Qualm ohne Qualen: Powernakeds vereinen potente Motoren mit skelettfreundlicher Sitzposition. NEWS drehte den Gebrauchtmarkt auf links.

In der Streetfighter-Szene hat das Prinzip längst Schule gemacht: Ein Supersportler mit zerstürzter Verkleidung ist kein Schrott, sondern die Basis für eine nackte Kanone. Plastik weg, Superbike-Lenker statt Stummel und ein Universalscheinwerfer retteten schon viele glücklose Landstraßenrenner.
Wer gerne satte Leistung mit aufrechter Sitzposition haben möchte, muss aber nicht erst umständlich stürzen und dann nächtelang basteln. Rasante Nakedbikes gibt es auch direkt ab Werk. Dabei greifen die Hersteller gerne in die eigenen Regale.
Aprilia etwa übernahm das Chassis der RSV Mille mit geringen Anpassungen und taufte das Ergebnis Tuono. Yamaha stimmte für die FZ1 den Motor der YZF-R1 auf mehr Fleisch in der Mitte ab. Ein paar PS Spitzenleistung kann man meist locker opfern, denn erstens ist in der Regel ohnehin genug davon da. Und zweitens fehlt der Windschutz für die ganz schnellen Autobahnstücke.
Die dominierenden Motorkonzepte sind Reihenvierzylinder aus Japan oder Deutsch­land und Zweizylinder-V aus Italien oder Österreich. Wem beides nicht taugt hat bei der Triumph Speed Triple eine dritte Chance.
Technisch sind Powernakeds prinzipiell nicht anfälliger als andere Konzepte. Ihr Wesen verleitet aber zu Schabernack, der nicht immer ohne Folgen bleibt. Häufige Wheelies etwa belasten Gabel und Lenkkopflager über Gebühr. Neue Lager kosten zwar nicht die Welt, der Montageaufwand ist allerdings erheblich. Teile wie Ketten und Bremskomponenten sind in der Regel großzügig dimensioniert, kosten aber auch dementsprechend und können die Kalkulation verhageln, wenn man bei der Besichtigung nicht genau hinschaut.
Außerdem kommt nicht jeder als begabter Turner auf die Welt, sodass Kunststückchen immer wieder mal mit Knirschen enden. Ein Blick auf die Lenkanschläge lohnt sich daher ebenso wie die Suche nach Abschürfungen. Besonders wenn auffällig viel Zubehör-Gfk und -Alu verbaut ist. Die gute Nachricht: Nimmt man die exotische Moto Morini Corsaro einmal aus, bietet sich bei allen Kandidaten ein wohl bestückter Markt, sodass kein Käufer unter Zugzwang geraten muss.

Aprilia Tuono

Technik (Baujahr 2006)

Motor: Zweizylinder-Viertakt-V, vier Ventile pro Zylinder,
flüssigkeitsgekühlt
Hubraum: 998 cm3
Leistung: 98 kW (133 PS) bei 9500 min-1
Drehmoment: 102 Nm bei 8750 min-1
Bereifung v/h: 120/70 ZR 17 / 190/20 ZR 17
Tankinhalt: 18 l

+ Fahrleistungen
+ Handling
+ Gewicht
Reisetauglichkeit

Superbikes bewähren sich immer wieder als Ausgangsbasis für eine saftige Naked. So basiert auch die erste Serie der Tuono mit dem Typenkürzel „RP“ auf der RSV Mille von 2001. Der leicht gezähmte Rotax-Zweizylinder leistet 125 PS und gilt als sehr solide. Ende 2005 führt Aprilia auf Basis der Vorjahres-RSV Mille das neue Tuono-Modell vom Typ „RR“ ein. Optisch kann man sie auf den ersten Blick an den zwei seitlich verlegten Endtöpfen, der Lampenmaske und dem Ufo-Heck von der Vorgängerin unterscheiden. Beide Baureihen haben gemeinsam, dass sie zwar robust sind, aber Bedienungs- und Pflegefehler bestrafen. Überschüssiges Öl drückt durch Dichtungen, mehr als ein leichter Nebel ist aber nicht okay. Speziell die RP bestraft Startversuche bei leerer Batterie mit Defekten am Anlasserfreilauf. Bei allen Baujahren sitzt die hintere Bremspumpe nah am Krümmer. Wird sie zu heiß, lässt die Bremswirkung stark nach.

Eine Tuono RP ist schon für unter 3000 Euro zuhaben. Für das Modell RR muss das Sparschwein etwa einen Tausender mehr freigeben. Etliche Inserate mit Kilometerständen von 50 000 und aufwärts belegen, dass der Donnervogel keine Mimose ist. Das Sondermodell „Factory“ passt nur mit viel Geduld und Glück ins Budget.

