Bei den meisten Motorrädern (ältere BMW und die allermeisten KTM ausgenommen) ist das Bordwerkzeug das absolute Notbesteck. Meist auch noch aus Materialien hergestellt, die mehr Ähnlichkeit mit dänischer Butter oder Balsaholz denn mit Werkzeugstahl haben. Ist das Zeug dann noch unvollständig, bleibt bei einer Panne nur der Anruf beim freundlichen Transporteur.

Die Louis-Hausmarke Rothewald hat eine Bordwerkzeugrolle entwickelt, die sich mit gerade mal 20 Zentimeter Länge unter den meisten Sitzbänken verstauen lässt. Enthalten im Bordwerkzeug sind Maulschlüssel von acht bis 15 mm, eine feinverzahnte Knarre, Nüsse von sechs bis 14 mm, Inbus- und Torx-Bits, Prüflampe, Multitool und noch ein wenig Kleinkram – insgesamt 31 Teile. Der Clou: Das Ganze kostet magere 29 Euro.

Die Qualität macht einen gemischten Eindruck: Während Nüsse und Schlüssel robust sind, die Bits in Ordnung gehen und die kleine Knarre sowie die einfache Prüflampe ordentlich funktionieren, ist das beigefügte Multitool wirklich billig gemacht. Allerdings kostet ein gutes Multitool halt auch mehr als die ganze Rolle – selbst ein winziger Leatherman als Schlüsselanhänger schluckt schon 39 Euro. Somit haben wir bei dem Preis auch nicht mehr als eine Notlösung erwartet.

Fazit: Ob das Set sein Geld wert ist, kommt zunächst mal darauf an, ob man die enthaltenen Teile auch benötigt. Wer beispielsweise keine Torx-Schrauben am Motorrad hat, verschenkt hier Platz und könnte beispielsweise andere Bits einpacken. Doch um einfach eine Grundausstattung mitzuführen oder eben ein Basiskit zu haben, das man mit eigenem Zubehör ergänzt (z.B. ordentliches Multitool, Kerzenschlüssel, Kabelbinder, Kaltmetall, Draht, spezielle Schlüssel) ist das 29-Euro-Set eine Überlegung wert. Besser als das seit 20 Jahren vor sich hingammelnde Original unter der Sitzbank dürfte es in den meisten Fällen sein. Gibt’s bei Louis.