragegriff, Schultergurt, dreistufiger Teleskopgriff
Besonderheiten: sehr große Öffnung
Fazit: Große Klappe: Das Innenfach der Rider Bag lässt sich via Reißverschluss besonders weit öffnen, schnell findet die Urlaubskleidung ihren Weg hinein.Auch wenn sie mit 82 Litern die kleinste im Vergleich ist, passten alle Sachen mühelos hinein. Sie steht umso stabiler, je mehr Gepäck drin ist. Bordsteinkanten und Treppen machen ihr nichts aus. Das Abrollgeräusch könnte einen dB-Eater vertragen.

Qbag Reisetasche 01 Sponsor Schwarz

Preis: 129,99 Euro
Volumen zirka: 125 Liter (Herstellerangabe: 120 Liter)
Gewicht: 5,3 kg
Maße: 80 x 46 x 36 cm
Material: Polyester
Ausstattung: ein großes Außenfach, ein Adressfenster, vier Innenfächer im Deckel, ein großes , gepolstertes Innenfach, zwei Kompres­sionsgurte, Gleitschienen, zwei Tragegriffe, Schultergurt, drei­stufiger Teleskopgriff
Besonderheiten: schrille Logos
Fazit: Die QBag Reisetasche bietet jede Menge Stauraum und hat viele Fächer für Klimbim. Unsere Testkleidung ließ so viel Platz frei, dass Souvenirs aus jedem Geschäft am Urlaubsziel hineinpassen dürften – allenfalls das Freigepäck könnte hier Grenzen setzen. Egal ob aufrecht stehend, auf dem Weg zum Gate oder Stufen nehmend – Polos Trolleys zeigte sich in jeder Disziplin von seiner Schokoladenseite. Daumen hoch!

Büse Satteltaschen

Preis: 139,95 Euro
Volumen zirka: 50 bis 62 Liter (Herstellerangabe: 42 bis 62 Liter)
Gewicht: 3,0 kg
Maße: 50 x 32 x 18 cm je Tasche
Material: Polyester
Ausstattung: je Tasche ein Außen- und ein Innenfach, je ein Tragegriff, zwei Regenhauben, nur beim Motorradfahren nutzbar, zweistufiger Teleskopgriff
Besonderheiten: Satteltaschen, die sich zum Trolley umfunktionieren lassen, Volumen per Reißverschluss erweiterbar
Fazit: Aus zwei mach eins: Am Ziel angekommen finden sich Büses Satteltaschen über zwei Druckknöpfe und Klickverschlüsse fix zu einem Mini-Trolley zusammen. Der bietet dann ausreichend Platz für den Kurzurlaub, dank Reißverschlusserweiterung passt auch noch ein dicker Pulli rein. Der Teleskopgriff ist angenehm lang, das Abrollgeräusch leise, die Fahrweise mit wenig Beladung etwas kippelig. Aber sein Revier ist ohnehin die Kurzstrecke vom Parkplatz zur Unterkunft.

Gepäckbestimmung in der Economy Class lt. Airline

  • Air Berlin: ein Gepäckstück mit maximal 23 kg
  • Air France: nur Handgepäck im Standardtarif, Gepäckstücke mit je maximal 23 kg zubuchbar
  • Alitalia: ein Gepäckstück mit maximal 23 kg
  • Condor: ein Gepäckstück mit maximal 20 kg
  • Easy Jet: nur Handgepäck im Standardtarif, Gepäckstücke mit je maximal 20 kg zubuchbar
  • Eurowings: ein Gepäckstück mit maximal 23 kg
  • Germania:
  • Iberia: ein Gepäckstück mit maximal 23 kg
  • KLM:
  • Lufthansa: ein Gepäckstück mit maximal 23 kg
  • Norwegian Air: ein Gepäckstück mit maximal 20 kg
  • Ryanair: nur Handgepäck im Standardtarif, Gepäckstücke mit je maximal 20 kg zubuchbar
  • Sunexpress: abhängig vom Tarif variiert das Maximalgewicht zwischen 20 und 25 kg
  • Swiss: ein Gepäckstück mit maximal 23 kg
  • TAP: ein Gepäckstück mit maximal 23 kg
  • TuiFly: ein Gepäckstück mit maximal 20 kg
  • Tunis Air: ein Gepäckstück mit maximal 20 kg
  • Türkish Arilines: abhängig vom Tarif variiert das Maximalgewicht zwischen 15 und 20 kg
  • Vueling: nur Handgepäck im Standardtarif, Gepäckstücke mit je maximal 23 kg zubuchbar