BMW K 1200 R

Technik (Baujahr 2005)

Motor: Vierzylinder-Viertakt-Reihe, vier Ventile pro Zylinder, flüssigkeitsgekühlt
Hubraum: 1157 cm3
Leistung: 120 kW (163 PS) bei 10 250 min-1
Drehmoment: 127 Nm bei 8250 min-1
Bereifung v/h: 120/70 ZR 17 / 180/55 ZR 17
Tankinhalt: 19 l

+ stabile Vorderradführung
+ geht wie Hulle
nicht ganz billig

2005 zogen die Bayern endlich die Lederhosen aus, tauschten Gamsbart gegen Integralhelm und schmetterten SuperDuke, Speed Triple und Co. mit der K 1200 R ein furioses Vierzylinder-Nakedbike mit massig Schmalz und stabiler Hossack-Gabel entgegen.

Immer wieder werden Klagen von K 1200-Piloten laut, die von Getriebeschäden berichten. Der Austausch kostet grob 2500 bis 3000 Euro. Deswegen ist bei der Probefahrt unbedingt auf Gangspringer zu achten. Reißt bei Vollgas kurzzeitig der Kraftschluss ab, sollte man vom Kauf Abstand nehmen. Oder zumindest in der Preisverhandlung mit der Brechstange rangehen. Auch der Kupplungskorb gilt als problembehaftet: Mehr als ein leises Rasseln bei eingerückter Kupplung im Leerlauf darf nicht zu hören sein. Ebenso zu prüfen sind das teilintegrale ABS und die elektronische Fahrwerksverstellung ESA. Die sind zwar weniger anfällig, im Zweifel aber ekelhaft teuer.

Für ein gutes Motorrad gehen in der Regel die gesamten 5000 Euro flöten. Eine fachkundige Begleitung kann bei der Besichtigung nicht schaden. Die Auswahl an Inseraten ist groß genug, dass man nicht die nächstbeste Maschine kaufen muss. Etwas weniger beliebt und daher günstiger ist die halbverkleidete Variante K 1200 R Sport.

Ducati Monster S4R

Technik (Baujahr 2005)

Motor: Zweizylinder-Viertakt-V, vier Ventile pro Zylinder, flüssigkeitsgekühlt
Hubraum: 996 cm3
Leistung: 86 kW (117 PS) bei 8750 min-1
Drehmoment: 99 Nm bei 7000 min-1
Bereifung v/h: 120/70 ZR 17 / 180/55 ZR 17
Tankinhalt: 15 l

+ Motor
+ Fahrleistungen
Soziusplatz

Die große Monster ist ein echter Landstraßentraum aber nicht frei von mitunter kostspieligen Eigenheiten. Bis einschließlich 2006 haben wir es mit dem Desmoquattro-Motor zu tun, der schon in der 996 pulsierte. Der möchte regelmäßige Streicheleinheiten, denn je ein Zahnriemen pro Zylinder sorgt für ein gesundes Verhältnis zwischen Kurbel- und Nockenwellendrehzahl. Ducati empfiehlt ein Wechselintervall von zwei Jahren oder 10 000 Kilometern, um Ventilsalat vorzubeugen. 2005 stieg die angegebene Leistung von 113 auf 117 PS. Anfänglich gab es Probleme mit der Beschichtung der Kipphebel. Löste sie sich, konnte sich das Ventilspiel verändern und im Schlimmsten Fall zu Kollisionen mit den Kolben führen. Der Markt bietet neu beschichtete Teile für je rund 70 Euro an. Tauscht man alle Hebel, kommt man insgesamt auf 16 Stück. Die betroffenen Maschinen dürften aber mittlerweile weitgehend der natürlichen Auslese zum Opfer gefallen sein.

Eine S4R mit moderater Laufleistung geht um 4300 Euro los. Doch besonders bei der Duc bedeutet ein niedriger Preis nicht gleich ein Schnäppchen: Die anstehende Wartung spielt eine entscheidende Rolle. Der Kundendienst mit Riemenwechsel kostet je nach Stundensatz der Werkstatt mindestens 600 Euro, kann aber auch im vierstelligen Bereich enden.

