Ausgerechnet in der Mineralöl-Branche rechnet niemand mit besonders viel Umweltbewusstsein. Doch genau darauf legt die deutsche Firma Tipp-Oil mit Logistik-Sitz in Bergkamen und einer Raffinerie an der polnischen Grenze Wert.
Denn bisher werden leere Öldosen bestenfalls entsorgt, sonst eher geschreddert und verbrannt – samt den verbliebenen Ölresten. „Da muss man doch was tun, bei den Mengen an leeren Öldosen“, erklärt Managing Director Sebastian Maier. Seine Idee: Ein Pfandsystem für Ölverpackungen. Weltweit fallen etwa 50000 Tonnen Dosen im Monat an, und wenn jede nur ein paar Gramm Öl enthält, kann man sich die unnötige Umweltverschmutzung ausrechnen, so der engagierte Geschäftsführer des Unternehmens.

In einem Pilotprojekt in Burkina Faso sammelte Tipp-Oil Erfahrungen: Nachdem alle Beteiligten das Konzept verstanden hatten, klappte der Dosenkreislauf. Ein Logo auf allen Gebinden weist auf das Pfand von 25 Cent hin, die der Kunde von seinem Händler zurückerstattet bekommt. Endkunden selber bedient Tipp-Oil nicht, da sich zu kleine Stückzahlen nicht rechnen, größere Händler oder Werkstattketten aber können sich bei den Öl-Aktivisten gerne melden.

„Die leeren Dosen werden gereinigt, geprüft und wiederbefüllt, bevor sie per LKW zum nächsten Abnehmer reisen“, erzählt Sebastian weiter, während gerade ein Truck in Richtung Südost-Europa den Hof verlässt. Und, Herr Maier, funktioniert das System auch in Europa? „Ja“, freut sich Sebastian, „schon jetzt nehmen bis zu 100 000 Flaschen jährlich am Tipp-Oil-Kreislauf teil, Tendenz steigend.“

www.tippoil.de

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