Fahrbier“ – ein vielversprechender Name für ein erfrischendes Getränk. Denn wer wegen der Fahrtüchtigkeit am Steuer auf Alkohol verzichtet, will ja deswegen nicht gleich zu Softdrinks greifen. Das dachte sich auch Helge Thomsen und ließ von der Hamburger „Kehr­wieder“-Kreativbrauerei ein leckeres Bier mit nur 0,4 Prozent Alkohol brauen. Das reicht nach deutschem Recht für das Attribut „alkoholfrei“.

Durch das Brauen mit einer Hefe, die Malzzucker nicht vergären kann, bleibt der Ethanol­gehalt unter der Grenze, obwohl man bei ausreichender Trinkmenge theoretisch eine Wirkung erzielen könnte. Es sollte ein IPA werden, also ein Indian Pale Ale. Mit intensivem Geschmack, ein „Statement gegen die spaßbefreiten Industrie-Biere“. IPA-Biere stammen aus Großbritannien und sind in der Regel sehr viel bitterer als ein Pils, also das Gegenteil eines labberigen Alkoholfreien von der Großbrauerei.

Unser Muster kam im originellen Sechszylinder-Karton. Testtrinker Erik, traumatisiert durch die Teilnahme am Alkoholfrei- Bier-Test für die MOTORRAD NEWS, war skeptisch. Doch das Fahrbier schmeckt tatsächlich wie ein kühles Blondes. Ausreichend hopfig und herb, um den Pilsfreund zufrieden zu stellen, nicht zu bitter für den Export- oder Kellerbier-Trinker und mit einer cremigen Schaumkrone. Das Fahrbier aus Hamburg ist das beste Alkoholfreie, das dem Tester unterkam. Allerdings muss man die modisch- fruchtige Note des Hopfens mögen.

Kritik: Die niedlichen 0,33er Fläschchen sind schneller leer, als man sie öffnen kann und mit 2,90 Euro pro Flasche im Sixpack à 17,40 Euro zu teuer. Doch eine MPU nach der Promillefahrt ist deutlich kostspieliger. Und nicht so lecker. Prost.

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