Honda X-Eleven

Technik (Baujahr 1999)

Motor: Vierzylinder-Viertakt-Reihe, vier Ventile pro Zylinder, flüssigkeitsgekühlt
Hubraum: 1137 cm3
Leistung: 100 kW (136 PS) bei 9000 min-1
Drehmoment: 113 Nm bei 7000 min-1
Bereifung v/h: 120/70 ZR 17 / 180/55 ZR 17
Tankinhalt: 22 l

+ Beschleunigung
+ Zuverlässigkeit
Windschutz

Mit der X-Eleven hat Honda nicht besonders viele Herzen gebrochen – und auch heute gehört sie nicht zu den gefragtesten Maschinen. Gute Karten also für ein Schnäppchen? Der Gebrauchtmarkt ist nicht allzu voll. Das dürfte einerseits an relativ geringen Absatzzahlen als Neumotorrad liegen, andererseits wissen X-Eleven-Besitzer, was sie an ihrem Liebchen haben.
Große Schwächen leistet sich die Honda nämlich keine. Das modifizierte Doppel-X-Triebwerk mit Saugrohreinspritzung macht keine Zicken und drückt die Fuhre auf Wunsch vehement Richtung Horizont. Verbundbremse und ein sportlich ausgelegtes Fahrwerk helfen bei der korrekten Ausrichtung von Lackteilen und Reifen im Verhältnis zur Straße. Wegen des langen Tanks sind Umbauten auf Superbike-Lenker sehr beliebt. Sie müssen aber unbedingt vom TÜV abgesegnet sein. Also auf korrekte Papiere achten.

Viel Qualm für wenig Asche: Im Feld ist die X-Eleven das günstigste Motorrad, allerdings auch das älteste. Ordentliche Exemplare kosten teilweise unter 3000 Euro, selten aber über 4000. Für den Grenzbetrag von 5000 Euro gibt es entweder Sahnestücke oder aufwändige Streetfighter-Umbauten mit speziellem Geschmack.

Kawasaki Z 1000

Technik (Baujahr 2006)

Motor: Vierzlinder-Viertakt-Reihe, vier Ventile pro Zylinder, flüssigkeitsgekühlt
Hubraum: 958 cm3
Leistung: 93 kW (127 PS) bei 10 000 min-1
Drehmoment: 96 Nm bei 8000 min-1
Bereifung v/h: 120/70 ZR 17 / 190/55 ZR 17
Tankinhalt: 18 l

+ geht garstig
+ Vierrohrauspuff
Vibrationen
Verbrauch

Giftgrün, knallorange, pechschwarz oder blitzeblau: Die erste Z 1000 der Neuzeit ist schon farblich kein Leisetreter. Der kantige Straßenkämpfer mit Ex-Ninja- Motor ist in den richtigen Händen ein echter Sportlerschreck. Günstige Gebrauchtpreise schaffen ein Polster für den Tankwart. Gut so, denn die Zett lässt im beschwingten Wochenendbetrieb schnell zwischen sieben und acht Liter verschwinden. In der Z-Szene muss man bei Zubehörteilen besonders wachsam sein: Mit Fahrwerken, Motortuning und Styling-Teilen verschärfen wilde Jungs den Streetfighter nochmal. Davon ist längst nicht alles eintragungsfähig. Die Technik ist dafür japanisch ausgereift und bei angemessener Pflege extrem zuverlässig. Während der Bauzeit von 2002 bis 2006 gab es nur ein kleines Update: Ab 2005 kam die Zett mit einstellbarem Kupplungshebel, Wegfahrsperre, anderer Schwingenlagerung und in neuen Farben.

Die erste Neuzeit-Z 1000 ist ein Motorrad mit Potenzial zum künftigen Klassiker – und das für schmales Geld. Bei der Suche muss man sich nicht hetzen, denn es gibt seitenweise vergleichbare Annoncen. Zwischen 3000 und 5000 Euro ist zu­stands­mäßig von „okay“ bis „Zucker“ alles dabei. Am oberen Ende gibt es mit viel Glück sogar das Nachfolgemodell.

KTM 990 SuperDuke

Technik (Baujahr 2006)

Motor: Zweizylinder-Viertakt-V, vier Ventile pro Zylinder, flüssigkeitsgekühlt
Hubraum: 999 cm3
Leistung: 88 kW (120 PS) bei 9000 min-1
Drehmoment: 100 Nm bei 7000 min-1
Bereifung v/h: 120/70 ZR 17 / 180/55 ZR 17
Tankinhalt: 15 l

