Seit März 2015 sind wir unzertrennlich. Es ist fast schon eine symbiotische Beziehung, eine Ehe ohne Trauschein: Die Rukka Armaxion bewahrt mich vor Wind, Regen, Kälte und Sturzfolgen. Und ich sorge dafür, dass sie zweimal am Tag an die frische Luft kommt. Wenigstens. Denn fast immer, wenn ich im Sattel sitze, ist die schwarz-rote Textilkombi meine zweite Haut. Morgens rein, 60 Kilometer aufs Motorrad, dann schlüpfe ich am Dreschplatz der NEWS-Kolchose in den Tageszwirn. Und abends zum Rücksturz nach Hause zippe ich die Rukka wieder an. Das macht über die drei Jahre bei rund zehn Mal pro Woche an- und ausziehen – nun ja, jede Menge. Rechnet man Wochenend-Ausflüge sowie Test- und Fotofahrten dazu, komme ich locker auf 1500 Einsätze. Und meiner Lieblingskluft ist trotz dieses Marathons nichts anzusehen. Die Reißverschlüsse und das Klett schließen noch immer wie am ersten Tag. Und das GoreTex hält dicht, auch wenn Sturmschauer mittlerweile am Hosensaum ein paar Tropfen nach innen befördern. Wer auch fährt, wenn andere die Füße vor den Ofen strecken, zippt den Winterpelz rein. Dann reicht das Temperaturfenster bis knapp überm Gefrierpunkt, nur etwas Zugluft bahnt sich den Weg durch den Frontreißverschluss. Andersrum wird es im Hoch-Hoch­sommer trotz der Belüftungsreißverschlüsse an Jacke und Hose unterm Plastikkleid des Dreilagen-Laminats so ab 30 Grad zu viel des Guten. Damit die Klimamembrane funktioniert, muss es schließlich ein Temperaturgefälle

geben. Aber solche Hundstage haben in Deutschland ja mittlerweile Seltenheitswert – die Sintflut ist der Standardmodus. Und da ist man im Edel-Zwirn von März bis Oktober passend eingepackt. Die Armaxion-Jacke kostete seiner­zeit 799 Euro, die Armaxion-Hose 599 Euro; 2018, also vier Jahre später, sind die Sachen 50 Euro teurer. Dafür gibt es immer noch 500D Cordura und an besonders sturzgefährdeten Stellen kevlardurchwirktes Armacor-Gewebe, Neoprenkragen und abnehmbaren Halsschutz. Zwei Außen- und zwei Innentaschen plus die Schlüsseltasche an der Hose schaffen genug Stauraum. Dreilagen- Goretex-Laminat, Thermofutter und Rukka D30 Air-Protektoren vervoll­ständigen die luxuriöse Ausstattung. Jetzt schicke ich die Rukka Armaxion noch nicht aufs Altenteil, aber in den Vorruhestand. Ende Ok­tober war sie noch mit am Gardasee und in Südtirol, fürs Fotografieren ist nun aber ein neues Dekor fällig. Und mein rotschwarzes Lieblingsstück trage ich weiter zu besonderen Einsätzen – als meine ans Herz gewachsene Galauniform. www.rukka.de

Was? 

Unkaputtbare Allwetterkombi

Für wen? 

Dauerfahrer und Kilometerfresser

Kostet? 

Jacke 849 Euro, Hose 649 Euro

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