In der kalten Jahreszeit kann sich der Fahrer das Leben mit passendem Zubehör etwas angenehmer machen. Wir probierten drei Winter-Helfer aus: einen beheizbaren Nierengurt von Mematec, die neuen Thermo-Buffs und Givi-Lenkerstulpen.

von Tilman Sanhüter, Fotos: Moritz Schwertner, Erik Förster

Warmer Rücken

Ein stabiler Nierengurt, der schön stützt und isoliert, ist an sich schon eine feine Sache. Bei Mematec gibt es zusätzlich noch ein Heizelement zum Einkletten. Schaltet man per Touchsensor ein, beginnt sich der Gürtel aufzuheizen, bis er 42,5 Grad erreicht hat. Ein Sensor überwacht die Temperatur und regelt automatisch die Heizleistung. Etwa zwei Minuten nach dem Anziehen spürt man die Heizelmännchen werkeln. Auf Testfahrten empfanden wir den Gurt nie als zu heiß, sondern immer im angenehmen Bereich, eine Akkuladung reichte für etwa drei Stunden. Direkt vom Hersteller kostet der Mematec-Gurt 169 Euro inklusive Akku und Heizpad, ohne sind 89 Euro fällig. www.mematec.com

Warme Finger

Eine warme Körpermitte ist die halbe Miete, doch wirklich haarig wird es in der Peripherie. Die Hand ist um den Lenker geschlossen, innen bollert die Griffheizung, doch die sensiblen Fingerspitzen hängen nach vorne genau im Fahrtwind. Die Givi-Lenkerstulpen, die auf das kryptische Kürzel TM421 hören, sollen Graupel und anderen Graus aussperren und für wohlige Wärme sorgen. Die Stulpen sind groß genug, um locker über die Handprotektoren unserer Africa Twin zu passen.

Starre Einsätze um die Öffnungen sorgen dafür, dass die Hände ohne viel Fummelei reinflutschen. Drinnen wird’s schnell muckelig warm. Einfache Sommerhandschuhe reichten bei Temperaturen knapp über dem Gefrierpunkt aus. Die Heizgriffe werden erst darunter nötig. Der Preis für warme Hände liegt bei 61 Euro im Fachhandel. www.givi.de

Warmer Kopf

Doch um im Winter einen kühlen Kopf zu bewahren, braucht man eine warme Rübe. Die neue Generation von Buff besteht aus „Thermonet“, einem besonders warmen Kunststoffgewebe, welches trotzdem atmungsaktiv sein soll. Werbegelaber? Von wegen, wie wir bei Testfahrten an den Ufern der Beringsee feststellen konnten: Sowohl die Sturmhaube (29,95 Euro) mit dem etwas zu kleinen Nasenloch, der klassische Schlauchschal (23,95 Euro) und die Hipster-Mütze (21,95 Euro) erwiesen sich als viel muckeliger, als das dünne, sehr elastische Gewebe vermuten ließ.

Selbst im Mundbereich sammelte sich kein Kondenswasser, das mit der Dampfdurchlässigkeit funktioniert also. Nicht winddicht, aber Zugluft-abweisend sind die Buffs ebenfalls, dazu fühlen sie sich nicht nach knisterigem Plastik aus chinesischen Cola-Flaschen an, sondern eher angenehm nach Naturfaser. Na, jetzt kann der Winter ja losgehen… www.buff.eu