+ Fahrleistungen
+ Bremsen
+ Fahrwerk
Verbrauch
Gasannahme

Mit dem 990er LC8-Motor ist KTM im Einspritzer-Zeitalter angekommen. Geblieben ist der Durst: Wer es knallen lässt, zieht bis zu zwölf Liter auf hundert Kilometer weg. Zusammen mit der übervorsichtigen Reserveleuchte führt das schnell zu hektischem Blinken. KTM-Händler können den Sensor der Spritlampe neu kodieren, sodass er erst später meckert. Ab dem Modelljahr 2006 sind dieser Geber und die Benzinpumpe überarbeitet.
Wenn der grimmige Herzog schlecht startet, liegt es oft an Benutzerfehlern. Am besten lässt man beim Anlassen den Gasgriff in Ruhe, auch bei nur leicht geöffneten Drosselklappen verweigert der Einspritzer den Start. Ein zu geringes Gaszugspiel kann ebenso verantwortlich sein. Anfällige Stellen sind außerdem der Anlasserfreilauf sowie ein Kabelschuh am Lichtmaschinenregler, der sich bei vielen Motorrädern losvibriert.

Die Kraft-Kati bekommt man in gepflegtem Zustand schon für 4000 Euro. Bis zur Budgetgrenze schwanken die Laufleistungen zwischen 20 000 und 50 000 Kilometern. Hier entscheidet der Zustand der Verschleißteile. Auch für Zubehör wie die beliebten Akrapovic-Endschalldämpfer geben Duke-Dompteure gerne Geld aus.

Moto Morini Corsaro 1200

Technik (Baujahr 2005)

Motor: Zweizylinder-Viertakt-V, vier Ventile pro Zylinder, flüssigkeitsgekühlt
Hubraum: 1187 cm3
Leistung: 103 kW (140 PS) mbei 8500 min-1
Drehmoment: 123 Nm bei 6500 min-1
Bereifung v/h: 120/70 ZR 17 / 180/55 ZR 17
Tankinhalt: 17 l

+ Motor
+ Fahrwerk
Verbrauch
Ersatzteile

Italienisch, schick und sündhaft teuer: Stimmt nur zum Teil, denn mit 12 500 Euro Neupreis war die Corsaro 2006 kein Kleinod für Sammler, sondern ein rassiger Landstraßenfeger für besserverdienende Individualisten. Auch als Gebrauchte kann man mit dem italienischen Freibeuter relativ günstig gegen den Mainstream ansegeln.
Ein gewisses Polster sollte man dennoch haben, sowohl finanziell als auch zeitlich. Ersatzteile können nicht nur kostspielig sein, sondern auch schwer zu ergattern. Außerdem gab Moto Morini immer wieder Updates heraus, zum Beispiel für die Programmierung der Einspritzanlage. Die Wartung sollte nachweislich und ausnahmslos erledigt sein. Neben Software-Aktualisierungen geht es nämlich wirklich ans Eingemachte: Beispielsweise erhielten einige Corsaros vor 2007 aufgrund fehlerhafter Ventilführungen auf Garantie neue Zylinderköpfe.

Zwischen 4000 und 5000 Euro findet sich eine gute Handvoll Corsaren im Internet. Die Preise sind damit wirklich moderat, besonderes angesichts des begrenzten Angebots. Soziale Rendite gibt’s beim Tankwart: Wer das hochwertige Fahrwerk und den druckigen Motor ordentlich hernimmt, lässt bis zu neun Liter in Flammen aufgehen.

MV Agusta Brutale 750

Technik (Baujahr 2003)

Motor: Dreizylinder-Viertakt-Reihe, vier Ventile pro Zylinder, flüssigkeitsgekühlt
Hubraum: 749 cm3
Leistung: 93 kW (127 PS) bei 12600 min-1
Drehmoment: 75 N bei 10500 min-1
Bereifung v/h: 120/65 ZR 17 / 190/50 ZR 17
Tankinhalt: 19 l

+ schriller Motor
+ Sound
+ Optik
Gasannahme
Verbrauch

Ende 2000 brachte die Brutale die Nakedbike-Welt tüchtig in Aufruhr. Firmenchef Claudio Castiglioni gab Design-Koryphäe Massimo Tamburini freie Hand für den Entwurf der nackten MV. Fünfsternfelgen, gekreuzte Krümmer und zwei stramme Endschalldämpfer, dazu breite Brust und schlankes Heck. Das war nicht jedermanns Sache, aber allemal aufregend. Die eine oder andere MV Agusta endet als Museumsstück im Wohnzimmer. An sich nicht verwerflich, nur sollte man dann die Batterie abklemmen: Die Digitaluhr des Cockpits saugt bei Standzeiten den Akku leer. Auch bei der Pflege ist Vorsicht die Mutter der Porzellankiste, denn das Motorsteuergerät ist über dem Kupplungsdeckel hinter dem Gitterrohrrahmen verbaut. Dort sitzt die teure Elektronik in direkter Einflugschneise für Waschwasser. Die hintere Bremse wird wegen der Nähe der Pumpe und des Ausgleichsbehälters zum heißen Endtopf schnell laff.

Wer sich an die Budgetgrenze wagt, findet erstaunlich viele seriöse Inserate. Unter der 4000-Euro-Marke schnellen entweder die Kilometer in die Höhe oder es handelt sich um Notverkäufe. Vom auf 300 Stück limitierten Sonder­modell „Oro“ können sich Interessenten mit Fangleine im Geldbeutel leider verabschieden.

Triumph Speed Triple 1050

Technik (Baujahr 2006)

Motor: Dreizylinder-Viertakt-Reihe, vier Ventile pro Zylinder, flüssigkeitsgekühlt
Hubraum: 1050 cm3
Leistung: 95,6 kW (130 PS) bei 9100 min-1
Drehmoment: 105 Nm bei 5100 min-1
Bereifung v/h: 120/70 ZR 17 / 180/55 ZR 17
Tankinhalt: 18 l

+ Sound
+ Fahrwerk
Verbrauch

Die dritte Generation der Speed Triple (2005 bis 2008) kam noch mit den stilprägenden Rundaugen. Die Technik ist schon zu dieser Zeit im Grunde stabil, aufgrund der Service-Politik von Triumph lohnt sich hier ein Blick ins Scheckheft aber besonders: Weil die Mechaniker bei den Inspektionen immer wieder kleinere Problemstellen ausbesserten, sind Maschinen, die regelmäßig in der Werft waren, vorzuziehen. Ein Anruf beim Triumph-Händler schafft im Zweifel Sicherheit, denn die Historie ist anhand der Fahrgestellnummer nachvollziehbar.
Besonders wichtig ist ein Rückruf von 2006, der den Arretierungsbolzen der hinteren Bremsankerplatte betrifft. Gelegentlich hört man von Problemen mit dem Anlasserfreilauf: Beim Nachfolgemodell ist ein stabileres Teil verbaut. Das ist allerdings etwas größer und passt nur mit Nacharbeit ins ältere Modell.

Speedys unter der 4000-Euro-Schallgrenze haben oft 70 000 Kilometer oder mehr auf dem Buckel. Darüber werden es schnell weniger. Außerdem fällt auf, dass einige Verkäufer sich nur schwer von ihren reichlich angebrachten Zubehörteilen trennen können und entsprechende Preise aufrufen.

Yamaha FZ1

Technik (Baujahr 2006)

Motor: Vierzylinder-Viertakt-Reihe, fünf Ventile pro Zylinder, flüssigkeitsgekühlt
Hubraum: 998 cm3
Leistung: 110 kW (150 PS) bei 11 000 min-1
Drehmoment: 106 Nm bei 8000 min-1
Bereifung v/h: 120/70 ZR 17 / 190/50 ZR 17
Tankinhalt: 18 l

+ Leistung
+ Handling
+ Verarbeitung
braucht Drehzahl
Lastwechsel

Mit Power knapp unter Superbike-Niveau und komfortabler Ergonomie trat die FZ1 zum Straßenkampf an. Der Quell der Freude ist der frühe R1-Motor, den Yamaha mit veränderter Schwungmasse auf mehr Drehmoment in der Mitte trimmte.
Das Exup-System übernahm man vom Supersportler. Eine Klappe hinter den Krümmern erhöht bei niedrigen Drehzahlen den Staudruck im Abgasstrang. Seilzüge und Walze der Steuerung können alllerdings festbacken, bei der Probefahrt merkt man das an einem starken Leistungsloch knapp oberhalb von 4000 Umdrehungen. Ein guter Ansatz für Preisverhandlungen.
Außerdem sollte man die bei 40 000 Kilometern anstehende Kontrolle aller 20 Ventile einkalkulieren. Den trotz Exup etwas saftlosen Antritt aus dem Keller versuchten viele FZ1-Besitzer durch Tausch des originalen 17er-Ritzels gegen ein 16er zu kaschieren.

Die FZ1kam als neues Motorrad gut an. Die Folge ist ein Gebrauchtmarkt, bei dem man aus dem Vollen schöpfen kann. Für etwa 4000 Euro gibt es Motorräder mit Laufleistungen zwischen 20 000 und 30 000 Kilometern. Maschinen mit dem ab 2008 optional angebotenen ABS sind kaum unter 4600 Euro zu haben.

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